04.09.2019, 11.44 Uhr

Tödlicher Unfall am Sendemast "Hoher Meißner": 3 Tote nach Gondelunfall! Polizei untersucht Seilwinde und Gondelkorb

Am Sendemast "Hoher Meißner" in Eschwege im Norden Hessens ist es zu einer tödlichen Tragödie gekommen. Beim Absturz einer Wartungsgondel verunglücken drei Menschen tödlich. Gutachter prüfen nun, wie es dazu kommen konnte. Es gibt bereits erste Hinweise.

Am Morgen ist aus bislang ungeklärter Ursache eine Arbeitsgondel abgestürzt. Alle drei Insassen der Gondel waren dabei ums Leben gekommen. Bild: Uwe Zucchi / picture alliance / dpa

Nach dem tödlichen Unfall mit einer Wartungsgondel an einem Sendemast in Nordhessen deuten erste Erkenntnisse der Behörden auf einen technischen Defekt an der Seilwinde als Ursache hin. Das hätten die bisherigen Ermittlungen des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel,die heute fortgesetzt werden sollen, ergeben. Dabei würden vor allem die Seilwinde und der bei Wartungsarbeiten abgestürzte Gondelkorb untersucht, teilte ein Polizeisprecher mit. Nach bisherigen Ermittlungen soll es einen technischen Defekt an der Seilwinde gegeben haben." Die gesamte Konstruktion wird untersucht", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Gondelunfall in Eschwege: 3 Tote nach Schock-Unfall

Die Arbeiter in der Gondel hatten demnach versucht, sich von der Seite aus über gespannte Seile zu dem Sendemast im Werra-Meißner-Kreis hochzuziehen. Als sie in etwa 50 Meter Höhe waren, kam es zu dem Absturz.Dabei kamen drei Männer ums Leben. Die Arbeiter einer Berliner Firma stürzten 50 Meter in die Tiefe auf eine Asphaltfläche. Sie wurden durch den Aufprall tödlich verletzt und starben noch am Unfallort.

Das Amt für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel hatte die Ermittlungen übernommen. Die Unglücksstelle war zunächst abgesperrt worden. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurden mehrere Menschen Zeugen des Absturzes der drei Gondel-Insassen. Notfallseelsorger waren vor Ort, um sie zu betreuen.

Wartungsgondel abgestürzt - 3 Tote am Sendemast "Hoher Meißner" in Hessen

Der Hohe Meißner ist ein Mittelgebirge, das gut 30 Kilometer südöstlich von Kassel im Werra-Meißner-Kreis liegt. Er gilt als beliebtes Ausflugsziel. Der "Sender Hoher Meißner" ist ein wichtiger Sendestandort des Hessischen Rundfunks.

Nach einem Bericht von "hessenschau.de", dem Online-Portal des Hessischen Rundfunks, war eine Firma mit den Wartungsarbeiten beauftragt worden. Die Sendeanlage wurde 1955 in Betrieb genommen. Der hr strahlt darüber sein Fernseh- und sein Radioprogramm aus. Die Anlage besteht derzeit aus drei Masten, die bis zu 220 Meter hoch sind. Der Unfall ereignete sich nach ersten Erkenntnissen an dem höchsten der drei Sendemasten.Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders war eine Firma mit den Wartungsarbeiten beauftragt worden.

Tödlicher Unfall am Sendemast des Hessischen Rundfunks

Der Hessische Rundfunk zeigte sich von dem Unglück betroffen. "Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der drei Arbeiter am Sender #HoherMeißner aufgenommen", twitterte er. «Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Unsere Kollegen sind auf dem Weg zum Unglücksort. Sobald wir mehr Infos haben, werden wir sie veröffentlichen."

Der Hessische Rundfunk hatte Ende August mitgeteilt, dass an der Sendeanlage "Hoher Meißner" eine neue Antenne aufgebaut wird. Die Arbeiten sollten bis Ende September dauern. Ob der Unfall damit zusammenhängt, war unklar.

Unfallopfer der abgestürzten Wartungsgondel identifiziert

Nun konnten die drei Opfer identifiziert werden. Sie waren nach Angaben der Polizei zwischen 27 und 50 Jahre alt. Die Männer hatten für eine Berliner Firma gearbeitet. Es handele sich um einen 50-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, einen 46-Jährigen aus Karlsruhe und einen 27-Jährigen aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

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loc/news.de/dpa

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