El Baradei ermahnt Irak und Syrien
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Über sein Atomprogramm gibt der Iran seit Monaten keine Auskunft. Der Generaldirektor der UN-Atombehörde IAEA mahnte heute den Iran, aber auch Syrien, zu einer besseren Zusammenarbeit an.
Ohne die Kooperation Teherans werde die Wiener Atomagentur nicht abschließend überprüfen können, ob das Atomprogramm des Irans militärisch oder - wie Teheran behauptet - ausschließlich zivil - sei, sagte IAEA-Generaldirektor Mohammed El Baradei heute zu Beginn einer zweitägigen Sitzung des Gouverneursrats der Atomenergiebehörde in Wien. Damaskus forderte er auf, den Wiener Atomexperten Zugang zu weiteren Militäranlagen zu gewähren
Teheran weigert sich seit Monaten, Fragen von IAEA-Inspekteuren über Details seines jahrzehntelang geheimen Atomprogramms zu beantworten. Der UN-Sicherheitsrat hat die Klärung dieser Fragen in vier Resolutionen gefordert. Die internationale Gemeinschaft fürchtet, dass Teheran heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet. Die iranische Regierung bestreitet dies.
Die offenen Fragen müssten beantwortet werden, um endgültig zu klären, ob das iranische Atomprogramm «eine militärische Dimension» habe. Teheran solle die IAEA mit allen nötigen Informationen versorgen, verlangte der IAEA-Chef, der indirekte Kritik aber auch an einigen Mitgliedsstaaten der Atombehörde äußerte.
Die Regierung in Teheran hatte gestern erklärt, dass der Iran in seiner Atomanlage Natans inzwischen mit 5000 Gaszentrifugen die Urananreicherung betreibt. Dies sieht der UN-Sicherheitsrat als Verstoß gegen seine Resolutionen an.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde zeigte sich außerdem befremdet darüber, dass wichtige Satellitenaufnahmen von einer von Israel bombardierten mutmaßlichen Atomanlage in Syrien nicht verfügbar seien. Dadurch würden die Untersuchungen der IAEA behindert, sagte El Baradei.
Es sei bedauerlich und in der Tat verwunderlich, dass von der entscheidenden Phase kurz nach dem Angriff keine von kommerziellen Satelliten gemachten Aufnahmen von dem bombardierten Ziel vorhanden seien, sagte El Baradei. Die IAEA erklärte in der vergangenen Woche, bei der vor gut einem Jahr bombardierten Anlage im Norden Syriens habe es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Atomreaktor im Frühstadium gehandelt.
Diplomaten, die mit der Untersuchung der IAEA wegen eines möglicherweise geheimen syrischen Atomprogramms vertraut sind, boten zwei Erklärungen für das Fehlen entscheidender Satellitenaufnahmen an. Entweder habe Syrien die Aufnahmen aufgekauft, um ein Atomprogramm zu vertuschen, oder die sieben Staaten, die kommerzielle Satelliten betreiben, hätten die brisanten Bilder vom Markt genommen.
Betreiber dieser Satelliten seien unter anderen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien -, wie einer der Diplomaten der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Diplomaten wollten anonym bleiben.
mac