26.07.2019, 11.43 Uhr

Nazi-Skandal am Gymnasium: Menschenverachtende Nachrichten im Klassen-Chat - Polizei ermittelt

Hakenkreuze, Hitlergruß und unmenschliche Tötungswitze sind sonst eher in den dunklen Ecken des Internets zu finden. Nun tauchten solche Ideen in einem Chat zwischen Schülern eines Gymnasiums in Baden-Württemberg auf. Der Schulleiter musste die Polizei einschalten.

Das Ausmaß an Menschenfeindlichkeit zwang den Schulleiter die Polizei einzuschalten. (Symbolbild) Bild: adobestock/Animaflora PicsStock

Die Polizei ermittelt gegen fünf Schüler eines Gymnasiums in Leonberg (Kreis Böblingen) wegen Mitteilungen im Klassenchat mit nationalsozialistischen und pornografischen Inhalten. Dabei gehe es auch um die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag. Zuerst berichtete die "Bild"-Zeitung darüber. Nach einer ersten Einschätzung der Polizei handelt es sich um jugendliches Fehlverhalten in dem geschlossenen Klassenchat des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Die Mitteilungen seien nicht an Außenstehende gelangt.

Die "Bild"-Zeitung druckte einen Ausschnitt aus einem Schreiben des Schulleiters an die Eltern, in dem er von Hakenkreuzen, Hitlergruß, sexualisierten Karikaturen und Verunglimpfung von Menschen mit Down-Syndrom berichtete. Er habe zum ersten Mal in zehn Jahren als Leiter des Gymnasiums die Polizei eingeschaltet. Die Klasse habe erst kürzlich eine KZ-Gedenkstätte besucht.

Gewalt-Fantasien, obszöne Bilder und Maschinengewehre als Maßnahme gegen Flüchtlinge

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sind die Inhalte der Nachrichten erschreckend. Der Schulleiter benachrichtigte die Eltern darüber, dass er sich auch auf Bitten von Lehrerinnen, die in den Chats verunglimpflicht wurden, gezwungen sah, die Polizei einzuschalten.

Nazi-Skandal an Gymnasium in Baden-Württemberg

Wieso die Schüler es nötig hatten sich in solche Nazi-Fantasien zu ergeben, bleibt weiterhin unklar. Nun liegt es an Schule, Eltern und der Justiz, den richtigen Umgang zu finden, damit solche verfassungsfeindlichen Strukturen sich nicht verfestigen.

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luj/fka/news.de/dpa

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