18.07.2019, 13.26 Uhr

Schwarzarbeit in Deutschland: 2,9 Millionen Putzkräfte arbeiten schwarz!

Putzkräfte sorgen in vielen deutschen Haushalten regelmäßig für Ordnung - und das oft illegal. Eine aktuelle Studie zeigt, wie viele Menschen in Deutschland wirklich schwarz putzen gehen. 

2,9 Millionen Putzfrauen arbeiten laut einer aktuellen Studie schwarz. Bild: picture alliance/Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Putzfrauen sind so gefragt wie nie. Immer mehr Haushalte haben, neben ihren Vollzeitjobs, zu wenig Zeit, um selbst zu putzen. Putzkräfte sind deshalb eine große Hilfe für viele Menschen. Die meisten von ihnen arbeiten schwarz. Das ist illegal, aber das scheint viele private Arbeitgeber nicht davon abzuhalten, ihre "Perle" nicht ordnungsgemäß bei der Minijobzentrale anzumelden.

2,9 Millionen Putzkräfte arbeiten schwarz

Knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Reinigungskraft lassen einer Studie zufolge ihre Wohnung schwarz putzen. "Geht man von rund 41 Millionen Haushalten insgesamt aus, beschäftigten im Jahr 2017 über 3,3 Millionen Haushalte gelegentlich oder regelmäßig eine Hilfe - und knapp 2,9 Millionen Haushalte ließen schwarz reinigen und einkaufen", erläuterte Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Der Verhaltensökonom und Wirtschaftsethiker hat die Schwarzarbeit bei Reinigungskräften in einer aktuellen Studie untersucht, die der Deutschen Presse-Agentur in München exklusiv vorlag.

Der Anteil der Schwarzarbeit sei durch die steuerliche Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen sowie der vereinfachten Anmeldung über die Minijobzentrale zwar von rund 93 Prozent im Jahr 2005 auf zuletzt 88,5 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen, erläuterte Enste. Doch noch immer sei der "Arbeitsplatz Privathaushalt" weit davon entfernt, ein normaler Arbeitsplatz zu werden - dabei nehmen seit Jahren relativ konstant rund acht Prozent aller Haushalte Hilfe in Anspruch. Enste erwartet, dass die Zahlen sowohl für 2018 als auch für 2019 weitgehend unverändert ausfallen.

Bußgelder oder Haftstrafe drohen

Rentenbeiträge, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub - Für die meisten Menschen ist das kein Thema, wenn sie eine Putzfrau beschäftigen. Sie sehen sie vielmehr als eine Art Nachbarschaftshilfe an, die ab und zu die Böden schrubbt. Dass dieser Freundschaftsdienst aber ein Job ist und angemeldet werden muss, scheint fast drei Millionen Haushalte nicht zu interessieren. Dabei ist Schwarzarbeit kein Kavaliersdelikt. Wer Menschen schwarz beschäftigt, riskiert entweder ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro oder im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Schwarzarbeit bleibt oft unentdeckt

Die vielen Schwarzarbeiter werden aber in der Regel nicht entdeckt. "Uns ist auch bewusst, dass wir längst nicht jeden erwischen, das ist ganz klar", räumt Thomas Meister, Sprecher vom Hauptzollamt in München, gegenüber der dpa ein. Denn die Privatsphäre eines jeden Menschen ist rechtlich sehr gut geschützt. Ohne Anzeigen oder rechtlich bindende Beschlüsse dürfen Zollbeamte nicht einfach an der Haustür der Putzfrauen-Chefs klingeln. Oft fehlen auch Mitarbeiter, um allen Fällen von Schwarzarbeit in Privathaushalten nachzugehen.

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bos/sba/news.de/dpa

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