19.07.2019, 12.45 Uhr

Klimanotstand: Rettet das Klima, egal wieviel es kostet

New York, San Francisco, Vancouver, Paris, Mailand, Düsseldorf, Köln und jetzt auch Karlsruhe: Die Bürgermeister werden ab sofort zu Umwelt-Superhelden!

Superhelden der Klimakatastrophe Bild: Christina Horsten/dpa

Bereits 38 deutsche Städte und Gemeinden haben den Klimanotstand ausgerufen. Den Beginn machte am 02. Mai Konstanz - wöchentlich kommen ein oder zwei Städte hinzu! Viele haben bereits konkrete Pläne ausgearbeitet, andere eine Task Force gegründet, einige wiederholen nur die Parolen aus ihrem Wahlkampf: Weniger CO2-Ausstoss, mehr erneuerbare Energien, Förderung des ÖPNV, den goldenen Radfahrer-Sattel, … damit die Kinder und Jugendlichen nicht mehr freitags auf die Straße anstatt zur Schule gehen.

Klimanotstand in Karlsruhe

In der Fächerstadt, der aktuellsten Klima-Notstandskommune, wird wohl erst in den kommenden Wochen bewusst werden, was es heißt, auf klimaneutralen Wegen in die Zukunft zu gehen: Nicht nur die Amtsgebäude müssen energieeffizient ausgerichtet werden, wärmeisolierende Sanierungen von Altbauten gehören gleichfalls großflächig subventioniert wie der Umstieg von Kohle und Öl auf modernere Heizsysteme! Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauches sind ebenso notwendig wie günstige oder gar kostenlose Tickets für die Öffis. Radfahrwege haben Priorität vor dem Ausbau des Straßennetzes. Innenstädte werden autofrei, Hausdächer bepflanzt.

 

Tübingen macht's mit der Brechstange

Ganz so weit wie Tübingen muss ja nicht gegangen werden, wonach Hausbesitzer per Gesetz verpflichtet werden, Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern anzubringen. Dort, wo auch das innerstädtische Parken erheblich teurer wird als bisher, soll die Klimaneutralität nicht erst 2050 sondern bereits 2030 erreicht sein. Ein hehres, dennoch sehr umstrittenes Ziel des Oberbürgermeisters Boris Palmer. Eines jedoch steht fest: Der Klimanotstand tut jedem einzelnen Bürger in irgendeiner Weise weh. Ein fließender Übergang kann nicht mehr geschafft werden.

 

Wirtschaft kontra Umwelt

Doch bei all den möglicherweise bereits gesetzten, ansonsten angedachten Maßnahmepaketen ist wohl ein Umstand der vielleicht wichtigste: Jedes Gesetz, jede Verordnung, jede Bewilligung muss künftig auf seine/ihre Klimarelevanz hin überprüft werden. Hierbei treten sich Wirtschaft und Umwelt mehrfach auf die Füße. Klimaneutrales Wirtschaften ist die größte Herausforderung der kommenden Monate und Jahre. Ansonsten können die angestrebten maximal 1,5 Grad Celsius Temperaturanstieg niemals erreicht werden!!!

US/add/news.de

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