Weltkongress
Lula fordert Kampf gegen Kindesmissbrauch

Kinderpornografie und -prostitution sind durch das Internet grenzenlos geworden. Zum Auftakt des Dritten Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern forderte Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva ein entschiedeneres Vorgehen der Weltgemeinschaft.

Gemeinsam im Einsatz für Kinder: Brasiliens Präsident Lula da Silva und Schwedens Königin Silvia. Bild: ap

In der brasilianischen Metropole kommen bis Freitag 3000 Experten sowie Regierungs- und Wirtschaftsvertreter aus 114 Ländern zusammen. Zudem wollen Kinder und Jugendliche wirksame Strategien zum Schutz vor sexueller Ausbeutung erörtern.

Lula prangerte in seiner Rede die «religiöse Heuchelei» an, die der Sexualerziehung an den Schulen und in den Familien oft im Wege stehe. Zudem kritisierte er die vielen Fernsehsendungen mit Sex und Gewalt. «Wer Kabelfernsehen hat, der weiß, worüber ich rede. Da gibt es Sex morgens, mittags und abends, da gibt es Gewalt morgens, mittags und abends», so der brasilianische Präsident.

Die Arbeitsgemeinschaft ECPAT geht davon aus, dass beim Treffen am Zuckerhut der vor sieben Jahren auf dem zweiten Weltkongress in Japan bestätigte globale Aktionsplan auf den Prüfstand kommt. Weniger als zwei Drittel der Regierungen, die damals den Aktionsplan unterzeichneten, hätten ihr Versprechen eingelöst und einen nationalen Aktionsplan verabschiedet.

Bei mehreren Foren stehen in Rio neben Themen wie Prävention, Rehabilitation, Strafverfolgung, Gefahren der sexuellen Gewalt durch das Internet auch grenzübergreifende Maßnahmen sowie internationale Vereinbarungen zur Debatte. Spätestens mit dem Internet seien Verbrechen der sexuellen Ausbeutung mitten in den Unternehmen und Institutionen angekommen. ECPAT forderte in Rio, dass jedes Unternehmen und jede Institution Kinderschutzrichtlinien einführen sollte, um nicht mitverantwortlich für das Herunterladen von Kinderpornografie durch Mitarbeiter zu werden.

mac

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