30.09.2019, 14.43 Uhr

Antibiotika-Alarm: Droht uns eine tödliche Epidemie durch Horror-Keime?

Antibiotikaresistente Bakterien sind heute schon ein großes gesundheitliches Risiko. Laut Forschern wird sich die Lage in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen. Droht der Menschheit jetzt eine tödliche Epidemie?

Antibiotikaresistente Keime werden in Zukunft bis zu 10n Millionen Menschen töten. Bild: picture alliance / Friso Gentsch/dpa

Antibiotika werden eingesetzt, um bakterielle Infektionen zu behandeln. Doch in den letzten Jahren haben sie ihre Wirkung verloren. In den News war immer häufiger die Rede von Antibiotikaresistenzen und die haben in Zukunft schwerwiegende Auswirkungen.

Antibiotikaresistente Bakterien: "Tickende Zeitbombe" für die Gesundheit

Forscher schlagen jetzt Alarm und sprechen davon, dass 10 Millionen Menschen bis 2050 durch antibiotikaresistente Keime Sterben werden. Public Health England (PHE) sagte in einem Statement zum 91. Jahrestag von der Entdeckung des Penicillins, dass neue Behandlungen dringend gebraucht würden, um "die tickende Zeitbombe einer ernsten Gesundheits-Epidemie zu verhindern." Zahlen belegen deutlich, dass die Gefahr immer größer wird.

So stieg die Zahl der antibiotikaresistenten Blutinfektionen zwischen 2013 und 2017 um 35 Prozent an. Bislang sind schon 700.000 Menschen an Infektionskrankheiten durch wirkungslose Antibiotika gestorben. In den nächsten Jahren werden laut Prognosen die meisten Menschen zum Beispiel an MRSA, einer Lungenentzündung oder Tuberkulose. Und die Probleme sehen Ärzte schon heute in ihrem beruflichen Alltag.

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Resistente Bakterien sind eine Gefahr für ärztliche Behandlungen

Gerade bei einer Chemotherapie oder einer Operation sind besonders Patienten mit Vorerkrankungen und Ältere in Gefahr sich mit den veränderten Bakterien zu infizieren. Forscher in New Castle entdeckten, dass sich Bakterien rasend schnell an Wirkstoffe anpassen und sich so vor ihrer Zerstörung schützen können.

Pharmafirmen bedrohen Entwicklung neuer Antibiotika-Medikamente

Eine neues Wundermittel zu finden, wird die Forschung noch Jahre beschäftigen. Vielleicht sogar noch länger, denn wie der NDR durch eine investigative Recherche aufgedeckt hat, wollen große Pharmakonzerne wie Johnson&Johnson nicht mehr in die Antibiotikaforschung investieren. Es sei nicht profitabel. Zuletzt sind Novartis und Sanofi 2018 sowie AstraZeneca Ende 2016 aus der Antibiotikaforschung ausgestiegen. Dabei haben sie sich zusammen mit anderen Pharmariesen in der AMR Industry Alliance" zur Antibiotikaforschung verpflichtet. Mittlerweile haben mehr als die Hälfte der Firmen aus dieser Industrie-Allianz" ihre Forschungstätigkeit für neue Mittel aufgegeben.

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bos/news.de

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