25.09.2019, 08.38 Uhr

Notarzt-Einsatz in Böblingen behindert: Rettungswagen dreist umgeparkt - Patientin (85) in Lebensgefahr

Dass zur Notfallversorgung von Patienten der Notarzt ausrücken muss, kommt täglich unzählige Male vor. Doch in Böblingen verlief ein Einsatz nicht wie geplant: Ein Unbekannter hatte den Notfallwagen dreist umgeparkt, während die Patientin in Lebensgefahr schwebte.

Ein unrechtmäßig umgeparkter Rettungswagen sorgte bei einem Notarzteinsatz in Böblingen für Aufruhr (Symbolbild). Bild: Lino Mirgeler / picture alliance / dpa

Tagtäglich sind Notärzte rund um die Uhr im Einsatz, um Patienten in Notlagen zu helfen und eine schnelle medizinische Versorgung zu gewährleisten. So auch in Böblingen in Baden-Württemberg, wo der gesundheitliche Zustand einer 85 Jahre alten Dame die Notfallmediziner auf den Plan rief. Doch der Einsatz, den die Rettungskräfte etliche Male am Tag absolvieren, wurde zu einem echten Krimi, wie unter anderem in der "Bild" zu lesen ist.

Rettungswagen dreist umgeparkt, obwohl Patientin (85) in Lebensgefahr schwebte

Als die Rettungskräfte bei der Seniorin Friedel H. in der Schwabstraße in Böblingen eintrafen, ließen sie ihr Rettungsfahrzeug vor dem Haus stehen - abfahrbereit mit laufendem Motor, Blaulicht und Warnblinkern, um die an einer Lungenentzündung erkrankte und in Lebensgefahr schwebende Seniorin so schnell wie möglich ins Krankenhaus bringen zu können. Doch als die Notfallmediziner wenig später zu ihrem Rettungswagen zurück wollten, staunten sie nicht schlecht: Das Gefährt war verschwunden!

Notarzteinsatz in Böblingen behindert - Busfahrer parkt Rettungswagen um

Als die Helfer die Frau am Donnerstag zum Fahrzeug bringen wollten, mussten sie es erst suchen. Sie fanden den Wagen laut Mitteilung der Polizei in Ludwigsburg 70 Meter entfernt vom ursprünglichen Abstellort und außer Sichtweite der Rettungskräfte. Offenbar hatte ein Unbekannter den Rettungswagen kurzerhand umgeparkt, da dieser die Straße blockiert haben soll. Die "Bild" will inzwischen in Erfahrung gebracht haben, dass ein Busfahrer der Übeltäter gewesen sein soll. Der 47-Jährige sei mit seinem Linienbus nicht an dem abgestellten Rettungswagen vorbeigekommen und habe dein Einsatzwagen kurzerhand umgeparkt, um seinen Fahrplan einzuhalten.

Polizei ermittelt wegen Behinderung hilfeleistender Personen

Die in Lebensgefahr schwebende Patientin sei zwar rechtzeitig im Krankenhaus angekommen und werde medizinisch betreut, doch die Aktion des 47-Jährigen dürfte ein Nachspiel haben. Da der Mann mit dem Umparken des Rettungswagens den Notfalleinsatz verzögerte, ermittelt die Polizei nun wegen Behinderung von hilfeleistenden Personen. Derartige Vergehen können mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden. Um den Sachverhalt aufzuklären, bittet die Polizei Ludwigsburg um Hinweise und Aussagen von Zeugen, die das Geschehen am Donnerstag, dem 19. September 2019, zwischen 15.20 Uhr und 15.35 Uhr beobachtet haben. Die Ermittler sind telefonisch unter der Rufnummer 07031 - 13 2500 erreichbar.

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loc/news.de/dpa

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