Libanon-Krieg Schmachvolle Niederlage für Israel

Auslöser des Libanon-Kriegs war die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah-Miliz am 12. Juli 2006. Daraufhin startete Israel eine Boden- und Luft-Offensive gegen die Hisbollah und drang dabei auch auf libanesisches Gebiet vor.

libanonkrieg (Foto)
Zerstörte Häuser in Beirut während des Libanon-Kriegs. Bild: dpa

Die Regierung des Libanon, die im Süden des Landes kaum gegen die Macht der Hisbollah ankommt, distanzierte sich von der Entführung und fordert einen Waffenstillstand. Später kritisierte sie das israelische Vorgehen, weil bei den Angriffen auch viele Zivilisten ums Leben kamen. Den Krieg führte Israel nicht gegen den Libanon, sondern gegen die Hisbollah.

Die Hisbollah-Führung wollte die Geiseln nur im Austausch gegen libanesische und palästinensische Häftlinge freilassen, Israel weitete seine Angriffe daraufhin aus, verhängte eine Seeblockade gegen den Libanon und wurde auch im Gazastreifen militärisch aktiv, wo Hisbollah-Anhänger eine zweite Front eröffnet hatten. Umgekehrt feuerte die Hisbollah aus dem Süden des Libanon Raketen auf Städte im Norden Israels ab. Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah rief die gesamte arabische Welt zum Kampf gegen Israel auf.

Am 12. August wurden die verlustreichen Kämpfe auf Drängen des UN-Sicherheitsrats beendet. Libanon sollte künftig mehr internationale Hilfe erhalten, die Hisbollah entwaffnet werden. 15.000 libanesische Soldaten und eine personell verstärkte UN-Truppe (Unifil) sollen die Waffenruhe im Süden des Libanon überwachen, Israel sich im Gegenzug aus dieser Region zurückziehen.

Der Kampf hat 117 Soldaten und 39 Zivilisten auf israelischer sowie 1191 Menschen auf libanesischer Seite das Leben gekostet. Bei den Gefechten in den besetzten Gebieten kamen 673 Palästinenser ums Leben.

Die Hisbollah feierte den Waffenstillstand als Sieg und gewann enorm an Ansehen in der Bevölkerung im Libanon und anderen arabischen Staaten. Die israelische Regierung geriet hingegen massiv unter Druck, weil die ursprünglichen Kriegsziele, die Befreiung der entführten israelischen Soldaten und die Zerschlagung der Hisbollah, nicht erreicht wurden.

Zur Analyse der Fehler im Kriegsverlauf wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt, deren Bericht später massive Vorwürfe gegen die politische und militärische Führung erhebt. Premierminister Ehud Olmert und und Verteidigungsminister Amir Peretz lehnten Rücktrittsforderungen ab, Generalstabschef Dan Halutz musste jedoch den Hut nehmen.

Ende November wurde auch ein Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern unterzeichnet, der aber nicht lange hielt. Im Juli 2008 wurden die Leichen der beiden Soldaten, deren Entführung den Krieg ausgelöst hatte, an Israel zurückgegeben.

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig