Ärzte-Honorare Erst jammern, dann kassieren

Einbußen bis zu 40 Prozent, bedrohte Existenzen: in schwärzesten Farben malten die Ärzte die Auswirkungen der Honorar-Reform. Tatsächlich aber scheint das Gegenteil der Fall: Zumindest in Bayern verdienen viele Mediziner deutlich mehr.

Nun sind sie doch nicht gestorben: Fachärzte protestieren im März in München gegen die Honorarreform (Foto)
Nun sind sie doch nicht gestorben: Fachärzte protestieren im März in München gegen die Honorarreform. Bild: dpa

Die von den bayerischen Haus- und Fachärzten befürchteten massiven Honorareinbußen sind weitgehend ausgeblieben. Im Gegenteil: Eine Vielzahl der bayerischen Mediziner kann für das erste Quartal 2009 sogar mit einem Honorarzuwachs rechnen.

Das haben die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern und das bayerische Gesundheitsministerium am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung in München mitgeteilt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bringt die Honorar-Reform Bayerns Ärzten zum Teil bis zu 18 Prozent mehr.

Gegen die seit Jahresanfang gültige bundesweite Honorarreform waren viele Ärzte Bayerns in den vergangenen Monaten unter Hinweis auf angeblich drohende massive Einkommenseinbußen Sturm gelaufen. Sie protestierten mit Demonstrationen und zeitweisen Praxisschließungen und bekamen dabei auch Unterstützung von Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU).

Insbesondere die Diabetesärzte profitieren dem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge von der Honorar-Reform. Gewinner seien aber auch die Neurologen: Sie verdienten im ersten Quartal nach KVB-Berechnungen etwa 13 Prozent mehr, ebenso wie die Chirurgen (plus zehn Prozent) und die Nervenärzte (plus elf Prozent). Die Ärzte hatten bei ihren Protesten dagegen von drohenden Einbrüchen bis zu 40 Prozent gesprochen. Verlierer der Reform sind dem Bericht zufolge vor allem die Kardiologen, die bis zu zehn Prozent Einbußen melden, sowie die Neurochirurgen (minus sechs Prozent) und die Anästhesisten (minus sieben Prozent).

Die Vertreter von Ärzten, Kassen und Ministerium in Bayern haben aber eine Regelung ausgearbeitet, die alle Praxen mit mehr als fünf Prozent Verlust unterstützen soll. Dafür schießen die Kassen und die Kassenärztliche Vereinigung nach Informationen der Süddeutschen Zeitung noch einmal mehr als 16 Millionen Euro für die Honorare zu: vier Millionen die Kassen, den Rest die Kassenärztliche Vereinigung.

Der KVB-Vorstandsvorsitzende Axel Munte kritisierte erneut, die bundesweite «zentralistische Honorarreform» werde den besonderen regionalen Versorgungsstrukturen in Bayern nicht gerecht.

che/news.de/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 2
  • 23.07.2009 13:07
Antwort auf Kommentar 1

Die Ärzte haben ein Honorarreform,ich frage mich ,was die Jammerei soll ? Gewinner der Honorarreform sind in Bayern doch Neurologen , Chriugenu.s.w. Ich glaube je mehr ich jammere um so mehr kann ich eventuell bekomen .Die sollen wirklich auf den Teppich der Tatsache bleibem. Ist ein Arzt gut,dann hat er keine Sorgen . Na da geht doch der Mensch dann gerne hin und er hat Verdienst der Arzt.

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  • Kommentar 1
  • 21.07.2009 21:57

Es ist zum Heulen die Ärzte bekommen zu wenig die Kassen bekommen zu wenig die Banker und Vorstände bekommen zu wenig und jammern deshalb über die willigen Medien jedem die Hucke voll es ist nicht mehr zum anhören wie die Gierigen einschließlich unsere Politiker die Manipulationsschiene fahren, die einzigen die in unseren Landen jammern müßten sind allein die Rentner und Werktätigen ohne Beamte und Pensionäre.

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