Die Methoden der NPD

Wahlkampf gegen «Quotenneger»

Von news.de-Redakteur Timo Nowack

Rassistisch, provozierend, auf dem Weg ins Parlament: Die rechtsextreme NPD betreibt Wahlkampf nicht wie andere Parteien. Sie setzt auf Einschüchterung, auf junge Wähler und Musik, auf regionale Schwerpunkte. Eine Analyse der rechten Wahlkampfmethoden.

Sie nennen ihn «CDU-Quotenneger»: Die NPD in Thüringen hat einen Angriffspunkt für ihre Wahlkampfprovokationen gefunden: den farbigen CDU-Politiker Zeca Schall. Der Angolaner ist zusammen mit CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus auf den Wahlplakaten der Christdemokraten zu sehen. «Wir danken Zeca Schall für seine Hilfe als Gastarbeiter in Thüringen. Heute wird er jedoch nicht mehr benötigt», schreibt die NPD Thüringen auf ihrer Homepage. «Thüringen muss deutsch bleiben.»

Dann schieben die Rechten nach, dass sie Schall nicht beleidigen wollten. «Das Wort ‹Neger› ist aus unserer Sicht kein Schimpfwort.» So mag es die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD): Provozieren, mit ausländerfeindlichen Sprüchen, Schlagzeilen machen, nach außen hin aber einen Rest von bürgerlich-korrektem Anstrich wahren und den Unschuldigen mimen.

Ein bedrohlicher Unterton bleibt dabei trotzdem nicht aus und ist auch durchaus gewollt. So kündigte die NPD an, an einem CDU-Wahlkampfstand das «direkte Gespräch» mit Schall zu suchen. Da die Polizei die Rechten aber an der Aktion hinderte, schrieb der Wahlkampfleiter auf der Homepage: «Den persönlichen Besuch zur Durchführung des Gesprächs müssen wir eben auf die nächsten Tage oder Wochen verschieben.»

Dass die NPD-Aktivisten vor Übergriffen im Wahlkampf nicht zurückschrecken, hat etwa der Angriff auf den Thüringer Landesvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Steffen Lemme, am Sonntag gezeigt. Lemme wollte sich nach eigenen Angaben am Stand der rechtsextremen Partei Werbematerial mitnehmen, als er von Wahlhelfern umringt, geschubst und an den Ohren gezogen worden sei. Außerdem seien ihm Schläge angedroht worden, so Lemme.

Abhängig von freien Kameradschaften

«Auf der einen Seite versuchen sie, sich bürgerlich zu geben, auf der anderen Seite wollen sie es sich nicht mit den freien Kameradschaften verscherzen», erklärt Christoph Ruf, Journalist und Autor des Buches In der NPD. Reisen in die national befreite Zone, das Verhalten der NPD-Leute im Wahlkampf.

Denn ohne die Unterstützung der parteiungebundenen, radikalen und oft auch gewaltbereiten Neonazis der sogenannten freien Kräfte käme die personell dünn besetzte Partei wohl in Schwierigkeiten. «An Infoständen und bei Verteilaktionen rekrutiert sie sich größtenteils aus den Kameradschaften», sagt Ruf. «Und ohne die wäre die Partei an vielen Orten nicht präsent.»

Aber nicht nur personell ist die NPD schwach auf der Brust, sondern auch finanziell. Wie sehr sie in dieser Hinsicht auf Hilfe angewiesen ist, zeigt etwa der Wahlkampfbus der Partei. «Ein älteres Ehepaar hat uns dieses Fahrzeug überlassen», sagte Bundesparteichef Udo Voigt bei der Enthüllung des riesigen, alten Wohnmobils vor Parteifreunden.

«Pünktlich zum Schulanfang: Jungwähleroffensive!»

So setzt die NPD auf vergleichsweise kostengünstige Wahlwerbung etwa durch Rechtsrockkonzerte kombiniert mit Reden oder auf Internetaktionen. Im Juli stellte die Partei auf ihrer Homepage etwa ein «Wahlkämpferlied» vor, in dem der Grünen-Politiker Cem Özdemir und der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, angegriffen werden und der SS-Reichsführer Heinrich Himmler gelobt.

Besonders will die NPD damit junge Wähler ködern. «Pünktlich zum Schulanfang: Jungwähleroffensive!», schrieb etwa der sächsische Spitzenkandidat Holger Apfel am 10. August im Microbloggingdienst Twitter. «Nach CD-Verteilung heute Morgen in Dresden nun wieder mit dem Infomobil in Sachsen unterwegs.» Die sogenannte Schulhof-CD mit rechtem Liedgut wird gezielt an Schulen verteilt und soll den Erfolg bei den ganz Jungen sichern. Und die Bemühungen scheinen Erfolg zu haben: Der Altersdurchschnitt der NPD-Mitglieder ist mit nur 37 Jahren extrem niedrig, bei vergangenen Wahlen erzielte die Partei ihre besten Ergebnisse unter Jungwählern.

Bei den klassischen Wahlkampfmaßnahmen wie Plakaten oder Flyer-Aktionen konzentriert sich die NPD vor allem auf Regionen, in denen sie stark ist, wie Sachsen oder das Saarland, wo aktuell Landtagswahlen anstehen. «Seit Mitte Juli rollt die Propagandamaschinerie der sächsischen Nationaldemokraten auf Hochtouren», heißt es auf ihrer Homepage. Ein Sprecher des Verfassungsschutzes in Sachsen sagte news.de, die NPD plakatiere in diesem Bundesland massiv: «Etwa 80.000 Plakate sollen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus werden eine Wahlkampfzeitung in einer Auflage von 2 Millionen Stück sowie andere Wahlkampfmaterialien in einer Auflage von 1,2 Millionen Stück verteilt.»

Durch die kommunalen Parlamente in die Mitte der Gesellschaft

Neben Landtagswahlen setzen die Rechten vor allem auf die Kommunalwahlen. «Die Bundestagswahl ist ihnen intern gar nicht so wichtig», erklärt Christoph Ruf. «Die NPD hat vor allem auch die kommunalen Parlamente im Blick», ist in seinem NPD-Buch zu lesen. «Jedes einzelne Mandat wird hier als Schritt in die Mitte der Gesellschaft wahrgenommen.»

Dabei geht die Partei in Ost- und Westdeutschland mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten in den Wahlkampf. «Im Westen fast ausschließlich mit dem Ausländerthema und innerer Sicherheit», sagt Ruf. Im Osten, wo es weniger Ausländer gebe, setze die Partei mehr auf sozialpolitische Themen und die Ansprache ostdeutscher Identität.

Was hinter all dem Wahlkampfgetöse, den Provokationen, den Konzerten und Twitter-Botschaften, dem Kampf um Jungwähler und Kommunalparlamente steht, fasst der aktuelle Verfassungschutzbericht zusammen: «Der völkische Nationalismus der NPD basiert auf einem ausgeprägten Rassismus», ist da zu lesen. Dabei kämen die vielfach ausländerfeindlichen, rassistischen und in Bezug auf den Nationalsozialismus verharmlosenden bis wohlwollenden Positionen der NPD zum Ausdruck. «Damit stehen die Grundaussagen der Partei inhaltlich im Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung.»

bjm/news.de
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Leserkommentare (65)
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  • Kommentar: 65
  • 19.08.2009 13:00
von

kommentar 61 wie kann man nur so naiv sein und glauben die NPD ist eine Gefahr für unser Land? besonders das wort braun ist überflüssig es gibt einen kontinent wo es 99% braun gibt(hautfarbe) da müssen sie schon mit anderen wörtern trumpfen Günther Moder wir haben alle aus der geschichte gelernt darum gibt es hier auch keine bürgerkriege mehr

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  • Kommentar: 64
  • 18.08.2009 18:52
von

Mein Kompliment zu Kommentar 60! Klare Gedanken fehlerfrei zum Ausdruck gebracht. Man muß nicht NPD - Anhänger sein, um die Vorgänge bei uns richtig zu verstehen. Vor einigen Wochen im Internet zu sehen: Zwei "Gutmenschen" zeigen stolz zwei heruntergerissene NPD-Wahlplakate. 1.Text: Kriminelle Ausländer raus! 2.Text: Arbeit zuerst für Deutsche! Als Mitglieder etablierter Parteien wollen diese "Intelligenzler" wohl genau das Gegenteil der beiden Wahltexte. Im übrigen schlage ich vor, dass man zum Kommentar auch sein Alter angibt.Ich habe bereits die Weimarer Zeit als Junge erlebt. Und nun zu Kommentar 61. Unbestritten ist Demokratie die beste Regierungsform. Die Vorkommnisse der letzten Jahre zeigen leider eine zur Lobbykratur verkommende Lobbykratie. Eine NPD wäre vollkommen überflüssig, wenn die anderen Parteien, unbeeinflusst von außen, eine strikte Politik für unser schönes Deutschland machen würden.

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  • Kommentar: 63
  • 18.08.2009 15:34
von

Wie kann mensch nur so naiv sein und die NDP so zu unterschätzen. Sie ist eine braune Gefahr und gehört verboten. Die rechten Skins machen die Drecksarbeit für die alten Nazis. Es ist eine Schande für alle Demokraten, dass Nazis in verschiedenen Gremien sitzen. Die NDP will ganz offiziell die Demokratie abschaffen. Und alle dies das unterstützen, haben aus der Geschichte nichts gelernt

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  • Kommentar: 62
  • 17.08.2009 16:59
von
Johanna32

Was hat man nur gegen die NPD? Es ist doch die einzige Partei, die sich für die Rechte unseres deutschen Volkes einsetzt! Zudem, welche Partei, ob mit oder ohne „C“, bewahrt noch unsere christlichen Werte? Wer ist heute noch gegen Abtreibung, Euthanasie (5. Gebot), praktizierende Homosexualität (6. Gebot) oder gegen den übertriebenen Moscheenbau (1. Gebot: Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!)? Antwort: keine Partei, außer der NPD! Diese Partei möchte in Deutschland die christliche Kultur erhalten und ist deshalb auch gegen die Globalisierung, die ein Plan der Freimaurer ist, um dann im nächsten Schritt alle Religionen abzuschaffen. Leider wird die NPD in den Medien immer ins falsche Licht gestellt, z. B. werden Sätze nur auszugsweise wiedergegeben, sodass der eigentliche Sinn verdreht wird. Wenn Rechtsradikale aufmarschieren und auch noch eine NPD-Fahne mit sich führen, ist das gefundenes Fressen fürs Fernsehen! Dabei kann kein Rechtsextremist oder Neonazi Mitglied dieser Partei werden. Und wenn es dann heißt, der farbige CDU-Politiker Zeca müsse beschützt werden vor der NPD, so ist das wirklich lachhaft! Leider wird auch von der Bundespressestelle und erst recht nicht von den anderen Medien eine Richtigstellung der NPD zugelassen. Diese Partei wird einfach mit allen unfairen Mitteln totgemacht! Dabei ist diese Partei nicht gewalttätig, sie kämpft nicht mit Fäusten oder Waffen, sondern nur, wie auch die anderen Parteien, mit Schriften und Worten. Sie machen auch keinen Wahlkampf mit leeren Versprechungen, wie es sonst üblich ist. Diese Leute sind Idealisten und stehen voll hinter ihren Ansichten und ihren Wahlversprechungen. Jeder Deutsche sollte mal seine Augen öffnen und sich seine eigenen Gedanken machen und sich nicht einfach auf die Meinung anderer verlassen. Ich habe, wie auch die NPD, nichts gegen Ausländer, die hier arbeiten und sich integrieren lassen, unsere Gesetze achten und unsere Kultur nicht zerstören. Wir haben nur etwas gegen Asylbetrüger, die vorsätzlich auf Kosten der Steuerzahler von Sozialhilfe leben. Die Krankenkassen wollen immer höhere Beiträge, aber wie kommt es, dass von einem Krankenkassenbeitrag eines hier arbeitenden Türken nicht nur die Familie, sondern der ganze Clan, bis zu 100 Personen, ärztlich behandelt werden können, auch die Verwandten, die noch in der Türkei leben und zur Behandlung nach Deutschland kommen!? Auch Abtreibungen dürften nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Das alles belastet die Kassen und treibt die Beiträge in die Höhe. Strenger als die anderen Parteien wird die NPD auch gegen Kinderschänder und gegen Vergewaltiger vorgehen. Statt Kinderhorte will die NPD für das 1. Kind 1000€ Müttergehalt zahlen und für jedes weiter Kind 500€. So können Kinder in der Familie erzogen werden und die Kinderquote wird dadurch wieder erhöht. Dieses Angebot gilt natürlich nur für deutsche Familien! Sonst würden wir noch schneller von den Türken „überzeugt“ werden, wie diese uns das schon vor Jahren in Köln angedroht haben um Deutschland zu islamisieren. Warum hat Deutschland so schlecht bei PISA abgeschlossen? In den meisten Schulklassen sitzen immer mehr Ausländerkinder mit wenig Deutschkenntnissen. Wie will ein Lehrer da seinen Unterrichtsstoff vermitteln? Aus Rücksicht auf die ausländischen Kinder geht der Unterricht nur schleppend voran und für deutsche Kinder wird der Unterricht dadurch langweilig und das Lernen wird uninteressant. Hier kann ich nur sagen: „DEUTSCHLAND WACHE ENDLICH AUF!“ Ich bin kein NPD-Mitglied, bin aber seit zwei Jahren bei vielen Veranstaltungen dabei gewesen und habe mich persönlich informiert, damit mir die Medien keine “ENTE“ ins Nest legen können! Möge der liebe Gott der NPD zu einem Sieg verhelfen und möge die NPD dafür unsere christliche Kultur bewahren helfen und dieses SODOMA und GOMORRHA beenden!

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  • Kommentar: 61
  • 15.08.2009 19:35
von

Demokratie=>alle Gewalt geht vom Volk aus

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