11.07.2019, 09.20 Uhr

Forscher schlagen Alarm!: Drohen Deutschland jetzt Wasserspar-Auflagen?

Nach dem letzten Dürresommer folgte in diesem Jahr eine weitere Hitzewelle im Juni. Dadurch verschärft sich die Trinkwasserlage weiter massiv. Forscher raten, weniger Wasser zu verbrauchen. Doch reicht das aus oder drohen seitens der Politik Strafmaßnahmen?

In einigen Regionen wird das Trinkwasser knapp. Was macht die Regierung dagegen? Bild: picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Nach dem Hitzesommer im vergangenen Jahr und dem bislang heißesten Juni seit Wetteraufzeichnungen geht das Grundwasser in Deutschland zurück. Die Folgen waren schon 2018 sichtbar. Die Landwirtschaft musste Ernteverluste hinnehmen. Das hatte unter anderem zur Folge, dass die Kartoffelpreise um 50 Prozent stiegen.

Dürre in Deutschland: Keine aktuellen Daten zum Grundwasserstand

Aktuelle Daten für 2018, wie tief das Grundwasser steht, hat das Umweltbundesamt noch nicht vorgelegt. "Aber es ist zu befürchten, dass sich die Grundwasserpegel noch nicht wieder auf den Stand vor 2018 aufgefüllt haben", sagte Experte Jörg Rechenberg vom Umweltbundesamt. Wie sich die Wasserproblematik tatsächlich entwickelt, wissen die Forscher nicht, aber eine Tendenz zeichnet sich jetzt schon ab. "Das hätte in jedem Fall negative Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit. Darauf müssen sich auch die Wasserversorger einstellen", fasst Rechenberg die Problematik zusammen. Das wiederum wirkt sich auf die Bevölkerung aus.

In einigen Regionen sanken die Grundwasserreserven auf einen kritischen Stand. In der Lausitz fassen die Speicher nur noch 58 Millionen Liter Grundwasser. Laut dem Umweltministerium in Brandenburg stehen normalerweise 88 Millionen zur Verfügung. Damit es zu keinem Engpass kommt, wurden die Gärtner und Landwirte in und um Cottbus angehalten, zwischen 6 und 21 Uhr kein Wasser mehr aus Seen oder Gräbern zu pumpen.

Wird das Trinkwasser für die Bevölkerung knapp?

Experten plädieren dafür die Trinkwasserversorgung ernst zu nehmen, denn sie habe Vorrang, erklärt Karsten Specht, Vizepräsident des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) gegenüber der dpa. "Das ist nicht überall gewährleistet", sagt er. Es sollte immer sicher gestellt sein, dass die Bevölkerung ausreichend mit Trinkwasser versorgt wird. Industrie und Landwirtschaft dürfen seiner Meinung nach nur dann Leitungswasser in Dürre-Zeiten verwenden, wenn ihre Reserven sehr gering sind.

Plant die Regierung Strafzahlungen?

Er wünscht sich vor allem für die Bauern eine Genehmigungspflicht, wie sie die Wasserversorger einhalten müssen. Denn oft zapfen Landwirte einfach unkontrolliert Wasser aus dem Boden. Dabei kommt die Frage auf, was will die Politik gegen das Problem tun? Bislang gibt es keine konkreten Bestrafungspläne von der Bundesregierung. Nur vereinzelte Kommunen sprechen Sparmaßnahmen aus. Geldbußen sind noch nicht verhängt worden. Andere Länder machen es anders und versuchen, mit Geld die Menschen zu einem nachhaltigeren Wasserkonsum zu bewegen.

Indien: Wasserverschwender müssen zahlen

Inder werden beispielsweise bei Wasserknappheit gebeten, ihren Verbrauch einzuschränken. Wer dennoch zu viel verbraucht, muss Strafgebühren zahlen. Anwohner, die sich nicht daran halten, wird das Wasser für einige Stunden oder ganze Tage abgestellt. In Kalifornien verschwenden Bewohner auch weniger Wasser - dank Strafen und Auflagen.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook? Hier finden Sie brandheiße News und den direkten Draht zur Redaktion.

bos/loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser