EU-Plan Handelsverbot soll Robben schützen

Die EU-Kommission will die Jagd auf Robben nach Angaben ihres zuständigen Vizepräsidenten Günter Verheugen mit einem strikten Handelsverbot bekämpfen. Nur für Eskimos wird es Ausnahmen geben.

DEU BY zoo (Foto)
Robben werden in vielen Ländern noch gejagt. Bild: ap

«Die Kommission bereitet einen Vorschlag vor, der Import, Export und Transit von Robbenprodukten verbieten wird», sagte Verheugen der «Bild am Sonntag». «Das bedeutet, dass die bisherigen Praktiken der Robbenjagd nicht mehr möglich sind. Eine Ausnahme bleibt. Die traditionelle Lebensform der Eskimos wird nicht angetastet.»

Nach einem Gesetzentwurf, der dem Blatt zufolge am Mittwoch auf den Weg gebracht werden soll, sollen die EU-Staaten festlegen, welche Strafen bei Verstößen gegen das Handelsverbot verhängt werden, berichtete die Zeitung. Die Kommission gehe davon aus, dass die Regelung nach Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments vor der Europawahl im Juni 2009 in Kraft trete.

Verheugen sagte den Angaben zufolge zur Begründung des angestrebten Handelsverbots: «Robben sind doch keine Nutztiere! Sie leben in Freiheit und gehören zu einer intakten Umwelt. Wer das Artensterben bekämpfen will, kann nicht Ja sagen zur Robbenjagd. Außer dem Seehund selber braucht höchstens ein Eskimo ein Seehundfell.»

Lesen Sie auf Seite 2, wie die EU auch auf Kanada Druck wegen der Robbenjagd macht

Bereits im März hatte die EU-Kommission Schritte gegen die umstrittene Robbenjagd in Kanada erwogen. Umweltkommissar Stavros Dimas «befasst sich mit der Frage der grausamen Tötung von Robben», hatte seine Sprecherin Barbara Helfferich erklärt und für die nächsten Monate «ein Papier» dazu angekündigt.

Die kanadische Regierung hat für die bevorstehende Jagdsaison einige neue Regeln erlassen, um auf die Bedenken der Europäer einzugehen. Sie schreiben unter anderem vor, dass die Robben tot sein müssen, ehe sie gehäutet werden.

Die Einfuhr der besonders begehrten weißen Felle von Baby-Robben ist in der EU schon seit 1993 verboten. Einzelne Staaten wie die Niederlande und Belgien haben schon heute alle Robbenprodukte von ihren Märkten verbannt. Allerdings werden Robben auch im EU-Mitgliedstaat Finnland gejagt.

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 13.06.2010 13:30

Diejenige Hundsrobbe, die am meisten unter der barbarischen Robbenschlägerei zu leiden hat, ist die Sattelrobbe des Nordatlantik. Wegen des begehrten weißen, weichen Säuglingsfelles werden immer wieder Jungtiere auf grausame Weise mit Knüppeln erschlagen und teilweise bei noch lebendigem Leib abgehäutet. Gegen die Robbenschlachterei, vor allem vor der kanadischen Küste (es handelt sich hierbei um die Bestände bei Neufundland) haben in den letzten Jahren immer wieder Tierschützer protestiert, allen voran Bernhard Grzimek.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig