24.07.2019, 12.24 Uhr

Mord-Prozess um Tramperin Sophia Lösche im News-Ticker: Angeklagter gesteht Tötung - Freundin schneller als Polizei?

Sie wollte von Leipzig nach Nürnberg trampen, doch dort kam die 28-jährige Studentin Sophia nie an. Jetzt soll geklärt werden, was während der Fahrt geschah. Alle aktuellen Entwicklungen im Prozess erfahren Sie in unserem News-Ticker.

Mordprozess um Tramperin Sophia beginnt. Bild: dpa

Warum musste die Studentin Sophia Lösche sterben? Dieser Frage geht von Dienstag (9.00 Uhr) an das Landgericht Bayreuth nach. Vor Gericht steht ein Lastwagenfahrer. Er soll die 28-jährige Frau ermordet haben. Zwölf Verhandlungstage mit 17 Zeugen und drei Sachverständigen sind angesetzt, um herauszufinden, was geschehen ist.

Mord-Prozess um Tramperin Sophia im News-Ticker:

  • 12 Verhandlungstage, 17 Zeugen, 3 Sachverständige
  • Bruder von Sophia mit emotionaler Rede
  • genauer Tathergang bislang unklar
  • Angeklagter gesthet Tötung von 28-Jähriger

+++ 24.07.2019: Freundin schneller als Polizei? +++

Im Mordfall um die erschlagene Tramperin Sophia Lösche hatte eine Freundin des Opfers nach Angaben der Ermittler schneller Kontakt zum angeklagten Fernfahrer als die Polizei. Das sagte ein leitender Ermittler am Mittwoch in dem Prozess vor dem Landgericht Bayreuth. Der Fernfahrer habe auf die Freundin kooperativ gewirkt und angegeben, die Tramperin wie gewünscht in der Nähe von Nürnberg abgesetzt zu haben. Sophias Familie hatte wiederholt kritisiert, dass die deutsche Polizei am Anfang nicht schnell genug tätig geworden sei.

+++ 23.07.2019: Mordprozess um Tramperin Sophia - Ermittler als Zeuge erwartet +++

Im Mordprozesses um die erschlagene Tramperin Sophia Lösche soll am Mittwoch (ab 9.00 Uhr) der leitende Ermittlungsbeamte aussagen. Der Überblick über die Ermittlungen könnte helfen, die widersprüchlichen Angaben von Staatsanwaltschaft und Angeklagtem besser einzuordnen. Angeklagt ist ein marokkanischer Fernfahrer, der die 28-jährige Studentin vor gut einem Jahr in seinem Lkw mitgenommen und anschließend getötet hat.

Der Mann gestand die Tötung beim ersten Prozesstag am Dienstag. Allerdings blieben die Umstände und seine Motivation zunächst unklar. Laut Anklage hat der 42-Jährige die Tramperin ermordet, um eine sexuelle Straftat zu verdecken. Der Angeklagte gab als Anlass jedoch einen Streit über einen scheinbaren Diebstahl an. Er habe Sophia nicht töten wollen. Ihre Leiche wurde später in Spanien gefunden.

+++ 23.07.2019: Fernfahrer gesteht Tötung der Tramperin Sophia +++

Gut ein Jahr nach dem Gewaltverbrechen an der Studentin Sophia Lösche hat der Mordprozess vor dem Landgericht Bayreuth mit einem Geständnis begonnen. Der angeklagte Fernfahrer gab am Dienstag zu, die 28-jährige Tramperin mitgenommen und mit Eisenrohrschlägen getötet zu haben.

Laut Anklage hat der 42-jährige Marokkaner die Tramperin ermordet, um eine sexuelle Straftat zu verdecken. Der Angeklagte gab als Anlass jedoch einen Streit über einen scheinbaren Diebstahl an. Er habe Sophia mit den Schlägen nicht töten wollen.

Fest steht bisher: Die Germanistik-Studentin wollte im Juni 2018 von ihrem Studienort Leipzig in Richtung Nürnberg trampen. An einer Tankstelle an der Autobahn 9 in Sachsen nahm der Fernfahrer die Tramperin mit. Er war auf dem Rückweg nach Marokko über Frankreich und Spanien.

Irgendwann in den kommenden Stunden tötete er die junge Frau. Ihre Leiche wurde einige Tage später in Spanien gefunden. Dort wurde auch der Fernfahrer festgenommen. Das Führerhaus seines Lkws war inzwischen ausgebrannt. Laut Fahrer durch einen Motorschaden.

Doch wie die Tat geschah, blieb am ersten Prozesstag unklar. Die Staatsanwaltschaft hält dem Angeklagten vor, "sexuell übergriffig" geworden zu sein und sich "auf unbekannte Weise" an der Frau vergangen zu haben. Kurz bevor er die Tramperin mitnahm, habe er masturbiert und sei daher sexuell erregt gewesen. Zudem sei er am Vortag durch Voyeurismus aufgefallen.

Der Marokkaner verneinte den sexuellen Hintergrund vehement. Vielmehr habe Sophia bei einem Halt begonnen, seine Sachen zu durchwühlen. Wie er vermutete mit Diebstahlabsicht. Dann habe Sophia aber deutlich gemacht, dass sie ihm den Diebstahl eines Brockens Hasch unterstelle und ihn ins Gesicht geschlagen. Daraufhin habe er zum Eisenrohr gegriffen.

Wie oft er zugeschlagen hat, wisse er nicht. Sophia habe das Hasch offenbar selbst verlorene, er habe es päter im Wagen gefunden und aus Wut weggeworfen. Der Angeklagte sagte mehrfach und teils unter Tränen, dass er Sophia nicht töten wollte. Er bereue die Tat und entschuldigte sich bei den Hinterbliebenen.

Die Familie der Verstorbenen wünscht sich laut ihrem Bruder Andras Lösche vor allem, dass durch den Prozess die Wahrheit ans Licht kommt. Für die Verhandlung sind zunächst 12 Tage mit 17 Zeugen und 3 Sachverständigen angesetzt.

Prozess-Beginn im Fall der toten Tramperin Sophia - DAS war passiert

Fest steht: Die Germanistik-Studentin wollte im Juni 2018 von ihrem Studienort Leipzig in Richtung Nürnberg trampen. Von dort wollte sie nach Aussage ihres Bruders per S-Bahn weiter zu ihrer Familie nach Amberg in der Oberpfalz fahren. Doch dort kam Sophia nie an.

Tramperin Sophia starb durch stumpfe Gewalteinwirkung auf ihren Kopf

An einer Tankstelle an der Autobahn 9 in Sachsen soll der 1977 geborene, marokkanische Lkw-Fahrer die Tramperin mitgenommen und der Anklage zufolge später ermordet haben, nach Gerichtsangaben mit stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Der genaue Tathergang ist jedoch unklar. Der Angeklagte gab laut Gericht an, die Studentin bei einer Auseinandersetzung getötet zu haben.

LKW-Fahrer in Spanien festgenommen

Die Tat soll sich in Oberfranken ereignet haben. Der Lkw-Fahrer wurde in Spanien festgenommen. Dort wurde auch Sophias Leiche entdeckt, einige Tage nachdem ihre Familie sie vermisst gemeldet hatte.

Die Eltern der Studentin und ihr Bruder treten in dem Prozess als Nebenkläger auf. "Wir erwarten, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Als Angehöriger will man sie wissen, auch wenn sie noch so grausam ist", sagte Bruder Andreas Lösche.

fka/bua/news.de/dpa

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