08.11.2019, 13.20 Uhr

Grubenunglück im Bergwerk Teutschenthal: 36 Bergleute gerettet! Wie kam es zur Explosion?

Großalarm im Bergwerk Teutschenthal in Sachsen-Anhalt: In der Grube hat es offenbar eine Explosion gegeben, bei der mehrere Menschen verletzt wurden. Mittlerweile konnten alle eingeschlossenen Menschen gerettet werden. Nun beginnt die Ursachensuche.

In dem Bergwerk Teutschental hat es einen Explosion gegeben. Bild: dpa

Im Bergwerk Teutschenthal hat es am Freitagmorgen offenbar eine Explosion gegeben. Die "Mitteldeutsche Zeitung" hatte zuerst über den Vorfall in Sachsen-Anhalt berichtet. Ein Polizeisprecher bestätigte dem Portal, dass um 9.03 Uhr eine Notruf eingelaufen sei.

Explosion in Bergwerk Teutschenthal: Ursachensuche nach Grubenunglück beginnt

Nach der Verpuffung beginnt die Suche nach der Ursache für das Unglück. Grund für die Verpuffung war nach ersten Erkenntnissen des Landesbergamtes ein explosives Gasgemisch gewesen, das sich in der Grube westlich von Halle gebildet hatte.

In dem ehemaligen Salzbergwerk lagert die Firma GTS Abfälle im Versatzverfahren ein. Das Material, für die Verfüllung von Hohlräumen, stammt zum Teil aus Müllverbrennungsanlagen. "In dem Filterstaub ist auch Wasserstoff enthalten", sagte Erik Fillinger, technischer Geschäftsführer der Grube am Freitag vor Journalisten. Das Landesbergamt hatte in einer ersten Stellungnahme die Vermutung geäußert, dass Wasserstoff bei der Verpuffung in der Grube in Sachsen-Anhalt eine Rolle gespielt haben könnte.

36 Menschen eingeschlossen - zwei Verletzte bei Grubenunglück in Teutschenthal

Bei dem Unglück seien ein 24 Jahre alter Mann leicht und ein 44-Jähriger schwer verletzt worden. Beide hätten einen Schock erlitten und seien ins Krankenhaus gebracht worden. Beide Bergmänner, ein Deutscher und ein Pole, hätten selbstständig laufen können und seien ansprechbar gewesen. Die polizeilichen Ermittlungen würden wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Körperverletzung geführt. Nach Angaben des Unternehmens hatten nach der Verpuffung 36 Männer zunächst unter Tage ausharren müssen.

Die Eingeschlossenen hätten sich selbstständig in die dafür vorgesehenen Sicherheitsräume begeben, schilderte Erik Fillinger, technischer Geschäftsführer der Grube am Freitag vor Journalisten. Diese hätten sie später in Begleitung der Grubenwehr selbstständig verlassen.

Polizei nimmt Ermittlungen nach Grubenunglück in Teutschenthal auf

Nun würden Experten des Landesbergamts am Freitag unter Tage fahren und mit Untersuchungen beginnen, sagte der Abteilungsleiter Bergbau, Uwe Schaar, in Halle/Saale. Die üblichen Arbeiten in der Grube würden so lange ruhen, bis die Ursache geklärt sei. Wie lange das dauern werde, könne er noch nicht sagen, so Schaar. Außerdem hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Das teilte ein Polizeisprecher am Freitag am Ort des Geschehens mit.

In der Grube arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 100 Menschen. In den vergangenen 15 Jahren wurde das im Jahr 1982 stillgelegte Bergwerk umgebaut. Dort werden heute auf 14 Quadratkilometern Grundfläche mineralische Abfälle deponiert. Zuvor war das Bergwerk rund 80 Jahre zur Kalisalzgewinnung betrieben worden. Es ist nicht der erste Zwischenfall in dem Bergwerk: Infolge eines Gebirgsschlags brachen im Jahr 1996 Teile der Grube unter Tage zusammen.

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sba/news.de/dpa

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