19.08.2019, 14.30 Uhr

Tödliche Messerattacke in Iserlohn: Tatverdächtiger gesteht! War es eine Beziehungstat?

Eine Bluttat, zwei Tote - und ein Baby, das überlebt. Am Bahnhof im sauerländischen Iserlohn spielte sich am Samstag ein Drama ab. Eine Hochzeitsgesellschaft wird Zeuge. Die Polizei vermutet eine Beziehungstat.

Iserlohn steht unter Schock: Polizisten untersuchen nach der tödlichen Messerattacke den Tatort. Bild: picture alliance/Frank Bauermann/TNN/dpa

Drama mit zwei Toten im Sauerland: Mit einem Küchenmesser hat ein 43-Jähriger seine getrennt lebende Ehefrau und ihren neuen Lebenspartner am stark besuchten Bahnhof in Iserlohn erstochen.

Nach tödlicher Messer-Attacke in Iserlohn: Tatverdächtiger gesteht in U-Haft

Der mutmaßliche Täter wurde am Sonntag wegen zweifachen Totschlags in Untersuchungshaft genommen. Er soll seine getrennt von ihm lebende 32 Jahre alte Frau und ihren 23-jährigen Lebensgefährten am Samstag mit vielen Messerstichen getötet haben. Inzwischen ist bekannt, dass der Mann laut Ermittlern die Tat zugegeben habe. Hintergrund sei ein Beziehungsstreit, die genaue Motivlage aber noch unklar, berichtete die Polizei im Märkischen Kreis. Viele Details blieben offen. Staatsanwaltschaft und Mordkommission in Hagen ermitteln.

Der 43-Jährige und das weibliche Opfer stammen aus dem Kosovo, das männliche Opfer aus Afghanistan. Rund um den Bahnhof herrschte zur Tatzeit hoher Publikumsverkehr. Zahlreiche Fahrgäste und Passanten wurden Augenzeugen und mussten seelsorgerisch betreut werden.

Während der mutmaßliche Täter seine Opfer attackierte, wartete im Auto der Frau ihr Baby. Es blieb unverletzt, Zeugen brachten es in ein Krankenhaus. Das Mädchen verliert im Alter von nur zwei Monaten seine Mutter - und höchst wahrscheinlich auch seinen Vater. Die Staatsanwaltschaft geht bislang davon aus, dass der 23-jährige Tote der Vater des Kindes ist. "Ob der Tatverdächtige von dem Kind wusste, ist unklar", sagte der Staatsanwalt. Das Baby befand sich am Tag nach dem tödlichen Angriff in Obhut des Jugendamtes.

Mutmaßlicher Täter polizeibekannt - Beziehungstat vermutet

Laut "Express" ist der in Bergisch Gladbach bei Köln lebende Tatverdächtige wegen häuslicher Gewalt polizeibekannt. Seine Frau habe in Iserlohn im Frauenhaus Zuflucht gesucht. Mit ihrem neuen Partner habe sie sich zu einem Treffen überreden lassen. Am Montag bestätigte der Hagener Staatsanwalt Nils Warmbold: ""Wir vermutten, dass das Motiv in der Beziehung zu finden ist." Zu den Angaben des 43-Jährigen wollte sich die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht genauer äußern. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an.

Trauriger Fakt ist: Am Samstag liegen im Parkhaus des Bahnhofs und an einem Bahngleis zwei Leichname. Der mutmaßliche Täter lässt sich widerstandlos festnehmen. Obduktionen ergeben, dass "zahlreiche Verletzungen durch scharfe Gewalteinwirkung" zum Tode führten. Die Tatwaffe: "ein handelsübliches Küchenmesser mit zwölf Zentimeter Klingenlänge". Die brutale Tat ruft Entsetzten weit über die 93.000-Einwohner-Stadt hinaus hervor.

Hochzeitsgesellschaft wird Zeuge der Bluttat

Viele Menschen haben den dramatischen Vorfall ungewollt mitbekommen. Zum Tatzeitpunkt war es laut Polizei voll am Bahnhof. Und auch eine Hochzeitsgesellschaft mit rund 20 Menschen war darunter. Eine Reporterin berichtete von schrecklichen Anblicken. Bis die Sichtschutzwände vollständig aufgebaut wurden, habe es bei dem Großeinsatz einige Zeit gedauert. Seelsorger hätten sich um geschockte Menschen gekümmert. "Überall gab es aufgeregte, besorgte Gespräche, was da Grässliches passiert ist", schilderte die Journalistin der Deutschen Presse-Agentur.

Es habe große Betroffenheit und Empörung geherrscht, berichtete ein Augenzeuge. Die Polizei habe den verstörten, verängstigten Menschen schnell Hilfe angeboten. Auf Twitter informierte die Polizei und schrieb auch: "Wenn Ihr selbst betroffen wart oder was gesehen habt: wir kümmern uns mit der Feuerwehr."

Bahnhof Iserlohn nach Messerangriff abgesperrt

Der Bahnhof wurde für dreieinhalb Stunden abgesperrt. Das galt auch für einen Bahnsteig, weil sich dort in unmittelbarer Nähe der tödliche Angriff auf den 23-Jährigen abgespielt hatte. Auf einem zweiten Bahnsteig rollte der Verkehr weiter. Um den Fahrgästen den Anblick des Tatorts zu ersparen, wurden sie laut Polizei auf einem Umweg zum Bahnhofsvorplatz begleitet.

sba/news.de/dpa

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