23.09.2019, 08.12 Uhr

Weltklimagipfel: "Unser Haus brennt!"

Millionen demonstrierten am Freitag weltweit im Rahmen des Klimastreiks für Schutzmaßnahmen - US-Präsident Donald Trump hingegen schickt die Büroleiterin des Außenministeriums, Marcia Bernicat, zur UN-Klimakonferenz nach New York!

Klimawandel zum Klimagipfel Bild: picture alliance/Vanessa Carvalho/ZUMA Wire/dpa

Wenn am Montag die UN-Klimakonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus den meisten Ländern dieser Erde beginnt, ist der Jugendklimagipfel mit rund 700 Teilnehmern bereits beendet. Er wurde erstmals der Hauptveranstaltung vorgeschaltet. Die dabei ausgearbeiteten Vorschläge sollen den Erwachsenen aufzeigen, wie die Klimapolitik für nachfolgende Generationen aussehen könnte. Deutschlands Jung-Delegierte Rebecca Freitag überreichte dabei eine Million Unterschriften aus 80 Ländern von 5 Kontinenten an UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Damit soll mehr Druck auf die Regierungen für einen Wandel in der Klimapolitik ausgeübt werden. Prominenteste Rednerin beim UN-Jugendklimagipfel war die 16-jährige Greta Thunberg.

Klimapaket der Bundesregierung "unzureichend"

Nachdem bereits Experten, wie der Wissenschafter Volker Quaschning, der Bundesverband Windenergie sowie die "Fridays for Future"-Bewegung das Klimapaket der deutschen Bundesregierung scharf kritisiert hat, schloss sich nun der Ministerpräsident Baden Württembergs, Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), an. Er bezeichnet beim Grünen-Landesparteitag in Sindelfingen das Paket als "unzureichend" und fordert verpflichtende Maßnahmen für den Klimaschutz. Schon vor dem Treffen im Kanzleramt äußerte sich sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) in ähnlicher Weise. Kein wirklich gutes Gepäck, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit nach New York brachte. Und dies, obgleich ihr mit einer Rede eine Ehre zuteil wird, die nicht jeder erhält. Viele sehen in Deutschland noch einen Vorreiter für den Klimaschutz.

Pariser Abkommen reicht noch nicht

Die Weltklimakonferenz wird von UN-Generalsekretär Antonio Guterres organisiert. Er fordert eine ehrgeizigere Maßnahmenpolitik als im 2015 beschlossenen Pariser Klimaabkommen. Demgemäß sollte die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur Zeit vor der Industriellen Revolution beschränkt werden. Tatsächlich halten sich weltweit die Bemühungen der Regierungen, dieses Ziel zu erreichen, in Grenzen. Auch das deutsche Klimapaket wird zu wenig sein bzw. kommt zu spät.

Trump verweist auf -60 Grad

US-Präsident Donald Trump beabsichtigt den Ausstieg aus diesem Abkommen, das sein Vorgänger Barack Obama unterzeichnete. Er unterstützt damit die US-amerikanische Öl- und Kohleindustrie. In einem Tweet verweist er auf den „wunderschönen Mittleren Westen" der USA, wo mit -60 Grad Fahrenheit (-51 Grad Celsius) die tiefsten Werte jemals gemessen wurden. Er fordert den Klimawandel auf, schnellstmöglich zurückzukommen. Ihm gegenüber steht mit Greta Thunberg eine jugendliche Schwedin, die vor 1,1 Mio Demonstranten in New York meinte: "Unser Haus brennt!"

US/add/news.de

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