09.10.2019, 14.08 Uhr

Flugzeug-Absturz bei Trier: US-Kampfjet abgestürzt - Räumung wird Tage bis Wochen dauern

In Trier ist am Dienstag ein Militärflugzeug abgestürzt. Es handelte sich um ein US-Kampfjet auf einem Übungsflug. Der Pilot konnte sich mit Hilfe des Schleudersitzes retten. Anwohner sollen die Absturzstelle meiden.

Ein F16-Kampfflugzeug ist am Dienstag nahe Trier abgestürzt. Bild: dpa

Ein US-Kampfjet ist bei einem Übungsflug über dem Westen von Rheinland-Pfalz abgestürzt. Das Flugzeug schlug eine Schneise in den Wald, bevor es rund einen Kilometer später am Boden zum Stillstand kam. Der Jet war vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel zu dem Routine-Übungsflug gestartet. "Wir sind froh, dass es dem Piloten gut geht", sagte Chief Master Sergeant Christopher Ostrom am Abend in Rodt (Kreis Trier-Saarburg) unweit der Aufschlagsstelle des Jets.

US-Kampfjet in der Nähe von Trier abgestürzt

Wie die Polizei inzwischen mitteilte, hatte es gegen 15.15 Uhr mehrere Notrufe gegeben, in denen der Absturz des Flugzeugsim Bereich Zemmer-Rodt (Fidei) gemeldet wurde. Bei dem abgestürzten Flieger handelt es sich um einen F16-Kampfjet. Der Pilot konnte sich nach Angaben der Polizei mit Hilfe des Schleudersitzes retten.

Pilot überlebt dank Schleudersitz

Er habe kleinere Verletzungen und sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Maschine des Typs F-16 sei von dem Stützpunkt gestartet und während eines Routineflugs abgestürzt. Die Sprecherin kündigte eine Untersuchung des Absturzes an.

Untersuchung des Absturzes angekündigt

Das Wrack werde nun mitsamt der Einzelteile geborgen. "Es wird eine umfassende Untersuchung geben", kündigte Ostrom an. Klar sei aber bereits: "Das Gebiet ist sicher." Es gehe keine Gefahr von dem zerschellten Flugzeug aus. Rund um die Absturzstelle hat das Militär das Kommando übernommen. Zahlreiche Straßen wurden abgesperrt, deutsche Feldjäger unterstützten die Amerikaner dabei, eine militärische Sicherheitszone abzusperren.

Der Ortsbürgermeister von Zemmer, Edgar Schmitt, zeigte sich erleichtert, dass der Crash außerhalb seiner Ortschaft passierte: "Ich bin sehr froh, dass das Flugzeug nicht in den Ort gekommen ist", sagte er am Abend. Die Stelle in dem Wald, wo der Jet liege, sei schwer zugänglich. Zemmer liegt etwa auf halber Strecke zwischen Spangdahlem und Trier.

Räumungsarbeiten des amerikanischen Militär haben begonnen und könnten Wochen andauern

Nach dem Absturz eines US-Kampfjets in der Süd-Eifel hat das amerikanische Militär mit der Bergung von Wrackteilen begonnen. "Die Arbeiten können mehrere Tage bis mehrere Wochen dauern", sagte ein Sprecher des US-Luftwaffenstützpunkts Spangdahlem.

Die Bundeswehr hat das Gelände inzwischen großräumig abgeriegelt. Die rund drei Quadratkilometer große Zone sei zu einem "militärischen Sicherheitsbereich" erklärt worden, sagte der Sprecher der Bundeswehr in Rheinland-Pfalz, Oberstleutnant Günter Bohn, bei Zemmer (Kreis Trier-Saarburg). Dies geschehe, damit die US-Amerikaner ihre Untersuchungen machten könnten, aber auch zum Schutz der Bevölkerung: "Man weiß ja nicht, ob scharfe Wrackteile vorhanden sind, die möglicherweise noch von den Bäumen herunterfallen könnten."

Zudem werde derzeit untersucht, ob durch ausgetretenes Kerosin oder eventuell auch Hydrazin das Grundwasser verunreinigt worden sei. Nach Kenntnis von Bohn sind die Wrackteile über 300 bis 800 Meter verstreut.

Anwohner sollen Absturzstelle meiden

Der Leiter der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Trier-Land, Jürgen Cordie, berichtete, das Flugzeug habe Baumwipfel regelrecht "abrasiert". Die deutschen Feuerwehren seien zunächst vor Ort gewesen, bevor die US-Amerikaner quasi "übernommen haben".

Auf Twitter bittet die Polizei darum, den Bereich Zemmer-Rodt weiträumig zu umfahren, "um die Einsatzkräfte und die Rettungsmaßnahmen nicht zu behindern". Vor Ort seien mehrere Straßen gesperrt. Warum der Kampfjet in das Waldgebiet nahe Trier stürzte, ist aktuell unklar.

Zweiter Unfall einer Militärmaschinen in Deutschland innerhalb weniger Monate

Es ist der zweite Unfall mit Militärmaschinen in Deutschland binnen weniger Monate. Bei einer Luftkampfübung waren im Juni an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern zwei Eurofighter der Bundes-Luftwaffe in größerer Höhe kollidiert und abgestürzt. Ein Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und überlebte den Unfall verletzt, der andere - ein 27-Jähriger - starb.

In Spangdahlem ist das 52. Jagdgeschwader stationiert: Es umfasst eine F16-Kampfjet-Staffel mit mindestens 24 Flugzeugen. Zur US-Base gehören rund 4000 US-Soldaten.

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sba/news.de/dpa

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