Gazastreifen Raketenangriffe statt Hilfslieferung

Gazastreifen (Foto)
Israelische Truppen beobachten den Gazastreifen, nachdem militante Palästinenser ihre Rakenangriffe verstärkt haben. Bild: dpa

Eigentlich sollten am Heiligabend die ersten Hilfslieferungen die Grenzübergänge zum Gazastreifen passieren. Doch nachdem militante Palästinenser ihre Raketenangriffe massiv verstärkt haben, sagte Israel die Grenzöffnung wieder ab.

Ein Armeesprecher sagte, es seien seit den Morgenstunden mindestens zwölf Kassam-Raketen und neun Mörsergranaten im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen. Ein Polizeisprecher sprach sogar von mehr als 30 Raketen und Mörsergranaten. Betroffen waren nach Medienberichten die Städte Sderot, Netivot und Aschkelon, deren Einwohner Schutzräume aufsuchen mussten.

Angesichts der neuen Raketenangriffe sagte Israel eine für heute geplante Öffnung von Grenzübergängen zum Gazastreifen für Hilfslieferungen wieder ab. Gestern erst hatte die Regierung erklärt, aus humanitären Gründen werde die Lieferung «geringer» Mengen von Lebensmitteln, Arznei und Brennstoff ermöglicht.

Ein israelischer Militärsprecher sagte jedoch heute Morgen, die Grenzen sollten wegen der Angriffe geschlossen bleiben. Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak einer teilweisen Öffnung der Übergänge zugestimmt. Nach israelischen Medienberichten wollte Barak damit dem Drängen der internationalen Gemeinschaft entsprechen, die sich besorgt über die humanitäre Lage in dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen äußerte. Israel hat das Gebiet wegen der Raketenangriffe seit sieben Wochen fast durchgängig abgeriegelt.

Die Hamas erklärte, die erneuten Raketenangriffe seien eine Reaktion auf den Tod von drei ihrer Kämpfer bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten gestern Abend. Nach israelischen Angaben wollten die Männer Sprengsätze am Grenzzaun legen. Die Tötung der drei Kämpfer war der bislang blutigste Zwischenfall seit dem offiziellen Ende eines zuletzt ohnehin kaum noch eingehaltenen Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas am Wochenende.

Zwei weitere Hamas-Kämpfer wurden nach Angaben der Organisation bei einer Explosion im Gazastreifen getötet. Sie seien auf einer «heiligen Mission» gewesen. Diese Umschreibung nutzt die Hamas für gewöhnlich, wenn zum Kampf gegen Israel bestimmte Sprengsätze unbeabsichtigt explodierten.

Ägypten bemühte sich unterdessen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sagte nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Husni Mubarak, man habe sich darauf geeinigt, die Versöhnungsgespräche zwischen der Hamas und der konkurrierenden Fatah voranzutreiben. Morgen wird die israelische Außenministerin Zipi Livni zu einem Gespräch mit Mubarak in Kairo erwartet.

Die Hamas hatte sich derweil gestern zur Erneuerung einer Waffenruhe mit Israel bereiterklärt. Die am 19. Juni zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen vereinbarte Waffenruhe war am vergangenen Freitag zu Ende gegangen.

mas

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