02.10.2019, 09.45 Uhr

Leukämie-Horror: Greta (1) stirbt wegen Fehldiagnose der Ärzte

Weil die Ärzte ihre Symptome der Leukämie nicht richtig beurteilten, starb Greta im Alter von gerade einmal 23 Monaten. Jetzt ein Jahr später erhebt die Familie schwere Vorwürfe gegen die Mediziner. Lesen Sie HIER alles dazu.

Greta starb an einer unerkannten Leukämie trotz ärztlicher Behandlung. (Symbolbild) Bild: adobestock/peterschreiber.media

Vor einem Jahr erkrankte in Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt die kleine Greta schwer. Das damals nicht einmal ein Jahr alte Kleinkind schien den Eltern ernsthaft krank zu sein und so brachten sie sie zu einem Kinderarzt. Dieser diagnostizierte einen Magen-Darm-Infekt. Nur eine Woche später auch eine Infektion der Atemwege. Kurz darauf starb das kleine Mädchen.

Gretas Krankheit blieb unentdeckt

Während die Krankheit weiter unbehandelt blieb, mussten Papa Christian und Mama Ina mit ansehen, wie ihre jüngste Tochter immer schwächer wurde. "Greta war auf einmal sehr schnell erschöpft, sehr blass. Sie tobte nicht mehr, erbrach sich, hatte häufiger erhöhte Temperatur", berichtet die Mutter gegenüber der "Bild".

Doch trotz der Behandlung der Infektionen verschlechterte sich der Gesamtzustand von Greta stetig. Nur wenige Tage vor dem Tod der Kleinen bemerkte ihre Mutter eine schreckliche Veränderung. "Greta sah plötzlich vollkommen anders aus, die linke Gesichtshälfte war wie gelähmt, die Iris und Bindehaut farblich verändert."

Trotz schwerer Leukämie bei Greta wiegeln die Kinderärzte ab

Die schockierte Mutter befürchtete, ihre Tochter habe einen Schlaganfall. Wieder bei der Kinderärztin versicherte diese, dass es keinen Grund gäbe, sich Sorgen zu machen. Ina erinnert sich: "Für alle Symptome hatte die Ärztin eine Erklärung, obwohl sie meine Tochter nicht einmal körperlich untersuchte." Ina wollte der Ärztin vertrauen, doch die Sorge lies sie trotzdem eine zweite Meinung einholen.

Nachdem sie in drei weiteren Arztpraxen abgewimmelt wurde, war der Hausarzt die nächste Adresse für die besorgten Eltern. Aber auch dieser erkannte den Ernst von Gretas Lage nicht und verschrieb Augentropfen, Hustensaft und Paracetamol. Noch immer nicht beruhigt und voller Sorge wendeten sich die verzweifelten Eltern direkt an die Kinderstation in der Uniklinik in Magdeburg.

Assistenzarzt stellt Horror-Diagnose für Greta

Auf der Kinderstation bekam ein junger Assistenzarzt den Fall zu sehen und untersuchte die Kleine umfangreich. Teil der Untersuchung war die Überprüfung des Blutes - das sogenannte Blutbild. Die Diagnose war für die Eltern vernichtend. Akute myeloische Leukämie (AML) war in Greta bereit weit fortgeschritten. Die Ärzte versuchten alles, um das Kind zu retten.

Nur 36 Stunden nachdem sie ins Krankenhaus gekommen war, siegte der Blutkrebs und Greta starb am 19. November 2018. Die aggressive Krankheit war zulange unerkannt und unbehandelt geblieben, sodass die Ärzte nichts mehr für das Kind tun konnten. Für die Familie ist es unbegreiflich. Vater Christian ist sich sicher: "Greta könnte noch leben, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt worden wäre. Schon ein kleines Blutbild hätte gereicht."

Eltern von Greta appellieren an Ärzte

Nun ein Jahr später möchten die Eltern, die immer noch nicht fassen können, was ihrer Tochter widerfahren ist, sich an Eltern und Ärzte wenden. Sie mahnen: "Seid wachsam! Besteht darauf, dass Ärzte gründlich untersuchen!" Für die Ärzte haben sie folgende Botschaft: "Seid sorgfältig! Schaut genau hin!" Mit diesen Worten möchte die Familie verhindern, das anderen Familien Ähnliches passiert.

Die Geschehnisse haben die Familie erschüttert und auch ein Jahr nach der Tragödie ist nichts so wie es war. Greta hinterlässt neben ihre Eltern auch zwei ältere Geschwister. Lotta (11) und Eric (12) sind vom Tod ihrer keinen Schwester ebenso getroffen wie Ina und Eric. Die ganze Familie hofft, dass sich eine solche Tragödie nicht noch einmal wiederholt.

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luj/kum/news.de

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