14.10.2019, 09.16 Uhr

Messer-Attacke in Paris: Nach der Terror-Attacke! Polizei nimmt fünf Verdächtige fest

Sirenengeheul in der Pariser Innenstadt, Straßen werden abgesperrt, Polizisten stehen unter Schock: Vier ihrer Kollegen wurden laut Medien von einem Kollegen getötet. Jetzt hat die Polizei fünf Verdächtige festgenommen.

Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind fünf Menschen getötet worden. Bild: dpa

Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind laut französischen Medien insgesamt fünf Menschen getötet worden. Vier Polizisten seien ums Leben gekommen, auch der Angreifer sei tot, berichteten die Nachrichtensender BFMTV und Franceinfo am Donnerstag. Mittlerweile untersucht die Anti-Terreor-Einheit den Fall weiter und hat fünf Verdächtige aus dem Umfeld des Täters festgenommen.

Fünf Festnahmen nach Terroranschlag in Paris

Der mutmaßlich radikalisierter Polizeimitarbeiter hatte am 3. Oktober vier seiner Kollegen - drei Männer und eine Frau - in der Pariser Polizeipräfektur brutal mit einem Messer getötet. Es besteht Terrorverdacht. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, dabei wurden mehr als 250 unschuldige Menschen aus dem Leben gerissen.

Anti-Terror-Spezialisten hat Ermittlungen übernommen

Nach der tödlichen Messerattacke am Donnerstag im Pariser Polizeihauptquartier haben Anti-Terror-Spezialisten der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend.

Hausdurchsuchung - Ehefrau des Täters in Gewahrsam genommen

Der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters wurde durchsucht, sagte Chefermittler Heitz. Wie Justizkreise ergänzten, wurde die Frau des Verdächtigen in Polizeigewahrsam genommen.

Augenzeuge berichtet vom Tathergang

Der Augenzeuge Émery Siamandi erzählte BFMTV, er habe Schüsse gehört. "Ich habe gedacht, dass sich ein Polizist umgebracht hat." Dann habe er bemerkt, dass auf den Angreifer geschossen wurde - der Polizist, der sich mit der Dienstwaffe gewehrt habe, habe geweint.

Emmanuel Macron besuchte den Tatort

Er habe zwei Stunden mit Polizei-Mitarbeitern gesprochen, sie stünden unter Schock, sagte Macron am Abend bei einer Bürgerdebatte zur geplanten Rentenreform im südfranzösischen Rodez. Nach einer Aufforderung Macrons hielten die Teilnehmer der Veranstaltung eine Schweigeminute ein. Der 41-Jährige war in Paris von Castaner und dem französischen Innenstaatssekretär Laurent Nuñez begleitet worden.

Angreifer war Angestellter im Polizeihauptquartier

Laut Medien war der Angreifer ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizeipräfektur, die im Herzen der Hauptstadt liegt. BFMTV berichtete, wahrscheinlicher Hintergrund der Tat sei ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde.

Das Motiv des Angreifers blieb zunächst unklar. Medien berichteten, wahrscheinlicher Hintergrund der Tat sei ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde. Ein terroristischer Hintergrund könne aber nicht ausgeschlossen werden. Der Angriff im Polizeihauptquartier sei in dieser Form beispiellos.

Der Bereich in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame wurde weiträumig abgesperrt. Laut BFMTV kam Innenminister Christophe Castaner zum Tatort.

Mann attackiert Polizisten auf Polizeipräfektur - 5 Tote!

Die Tat ereignete sich gegen 13.00 Uhr in der Polizeipräfektur. Der mutmaßliche Täter habe ein Keramikmesser benutzt, berichtete BFMTV. Er sei nach dem Angriff erschossen worden. Die Polizei nahm zunächst keine Stellung zu den Berichten.

Erst am Mittwoch hatten Tausende Polizisten in Paris für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem "Marsch der Wut" im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren, der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police, waren in Paris rund 27.000 Polizisten auf die Straßen gegangen. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete, gab es in der Polizei seit Jahresbeginn rund 50 Suizide.

