13.09.2019, 09.19 Uhr

Isra Ghraib aus Palästina ist tot: Junge Frau (21) bei "Teufelsaustreibung" durch Familie getötet

Eine junge Frau namens Isra Ghraib ist mit nur 21 Jahren gestorben. Die Palästinenserin starb nach einer "Dänomenaustreibung", als ihre Brüder und ihr Schwager der 21-Jährigen tödliche Verletzungen zufügten.

Eine 21-Jährige aus Palästina ist an den Folgen einer "Dämonenaustreibung" durch ihre Familie gestorben (Symbolbild). Bild: Friso Gentsch / picture alliance / dpa

Der gewaltsame Tod einer jungen Palästinenserin hat Empörung in sozialen Medien in der arabischen Welt und Proteste ausgelöst. Die 21-jährige Isra Ghraib sei im vergangenen Monat von ihren zwei Brüdern und einem Schwager bei einer "Dämonenaustreibung" erschlagen worden, teilte der palästinensische Generalstaatsanwalt Akram Chatib am Donnerstag nach Abschluss einer Untersuchung mit.

Junge Frau aus Palästina bei "Dämonenaustreibung" gestorben

In sozialen Medien hatte es geheißen, die junge Frau sei von ihrer Familie vermeintlich im Namen der Ehre ermordet worden. Chatib sagte jedoch, der Fall werde nicht als sogenannter "Ehrenmord" eingestuft. Die Männer sollten wegen Totschlags angeklagt werden.

Junge Frau tödlich verletzt nach "Teufelsaustreibung" durch Brüder und Schwager

Nach Medienberichten hatte die junge Frau auf Facebook ein Bild gepostet, das sie mit ihrem Verlobten in einem Café zeigte. Dies habe in ihrer nahe Bethlehem lebenden Familie Empörung ausgelöst. Sie sei im August mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, die ihre Angehörigen mit einem "Sturz" erklärten. Eine Audioaufnahme, die angeblich Schreie der jungen Frau in Todesangst wiedergab, sorgte in sozialen Medien für Bestürzung. Nach ihrem Tod demonstrierten Dutzende Palästinenserinnen und forderten mehr Sicherheit für Frauen.

Tod von Isra Ghraib löst weltweit Bestürzung aus

Der Tod der jungen Palästinenserin hatte auch in anderen Teilen der arabischen Welt Empörung ausgelöst, vor allem unter Frauen. Im sozialen Netzwerk Twitter verwendeten Benutzer den Hashtag "Wir sind alle Isra Ghraib", um sich mit dem Opfer zu solidarisieren. "Du verdienst es, im Himmel zu leben", schrieb eine Frau auf Twitter, die angibt, aus dem Emirat Katar zu sein. Eine andere empörte sich: "Was passiert ist, ist herzzerreißend, abscheulich und barbarisch. Ihre Familie muss verurteilt werden und für das Verbrechen bezahlen."

Die bekannte libanesische Schauspielerin Nadine Nassib Nadschim schrieb in einem Tweet, für den sie tausendfach Zustimmung erhielt: "Es gibt nichts, was sich Ehrenmord nennt, bei dem der Täter ein Held ist (...) Es gibt etwas, das sich Mord nennt, bei dem der Täter ein Mörder ist. Das ist in allen Religionen verdammt."

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loc/news.de/dpa

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