22.07.2019, 16.12 Uhr

Messerattacke in Rostock: Drama im Plattenbau! Mann sticht auf Säugling ein und begeht Suizid

In Rostock wurde ein Baby in der Nacht von Samstag zu Sonntag schwer verletzt. Ein Mann stach mit einem Messer auf das zwei Monate alte Kind ein. Danach stürzt er sich in den Tod. Die Mutter steht unter Schock.

In Rostock wurde ein Baby mit einem Messer schwer verletzt. Bild: dpa

Ein Mann hat in Rostock mit einem Messer auf einen Säugling eingestochen und dem Baby dabei schwerste Verletzungen zugefügt. Das drei Monate alte Kind wurde in der Universitätsklinik Rostock notoperiert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ein weiteres, neun Jahre altes Kind, das sich in der Wohnung im Stadtteil Dierkow aufgehalten habe, sei unverletzt geblieben. Die 18 Jahre alte Mutter des Säuglings erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Schock und konnte bisher nicht vernommen werden.

Suizid nach Messerattacke auf Baby: Mann (40) stürzt in den Tod

Nach der Tat stieg der 40-jährige Mann über die Brüstung des Balkons der Wohnung im fünften Obergeschoss und stürzte in die Tiefe, wie es weiter hieß. Dabei kam er ums Leben. Ein Polizist habe noch versucht, ihn zu halten, den Sturz aber nicht verhindern können. Nachbarn hatten kurz vor Mitternacht die Beamten gerufen, weil aus der Wohnung lautes Geschrei drang.

Steckt eine Beziehungsstreit hinter der Messerattacke?

Die Ermittler schließen eine Beziehungstat nicht aus, obwohl zunächst unklar blieb, ob der Mann der Vater des Kindes war. Er habe sich regulär in der Wohnung aufgehalten und sei nicht eingedrungen, hieß es. Beide - der 40-Jährige und die Mutter des Babys - seien Deutsche. Mit weiteren Ermittlungsergebnissen ist laut Staatsanwaltschaft frühestens am Montag zu rechnen.

Steckt eine Beziehungsstreit hinter der Messerattacke?

Zu weiteren Details des Falls wollten sich die Ermittler zunächst nicht äußern. Laut NDR soll der Mann an der Wohnungseingangstür Barrikaden errichtet haben, die die Polizei erst überwinden musste. Außerdem habe er das Kind über die Balkonbrüstung gehalten und gedroht, es fallen zu lassen, ehe die Beamten es an sich bringen konnten.

Messerattacke auf Säugling: Zustand des Babys stabil

Der Zustand eines Babys, das am Samstag in Rostock bei einer Messerattacke schwer verletzt wurde, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft stabil. Welche Folgen die schwersten Verletzungen am ganzen Körper für das weitere Leben des drei Monate alten Säuglings haben werden, könne aber noch niemand absehen, sagte eine Sprecherin am Montag.

Ein 40 Jahre alter Mann hatte laut Polizei und Staatsanwaltschaft am späten Samstagabend auf das Baby eingestochen und sich dann vom Balkon der Wohnung in der fünften Etage gestürzt. Der Mann starb. Um mehr über die Hintergründe der Tat zu erfahren, habe die Staatsanwaltschaft eine Obduktion beantragt. "Es gibt Hinweise, dass er möglicherweise Drogen genommen hat", sagte die Sprecherin.

Deutsche Kinderhilfe plädiert für Prävention zu Gewalt gegen Kinder

Der Deutschen Kinderhilfe zufolge steht bei rund einem Viertel aller Kinder, die durch Mord oder Totschlag ums Leben kommen, eine Trennung der Eltern und ein Streit um das Sorge- und Umgangsrecht im Hintergrund. Der Vorstandsvorsitzende Reiner Becker beruft sich bei dieser Angabe auf eigene Erhebungen und eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. "Wir brauchen mehr Sensibilität bei den Jugendämtern, Familiengerichten und bei der Polizei, auch an eine derartige Möglichkeit einer Eskalation einer Trennung zu denken, um dann so schnell wie möglich vorbeugend tätig zu werden", forderte Becker am Sonntag.

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bua/news.de/dpa

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