Umweltschützer erklettern Atomkraftwerk
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Greenpeace-Aktivisten haben am frühen Morgen eine Protestaktion vor dem Kernkraftwerk Unterweser begonnen. Einige Umweltschützer kletterten auf die Kuppel des Atomkraftwerks. Die Proteste könnten bis in die kommende Nacht dauern.
Wie Greenpeace-Sprecherin Karoline Krenzien sagte, sind am Vormittag noch 22 Aktivisten auf der Kuppel des Reaktors. «Sie haben ein Banner entrollt mit der Aufschrift ‹Atomkraft schadet Deutschland›, einen Totenkopf aufgemalt und eine Fahne gehisst.» Wie lange der Protest der Atomkraftgegner andauern soll, sei unklar. Das könne sich durchaus auch in die nächste Nacht hineinziehen.
Greenpeace fordert die sofortige Stilllegung des 1978 ans Netz gegangenen Reaktors, der vom Energieversorger Eon betrieben wird. Unterweser sei ebensowenig wie sechs weitere Reaktoren - Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1 und Neckarwestheim 1 - ausreichend gegen einen Flugzeugabsturz oder einen terroristischen Anschlag aus der Luft geschützt.
«Trotz des tödlichen Risikos, das von den älteren Atomkraftwerken wie Unterweser ausgeht, plant die CDU eine Laufzeitverlängerung für diese Meiler», sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Die Gefährdung der Menschen würde von den Politikern zugunsten des Profits verheimlicht und verharmlost.
Laut Polizei nahmen 50 Personen an der Aktion teil, davon etwa 20 auf der 60 Meter hohen Kuppel und 30 am Boden. Die Gruppe am Boden ließ sich ohne Widerstand vom Grundstück führen, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Atomkraftgegner in 60 Meter Höhe dagegen werden nicht geräumt, weil das zu gefährlich sei, sagte eine Polizeisprecherin.
Weiterführende Links:
Strommix in Deutschland: Erneuerbare Energien sind weiter auf dem Vormarsch
Kernkraftwerk-Katastrophe: «Deutschland ist nicht Tschernobyl»
Atomkraft in Deutschland: «Ein unverantwortliches Spiel mit dem Leben»