05.08.2019, 18.24 Uhr

Amoklauf in den USA: Schütze tötet 9 Menschen in Dayton

Innerhalb von 24 Stunden kam es in den USA zu einem weiteren tödlichen Amoklauf. IM Bundesstaat Ohio tötete ein bewaffneter Mann mindestens neun Menschen.

In Ohio tötete ein Schütze mindestens neun Menschen. Bild: AdobeStock / mato181

In Dayton im US-Bundesstaat Ohio hat ein Schütze neun Menschen getötet und mindestens 16 weitere verletzt. Das teilte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mit.

Amoklauf in Dayton: Schütze tötet 9 Menschen

Der Schütze selbst sei zudem auch tot, hieß es weiter. Die Bundespolizei FBI ermittele ebenfalls vor Ort. Medienberichten zufolge fielen die Schüsse nahe einer Bar im Oregon District im Zentrum der Stadt.

Über den Zustand der Verletzten könne man derzeit nichts sagen, sagte die Sprecherin eines Krankenhauses. Die Polizei rief mögliche Augenzeugen auf, sich zu melden und so die Ermittlungen zu unterstützen. Zu den möglichen Motiven des Täters und zu dessen Identität wurde zunächst nichts bekannt.

Waffengesetze schuld an solchen Massakern?

Es handelt sich um den zweiten Vorfall dieser Art in den USA binnen nur 24 Stunden. Am Samstag hatte ein Schütze in einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso im Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet und mindestens 20 Menschen getötet. 26 weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Todesschütze ergab sich der Polizei.

Nach offiziellen Angaben handelt es sich um einen 21-jährigen Weißen. Die Polizei sagte, es gebe ein "Manifest", das womöglich auf ein Hassverbrechen schließen lasse. Es sei allerdings noch nicht bestätigt, ob die Kampfschrift tatsächlich von dem Verdächtigen stamme.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Einkaufszentren, an anderen öffentlichen Orten oder auch in Schulen Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere.

Schütze in Dayton war mit bis zu 250 Schuss Munition unterwegs

Der Schütze in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio hat bis zu 250 Schuss Munition bei sich gehabt. Ohne das Einschreiten der Sicherheitskräfte innerhalb von Sekunden hätte ein noch größeres Blutbad gedroht, erklärte Polizeichef Richard Biehl am Montag vor Journalisten. Der Schütze habe mindestens 41 Kugeln gefeuert.

Das Motiv der Tat, der am Samstagabend neun Menschen zum Opfer gefallen waren, sei noch unklar. Es gebe aber bislang keine Hinweise auf eine rassistisch motivierte Tat, erklärte Biehl. Sechs der Opfer waren Afroamerikaner. Mindestens 14 Menschen wurden demnach wegen Schusswunden behandelt. Die Polizei erschoss den Angreifer. Der 24-Jährige weiße Schütze hatte auch seine zwei Jahre jüngere Schwester getötet. Polizeichef Biehl erklärte, es sei noch unklar, ob ihm bewusst war, dass er auf seine eigene Schwester geschossen habe.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Nan Whaley habe der Täter eine Waffe mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt. Biehl erklärte, der Schütze habe seine Waffe so modifizieren lassen, dass sie als Sturmgewehr funktionierte. "Waffen dieser Art ohne Regulierung in einem zivilen Umfeld zu haben, ist problematisch", sagte Biehl.

Nur Stunden vorher hatte am Samstag in der texanischen Stadt El Paso ein Schütze in einem Einkaufszentrum das Feuer eröffnet, mindestens 21 Menschen kamen ums Leben. Der mutmaßliche Täter ergab sich der Polizei. Ermittler gehen von Rassismus als Motiv für die Tat aus.

Daytons Bürgermeisterin: "Furchtbar trauriger Tag für unsere Stadt"

Nach den Todesschüssen von Dayton hat Bürgermeisterin Nan Whaley von einem "furchtbar traurigen Tag für unsere Stadt" gesprochen. "Als Bürgermeister ist das ein Tag, vor dem wir uns alle fürchten", sagte Whaley bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am Sonntag. Der Schütze von Dayton (US-Bundesstaat Ohio) hatte in der Nacht nahe einer Bar im Zentrum der Stadt neun Menschen getötet und nach neuen Behördenangaben 26 weitere verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Der Täter habe dunkle, schusssichere Schutzkleidung getragen und eine "sehr große Waffe" mit vielen zusätzlichen Patronenmagazinen benutzt, sagte Whaley. Es sehe danach aus, dass er alleine gehandelt habe. Zum Zustand der Verletzten wurden keine genauen Angaben gemacht.

Whaley bedankte sich bei den Einsatzkräften für deren schnelle Reaktion auf den Vorfall am frühen Sonntagmorgen, mit der sie "wohl hunderte Leben gerettet" hätten. Weniger als eine Minute nach dem ersten Schuss hätten Polizisten den Schützen bereits "neutralisiert".

Es handelte sich um den zweiten Vorfall dieser Art in den USA binnen weniger Stunden. Am Samstag hatte ein Schütze in einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso im Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet und mindestens 20 Menschen getötet. 26 weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Todesschütze ergab sich der Polizei.

bua/news.de/dpa

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