Pariser Bürgermeisterin Hidalgo bestätigt: Mehrere Polizisten getötet

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat bestätigt, dass bei dem Angriff in der Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt "mehrere Polizisten" ums Leben gekommen sind. Die Sozialistin teilte am Donnerstag via Twitter mit, es handele sich um eine "fürchterliche Attacke". Die Polizei selbst äußerte sich zunächst nicht.

Bei der Messerattacke wurden laut Medien fünf Menschen getötet. Unter ihnen waren demnach vier Polizisten und der Angreifer, der ein Verwaltungsmitarbeiter der Polizeibehörde gewesen war.

Ehefrau des Tatverdächtigen in Paris aus Polizeigewahrsam entlassen

Nach drei Tagen in Gewahrsam ist im Fall der Messerattacke in der Polizeipräfektur von Paris die Ehefrau des Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Die 38-Jährige sei am Sonntagabend aus dem Gewahrsam entlassen worden, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben zu den Gründen wurden nicht bekannt gegeben. Gegen die Frau würden zunächst keine weiteren rechtlichen Schritte eingeleitet, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

Die 38-Jährige war am Donnerstag kurz nach der Messerattacke festgenommen worden. Der 45 Jahre alte Polizeimitarbeiter hatte im Polizeihauptquartier in der französischen Hauptstadt vier Kollegen mit einem Messer getötet. Ersten Ermittlungen zufolge hatte seine Tat einen terroristischen Hintergrund. Nach Angaben der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft schrieben der mutmaßliche Täter und seine Ehefrau in den Stunden vor der Attacke Dutzende Textnachrichten mit ausschließlich religiösem Inhalt. Die Zeit der Frau in Gewahrsam wurde mehrfach verlängert. Normalerweise sind für den anfänglichen Polizeigewahrsam in Frankreich 24 Stunden vorgesehen.

Ermittlungen nach der Messerattacke gehen weiter

Die Anti-Terror-Spezialisten analysieren weiter die Bluttat von Paris. "Die Ermittlungen werden nun fortgesetzt, um die Gründe für diese Tat und die Persönlichkeit des Täters genauer zu bestimmen", kündigte der Chefermittler an.

Innenminister Christophe Castaner in der Kritik

Nun wächst vor allem der Druck auf Innenminister Christophe Castaner. Es habe offensichtlich Schwachstellen bei der Erkennung der Radikalisierung des Tatverdächtigen gegeben, räumte Castaner am Sonntag in einem Interview mit dem Fernsehsender TF1 ein.

Forderungen nach seinem Rücktritt wies der Minister jedoch zurück. Castaner betonte, dass es in der Akte des 45 Jahre alten Polizeimitarbeiters keine Hinweise auf Verhaltensauffälligkeiten gegeben habe. Oppositionspolitiker hatten dem Innenminister zuvor vorgeworfen, kurz nach der Tat am Donnerstagnachmittag nicht die Wahrheit über eine bekannte mögliche Radikalisierung des Tatverdächtigen gesagt zu haben.

Castaner habe gelogen, sagte die republikanische EU-Politikerin Nadine Morano in einer Gesprächsrunde im Sender BFMTV am Sonntag. Auch Politiker der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National um Marine Le Pen forderten den Rücktritt Castaners. Dieser muss Berichten zufolge nun in der kommenden Woche vor einer Delegation des Parlaments Rede und Antwort stehen.

Christophe Castaner erhält Rückendeckung von Premierminister Édouard Philippe

Rückdeckung erhielt Castaner von Premierminister Édouard Philippe. Er vertraue Castaner, so Philippe. Im vergangenen Jahr habe es rund 300 000 Sicherheitsüberprüfungen innerhalb des Polizeiapparats gegeben, sagte der Premier in einem Interview der Zeitung «Le Journal du Dimanche» - jedoch nur in 20 Fällen habe es einen Anlass gegeben, um Polizisten von ihrer Position zu entbinden. Nähere Angaben zu den Gründen dafür machte Philippe nicht.

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rut/news.de/dpa

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