23.09.2019, 09.57 Uhr

Oktoberfest: Die Geschichte dahinter

Das Oktoberfest wird bereits seit über 200 Jahren gefeiert. Was nur wenige Menschen wissen: Das traditionelle Volksfest geht auf eine königliche Hochzeit zurück.

Das Volksfest heute Bild: picture alliance/Matthias Balk/dpa

Das Oktoberfest geht auf eine königliche Hochzeit zurück.
O'zapft is! Seit dem Wochenende strömen wieder Tausende Besucher nach München auf die Wiesn. Was die wenigsten wissen: Das Oktoberfest hat einen königlichen Ursprung. Als Kronprinz Ludwig I. von Bayern (*1786-†1868) am 12. Oktober 1810 Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (*1792-†1854) heiratete, war ganz München in heller Aufregung. Die Trauung war nämlich die erste Fürstenhochzeit seit 1722. Das erst vier Jahre alte Königreich Bayern wollte die Gelegenheit nutzen, um auch über die Landesgrenzen hinaus zu glänzen. Also wurden anlässlich der Vermählung fünf Tage lang zahlreiche private und öffentliche Feiern veranstaltet.
Am 17. Oktober fand auch ein Pferderennen auf der Fläche vor dem Sendlinger Tor statt. Dieses wurde von dem frisch verheirateten Brautpaar mit einem Besuch beehrt. Auf dieses Fest geht das heutige Oktoberfest zurück.

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zurück Weiter Wiesn international: Das Oktoberfest zu Gast in der Welt (Foto) Foto: Shutterstock.com/ littleny/spot on news Kamera

Die Theresienwiese wurde nach Kronprinzessin Therese benannt

Kronprinzessin Therese nutze die Gelegenheit, um sich bei ihren neuen Untertanen einzuschmeicheln. Ihr Kleid war in den bayerischen Nationalfarben gehalten, das sie extra anfertigen ließ. Darüber war man in Bayern so erfreut, dass das Arial ihr zu Ehren "Theresienwiese" getauft wurde. Dort findet bis heute das alljährliche Oktoberfest statt.
Auch heute besuchen die Royals das Volksfest noch immer gern. 2012 kamen sogar Fürstin Charlène und Fürst Albert II von Monaco auf eine Maß Bier vorbei.

 

Das wurde aus dem bayerischen Kronprinzenpaar

Nach dem Tod von König Maximilian I. im Jahr 1825 wurden Ludwig und Therese zum neuen Königspaar von Bayern. Gemeinsam bekamen sie neun Kindern. Glücklich war die Ehe jedoch nicht. Die Königin litt unter der Untreue ihres Mannes. Ganz München tuschelte über seine Affäre mit Lola Montez. Laufend machte König Ludwig I. ihr Geschenke, änderte sogar sein Testament zu ihren Gunsten. Seine Geliebte erhob er außerdem noch in den Adelsstand. Fortan durfte sich die „Spinnentänzerin" Marie Gräfin von Landsfeld nennen.
Lola Montez diente 2017 übrigens Krug-Motiv für die Wiesn.

 

Seine Affäre kostete den König den Thron

Der König ließ sie schalten und walten, wie sie wollte. Seine Mätresse mischte sich sogar in die Politik ein und entließ jeden, der es wagte, ihr zu widersprechen. Selbst vor Gewalt schreckte sie nicht zurück und schlug ihre Widersacher mir einer Reitgerte. Das Volk hasste Lola Montez zutiefst. Als sie Anfang Februar 1848 die Universität besuchte, wurde sie von den Studenten attackiert. Der aufgebrachte König ordnete daraufhin die Schließung der Universität an und befahl allen Studenten, München innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Das Volk war empört. Immer wieder gab es Unruhen und eine wütende Menge drohte sogar damit das Schloss zu stürmen. Am 19. März gab Ludwig I. seinen Thron schließlich zugunsten seines Sohnes Maximilian II auf.
Die ehemalige Königin starb 1854 an den Folgen der Cholera. Ihr Gatte überlebte sie 14 Jahre und starb im Alter von 81 Jahren in Nizza.

ah/add/news.de

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