Viele Clinton-Vertraute Das ist Obamas neues Team

Obama Transition (Foto)
Rahm Emanuel (links) gehört zu Obamas Vertrauten. Bild: ap

Von news.de-Redakteur Michael Kraft
Barack Obama rüstet sich für die Machtübernahme im Weißen Haus. Zu dem Team, das seine Strategie erstellt und geeignete Kandidaten für Ministerposten sucht, gehören auch viele Vertraute von Bill Clinton. News.de stellt das O-Team vor.

Schon heute soll Obama bei einem Treffen mit den Chefs der Geheimdienste in die Geheimnisse und Abläufe von CIADie CIA (Central Intelligence Agency) ist der zivile Geheimdienst der USA. Die CIA darf nur außerhalb der USA tätig werden und wird deshalb auch oft Auslandsgeheimdienst genannt. Budget und Zahl der Mitarbeiter sind geheim. Zu den Aufträgen zählen das Sammeln von Informationen und Spionage. Offiziell darf der Geheimdienst keine Menschen töten, dennoch wurden der CIA wiederholt Auftragsmorde in geheimen Missionen vorgeworfen. , DIADie 1961 gegründete DIA (Defense Intelligence Agency) ist der militärische Geheimdienst der USA. Sie untersteht dem Verteidigungsminister. Nach eigenen Angaben hat die DIA mehr als 7500 Mitarbeiter. Sie beschafft Informationen über Militärs, Technologien und Strategien. und NSADie NSA (National Security Agency) ist dem US-Verteidigungsministerium unterstellt. Sie ist der größte und teuerste Geheimdienst der USA und darf nur im Ausland aktiv sein. Die rund 40.000 Mitarbeiter der NSA sind die Lauscher und Codeknacker der USA: Sie sind für Abhör- und Verschlüsselungsdienste zuständig und überwachen die weltweiten Telekommunikationsnetze. eingeführt werden. Heimatschutz-Minister Michael Chertoff warnte, es bestehe in einer Übergangsphase immer eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen. Auch hier sind Mitglieder des neuen Teams dabei. Für Ende der Woche kündigte Obamas Büro eine Pressekonferenz an. Dann werden vielleicht schon die ersten Kabinettsmitglieder benannt. Bei der Auswahl geeigneter Kandidaten soll das Übergangsteam helfen:

John Podesta: Der 59-jährige Jurist wird zum Führungstrio des Übergangsteams gehören. Podesta arbeitete bereits unter Bill Clinton. Von 1993 bis 1995 war er dessen persönlicher Assistent, ab 1998 leitete er bis zum Ende von Clintons Amtszeit den Stab des Präsidenten. Er leitet außerdem das Center For American Progress. Die 2003 gegründete Denkfabrik entwickelt politische Strategien und versucht, diese in die öffentliche Debatte zu bringen. Podesta kommt aus Chicago, der Heimatstadt Obamas.

Valerie Jarrett: Die Anwältin hat Obama bereits im Wahlkampf beraten und war bei vielen Wahlkampfterminen an seiner Seite. Die Chicago Tribune nennt sie «die andere Hälfte von Obamas Hirn». Die 51-Jährige stammt aus dem Iran und war bereits in der Lokalpolitik von Chicago tätig. Kurze Zeit war sie Arbeitskollegin von Obamas heutiger Ehefrau Michelle. Jarrett, die verheiratet ist und eine Tochter hat, leitet heute eine Immobilienfirma. «Ich vertraue ihr vollkommen», sagt Obama über Jarrett.

Pete Rouse: Er ist seit vier Jahren für Obama tätig und war während dessen Zeit als Senator von Illinois sein Stabschef. Rouse gilt als ein Mann des Ausgleichs, der wenig vom strikten Festhalten an Parteigrenzen hält. Zudem schätzt Obama die Erfahrung von Rouse, der sich seit 1971 auf dem politischen Parkett in Washington tummelt. «Er erkennt Probleme und Fettnäpfchen schneller als andere», sagte Obama einmal über seinen Stabschef.

Susan Rice: Auch sie hat schon unter Bill Clinton gearbeitet und war in dieser Zeit unter anderem für die afrikanischen Belange zuständig. Außerdem war sie Assistentin von Ex-Außenministerin Madeline Albright, die ihre Karriere sehr gefördert hat. Rice hat Obama bereits im Wahlkampf beraten - ebenso wie bei der vorangegangenen Wahl den gescheiterten demokratischen Bewerber John Kerry. Die studierte Historikerin und Expertin für Außenpolitik ist derzeit noch beim Brookings InstituteDas unabhängige Brookings Institute mit Sitz in Washington hat sich zum Ziel gesetzt, Politik und Gesellschaft mit verlässlichen Daten und kompetenten Empfehlungen zu aktuellen Problemen zu beliefern. Zu den Zielen gehören eine Stärkung der Demokratie, Arbeit für das Gemeinwohl und die Verbesserung der internationalen Beziehungen. Mehr als 200 renommierte Wissenschaftler arbeiten für Brookings. tätig und könnte die künftige nationale Sicherheitsberaterin werden. Sie begleitete Obama auch auf seiner Auslandsreise im Sommer. Rice ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Janet Napolitano: Die demokratische Gouverneurin von Arizona (der Heimat von John McCain) hat ebenfalls gute Chancen, ins Kabinett von Obama aufgenommen zu werden. «Ehrgeiz ist keine Sache, für die man sich schämen muss», sagt die 51-Jährige. Die Anwältin war vor dem Wahlkampf im Jahr 2004 schon kurzzeitig als Vizepräsidentin unter John Kerry im Gespräch und galt auch diesmal wieder als Kandidatin für dieses Amt, bevor sich Obama für Joe Biden entschied. Die leidenschaftliche Bergsteigerin setzt sich vor allem für ein besseres Bildungssystem in den USA ein.

Christopher Edley: 23 Jahre lang war Edley Jura-Professor in Harvard. Seit 2004 ist er der Dekan der kalifornischen Universität Berkeley. Der 55-Jährige war Berater von Präsident Carter für sozialpolitische Fragen und arbeitete unter Bill Clinton unter anderem für das Finanzministerium. Edley, der in zweiter Ehe verheiratet ist und drei Kinder hat, gilt als engagierter Fürsprecher der Rechte der Schwarzen in den USA.

Federico Pena: Der 41-Jährige war während der Clinton-Regierung fünf Jahre lang Minister, zunächst für Verkehr, dann für Energie. Er setzt sich unter anderem für einen verstärkten Einsatz regenerativer Energiequellen ein, um Amerika unabhängiger von Ölimporten zu machen. Auch Pena ist Jurist. Er war jahrelang Bürgermeister von Denver, wo der Vater von drei Kindern auch heute noch lebt und für eine Investmentfirma arbeitet.

Rahm Emanuel: Seit 2003 sitzt Rahm Emanuel für die Demokraten im Repräsentantenhaus. Nach Informationen der New York Times und mehrerer demokratischer Abgeordneter soll Obama dem 49-Jährigen den Job eines Stabschefs im Weißen Haus angeboten haben. Emanuel, der ebenfalls aus Chicago stammt und eine Ballett-Ausbildung hat, diente schon Clinton als enger Berater. Er sorgte unter anderem für dessen Wahlkampf-Finanzierung und galt als Spezialist für schwierige Aufgaben. Unter anderem kümmerte er sich um das Abschmettern des Amtsenthebungsverfahrens nach der Lewinsky-Affäre. Wegen seiner energisch-rabiaten Art wurde Rahm der Spitzname «Rahm-bo» verliehen.

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