25.09.2019, 13.30 Uhr

Fler rastet aus: Rapper bepöbelt Berliner Polizisten - Festnahme!

Rapper inszenieren sich gerne als harte Kerle. Bei einer Verkehrskontrolle bekommen das Polizisten zu spüren, wie auch ein Video zeigt. Im Netz geht die Auseinandersetzung mit einem Berliner Rapper weiter.

Rapper Fler ist bei einer Polizeikontrolle ausgerastet. Bild: dpa

Ein bekanntes Lied des Berliner Rappers Fler heißt "Stress ohne Grund". Darin heißt es: "Ich brauch keine Argumente (...) stresse einfach ohne zu denken". Im zugehörigen Video inszeniert er sich als harten Kämpfer im Visier von Spezialeinheiten der Polizei. In der Wirklichkeit kam es am Sonntag beim Zusammentreffen des Rappers mit Polizisten zu einer Situation, bei der Beobachter an dieses Stück denken könnten. Noch am Dienstag schimpfte Fler (37), der eigentlich Patrick Losensky heißt, bei Twitter über die Polizei - die sich wiederum betont entspannt gab.

Rapper Fler beschimpft Berliner Polizisten vor laufender Kamera

Fler war am Sonntag bei einer Autofahrt kontrolliert worden und beschimpfte die Polizisten aggressiv. Eine Polizeisprecherin sagte später, ein 37-jähriger Mann sei von einer Streife angehalten worden, weil bekannt sei, dass er keinen Führerschein habe. Der Kontrollierte habe die Beamten lautstark beleidigt und sei daher vorübergehend festgenommen worden. Die Polizei habe ihn wegen Fahrens ohne Führerschein und Beleidigung angezeigt.

"Ich mach Dich kaputt, bei Gott": Fler nach Ausraster festgenommen

Auf einem Handy-Video, das mehrere Medien im Internet zeigten, ist zu sehen, wie die Polizisten Fler mit Handschellen fesseln, ihn aber minutenlang weiter herumlaufen und schimpfen lassen: "Willst Du Ärger bekommen? Du Fan-Boy, das ist Deine Arbeit, Leute schikanieren. (...) Weil Du neidisch bist, wärst gerne Rapper geworden, wa? (...) Du neidischer Schwanz. Du Stalker, Du. Ich werd Dir so Probleme machen. Du kleiner Lappen. (...) Du wirst noch sehen, was ich mit Dir mache. Ich mach Dich kaputt, bei Gott." Zu einer Polizistin, die der daneben stehenden Frau das Filmen verbietet, sagt Fler: "Fass sie nicht an, ich trete Deinen Kopf weg."

Nutzte Fler den Ausraster für PR-Zwecke?

Die Polizei twitterte am Dienstag: "Viel Hype um eine rechtmäßige Polizeikontrolle auf dem Teltower Damm, oder?" Und stellte fest, dass ein Rapper, der sich über eine Polizeikontrolle beschwere, nichts anderes als Normalität sei. Weiter hieß es über Flers Verhalten:"Und damit PR macht." Fler hatte am Montag ein neues Album für Dezember angekündigt.

Bei Twitter schrieb Fler am Dienstag: "Wenn die deutsche Polizei unangebrachtere Tweets absetzt wie ein Trump... ganz ganz armes Deutschland. Das geht unabhängig von irgendeiner Story überhaupt nicht". Zuvor hatte Fler einen Brief vom Bürgeramt gepostet, in dem er aufgefordert wurde, seinen neuen Führerschein Ende Juni abzuholen.

DAS sagt Fler nach seinem Ausraster

Auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur reagierte Flers Management nicht. In der "B.Z." und "Bild"-Zeitung (Dienstag) äußerte er sich zu dem Vorfall: "Ich wollte meinen Ausweis nicht zeigen, weil sie ja genau wussten, wer ich bin. Ich habe das als Schikane empfunden." Und fügte hinzu: "Meine Art war vielleicht überzogen, aber nach den Schikanen der letzten Zeit war ich sehr aufgebracht."

So reagiert Twitter auf die Fler-Festnahme

Die Reaktionen im Internet sind unterschiedlich und reichen von "Respekt für die Polizisten, die hier die Ruhe bewahrt haben" bis zu "Warum zur Hölle lassen sich Beamte das gefallen? Angst vorm Anwalt? Bei solch einem aggressiven Verhalten hilft nur robustes Durchgreifen."

Laut "Tagesspiegel" gibt es auch in der Polizei die verbreitete Meinung, die beiden Beamte hätten deutlich entschiedener auftreten können und den Rapper durchaus in den Streifenwagen setzen oder auf dem Boden festhalten können. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, das Video sei von einer Person aus Flers Umfeld bewusst an Medien gegeben worden. Man müsse die Frage stellen, "ob wir einer Person wie Patrick Losensky wirklich eine derart große Bühne ermöglichen müssen".

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sba/news.de/dpa

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