Stasi-Spur entfacht Geschichtsdebatte
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Mehr als 40 Jahre nach dem Todesschuss auf Benno Ohnesorg haben Stasi-Enthüllungen über den Schützen eine Geschichtsdebatte ausgelöst. Dabei gerät die Birthler-Behörde in die Kritik und es wird die Forderung nach einer Prüfung des Falls Rudi Dutschke laut.
Der Hamburger Politologe Wolfgang Kraushaar sagte, die neuen Erkenntnisse über den Täter Karl-Heinz Kurras würden ausreichen, «die Geschichte des 2. Juni 1967 neu zu schreiben». Der Historiker Manfred Wilke hielt der Birthler-Behörde vor, den verdeckten Einfluss der SED auf die bundesdeutsche Politik nicht systematisch genug zu erforschen.
Eine komplette Überprüfung des Falles Benno Ohnesorg forderte der Politikwissenschaftler Langguth, der sich jedoch wenig überrascht zeigte: «Es war bekannt, dass die Berliner Sicherheitsbehörden, auch der Berliner Verfassungsschutz, durch die Staatssicherheit unterwandert waren.»
Nach Ansicht Langguths sollte die Birthler-Behörde nun auch untersuchen, ob die Schüsse auf den Studentenführer Rudi Dutschke 1968 einen möglichen Stasi-Hintergrund hatten. Der 1961 aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelte Dutschke hatte ein Attentat schwer verletzt überlebt, starb aber 1979 an den Spätfolgen.
Die neuen Informationen im Fall Ohnesorg waren am Donnerstag bekannt geworden. Nach Erkenntnissen von Forschern der Birthler-Behörde war der West-Berliner Polizist Kurras, der Ohnesorg am 2. Juni 1967 erschoss, ein Stasi-Agent. Bereits 1955 hatte er sich demnach gegenüber dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR verpflichtet, die West-Berliner Polizei auszuspähen. Zudem war er Mitglied der DDR- Staatspartei SED, wie ein archivierter Parteiausweis aus seiner Stasiakte zu belegen scheint.
Die Berliner Polizeibehörde teilte mit, sie habe weder vor 1967 noch danach Hinweise auf eine Agententätigkeit des heute 81-Jährigen gehabt. Andere offizielle Stellen wollten sich nicht zu den neuen Erkenntnissen äußern. Kurras war in zwei Verfahren 1967 und 1970 mangels Beweisen vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Der 81-Jährige lebt heute in Berlin-Spandau. Gegenüber bild.de sagte Kurras auf die Frage nach seiner Stasi-Verwicklung: «Gar nichts. Ich soll das schon seit 1955 sein. Gab es da überhaupt schon die Stasi?»
Ob es zu einem neuen Prozess gegen Kurras kommen wird, ist fraglich. Der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni und stellvertretende Bundesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), Carl-Wolfgang Holzapfel, hat nach eigenen Angaben in einem Polizeirevier in Berlin-Charlottenburg Strafanzeige gegen den 81-Jährigen erstattet. Diese wird in den nächsten Wochen von der Staatsanwaltschaft geprüft.
Offen sei, ob daraus ein Wiederaufnahme-Verfahren gegen Kurras folgt, sagte Richter Robert Bäumel vom Berliner Landgericht. Ein erneutes Verfahren könnte laut Bäumel nur eingeleitet werden, wenn neue Beweismittel da sind. Zudem müsse geprüft werden, ob die Tat nicht verjährt ist.
tno/news.de/dpa
20Jahre nach dem Mauerfall wird immer wieder systematisch mit Sensationen über Verstrickungen der Staatssicherheit aufgewartet,aber nicht darüber was die westlichen Geheimdienste verschuldet haben,bis heute zB.nicht aufgeklärt der Mord an Ministerpräsident Barschel um nur eines zu nennen-jawohl es ist richtig wenn Geschichte sachlich u.ehrlich aber ohne Sensation aufgearbeitet wird,aber man muss andererseits in die Zukunft blicken wir haben heute zu viele andere Probleme die uns bewegen
jetzt antwortenKommentar meldenDieser Aktenfund war doch eigentlich zu erwarten. Nachdem zum 60. Jahrestag die Verteufelung der DDR auf vollen Touren zu laufen scheint, kann nun nach der Tilgung eines weiteren Makels (Stasi hat nachweislich, wissentlich und willentlich Benno Ohnesorg und womöglich, wahrscheinlich, aber doch sicherlich auch Rudi Dutschke auf dem Kerbholz) endlich auch ungetrübt mit dem Vergotten der Bundesrepublik fortgefahren werden (Vergotten - Wortwahl weiland nach Sebatian Haffner/Gerhard Zwerenz, jüngst wieder unter http://www.poetenladen.de/zwerenz-gerhard-sachsen79-hacks-haffner.htm).
jetzt antwortenKommentar meldensieht man doch wieder einmal,wenn es um die arbeiterklasse geht oder nicht.damals kurras als hüter der westdemokratie freigesprochen. (2x)Nun aber stasispitzel !und gleich geht das kesseltreiben wieder los! wie im kalten krieg.der imperialismus ist noch zu stark als das er eine echte demokatie zu lässt.
jetzt antwortenKommentar melden"Der Historiker Manfred Wilke hielt der Birthler-Behörde vor, den verdeckten Einfluss der SED auf die bundesdeutsche Politik nicht systematisch genug zu erforschen." Herr Wilke ist vielleicht "blauäugig". Die Politprominenz der alten BRD hat mit den "Roten Socken" der DDR gekungelt. Am schlimmsten war die SPD, aber es ging hin bis zur CDU/CSU. Warum sollten diese Parteien nicht alles versuchen, die Wahrheitsfindung zu erschweren. Die meisten Menschen in der Neu-BRD werden verblödet - ich nicht! Ich habe es nicht vergessen, was damals geschah.
jetzt antwortenKommentar meldenAlso, ich finde die Quatscherei blö...! Was ist den mit den Staatssicherheiten der USA und auch bei uns? Bitte nicht vergessen, dass die jetzigen Parteien die Gelder der DDR-Blockparteien CDU, DBD, NDPD, LDPD und auch der SED übernommen haben. Also, eine finanzierte Staatssicherheit braucht jedes Land und die jetzige nutzlose Diskusion soll wohl davon ablenken, dass im Kapitalismus das Geld wichter ist als das soziale Leben im Sozialismus. Außerdem wurde die jetzige Entwicklung von Marx vor vielen Jahren aufgeschrieben. Was tun den die Imperialisten, wenn der Staat durch Fusionen und Ausbeutung dess Volkes nicht mehr unterstützen kann. Bildet dann der Krieg eine Basis der Produktion und des Produktabbaus? Wie von Marx wissenschaftlich erklärt! Diese Entwicklung ist wichtig, nicht die blindmachende Vergangenheit!
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