14.09.2019, 19.59 Uhr

Ig-Nobelpreise: Hoden sind asymmetrisch warm!

Wohl jeder kennt die Nobelpreise! Vielen ist auch die Eliteuniversität Harvard bekannt! Doch - was haben beide gemeinsam? Sehr viel - allerdings: An sowas denkt niemand!

Wird man fröhlicher mit einem Stift im Mund? Der IG-Nobelpreis klärt diese Frage. Bild: picture alliance / dpa

Herzliches, lautes Lachen am Campus von Harvard: An diesem Abend halten sich viele der honorigsten Wissenschafter und Professoren der Gegenwart den Bauch. Und - sollte es dennoch mal zu akademisch werden, so erscheint ein kleines Kind auf der Bühne und meint: Stop! Mir wird langweilig! Die Ig-Nobelpreise 2019 sind vergeben worden. Die alternativen Auszeichnungen für die unsinnigsten Forschungen und Studien.

"Ig" steht für „Ignoble" - übersetzt soviel wie: Unwürdig, schändlich. Unsinnige Entdeckungen der Wissenschaft, die die Menschheit so gar nicht braucht. In den Bedingungen für eine Nominierung ist alsdann zu lesen: "Entdeckungen, die die Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen"! Manche bezeichnen diese Preise als "Anti-Nobelpreise". In diesem Jahr befindet sich auch ein Deutscher unter den Würdenträgern.

Stift im Mund: Nein das macht nicht fröhlicher

Fritz Strack ist Sozialpsychologe. Er studierte an den Universitäten von Würzburg und Stanford. Die Promotion absolvierte Strack bei einem der ganz Großen der Sozialpsychologie, Martin Irle. Seine beruflichen Stationen lesen sich wie jene vieler seiner kreativen Kollegen: University of Illinois, Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung in München, Universität Trier, Universität Würzburg. Der Fachbereich des Herrn Doktor liegt in der Erkundung des Einflusses von Emotionen und des subjektiven Erlebens auf Denkprozesse und die Steuerung des menschlichen Verhaltens. Schon 1988 beschäftigte er sich mit der Unsitte, einen Stift in den Mund zu nehmen. Er kam zum Ergebnis, dass dies den Menschen fröhlicher mache. Im vergangenen Jahr wiederholte er die Studie und musste sich selbst widerlegen: Ein Stift im Mund macht nicht fröhlicher!

Kakerlaken - Muss das sein?

Die Auszeichnung in Biologie ging nach China. Ling-Jun Kong und sein Forscherteam entdeckten, dass Kakerlaken stets Magnetfelder suchen. Dabei kam zum Vorschein, dass diese für den Menschen sehr unappetitlichen, jedoch toten Insekten magnetisiert länger an der Kühlschranktür haften, als ihre lebenden Artgenossen. Hier sei erwähnt, dass auch solche Kreaturen einen wichtigen Teil im Bio-Kreislauf übernehmen.

Hoden von Postboten sind unterschiedlich warm

Die Entdeckung mit den meisten Lachern jedoch lieferte das Team aus Frankreich im Bereich Anatomie. Die Wissenschafter untersuchten die Asymmetrien am Hodensack der Postboten ihres Landes. Bekleidete und nackte Briefträger! Es gibt tatsächlich Unterschiede!

Lob vom echten Nobelpreisträger

Diese unglaubliche akademische Auszeichnung wurde heuer bereits zum 29. Mal vergeben. Erfunden hat sie die in Cambridge erscheinende Zeitschrift "Annals of Improbable Research". Prof. Dr. Strack ließ es sich nicht entgehen, den Titel persönlich entgegen zu nehmen. Danach gratulierte ihm, wie jedem anderen der insgesamt zehn Ausgezeichneten, ein tatsächlicher Nobelpreisträger: Jerome Isaac Friedman, der 1990 für seine Arbeit im Bereich der tiefinelastischen Streuung von Elektronen an Protonen und Neutronen mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde.

US/add/news.de

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