09.07.2019, 10.48 Uhr

Nach Sex-Verbrechen auf Mallorca: Urlaubsinsel demonstriert gegen sexuelle Gewalt

Nachdem es auf Mallorca immer wieder zu Berichten von Vergewaltigungen kam, haben die Bürger jetzt anscheinend genug davon, wie sich besonders männliche Touristen auf der Urlaubsinsel verhalten. Sie ziehen auf die Straße und fordern Maßnahmen.

Auf der Urlaubsinsel Mallorca demonstrieren Frauen gegen Vergewaltigung und sexuelle Gewalt. Die Behörden sollen durchgreifen. Bild: Photographee.eu /Fotolia

Viele schöne Regionen auf diesem Planeten haben ihre Schattenseiten. Immer deutlicher wird das in letzter Zeit auf Mallorca. Die Urlaubsinsel, auch als inoffizielles 17. Bundesland Deutschlands bekannt, hat vermehrt mit Anzeigen wegen Vergewaltigung zu kämpfen. Nun formieren sich öffentliche Proteste und ein hartes Durchgreifen der Justiz wird gefordert.

Vergewaltigungen auf Mallorca: Gewalt richtet sich nicht nur gegen spanische Frauen

Seit eine deutsche Frau in der vergangenen Woche Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet hatte und daraufhin mehrere Männer, kurz bevor sie den Flieger besteigen konnten, festgenommen wurden, haben sich die Proteste auf der Urlaubsinsel formiert. Dabei fordern in erster Linie Frauenrechts-Bewegungen, dass Sexualdelikte durch die Justiz-Behörden schärfer verfolgt und konsequent bestraft werden, berichtet die spanische Zeitung "Ultima Hora". Doch die Gewalt beschränkt sich nicht auf Frauen.

Auch Männer werden immer wieder Opfer von sexueller Gewalt. Erst vor kurzem wurde einem jungen Mann aufgelauert. Nachdem er einen Nachtclub verlassen hatte, wurde er von mehreren Männern überfallen und zu sexuellen Handlungen gezwungen.

Sexuelle Gewalt auf Mallorca: Urlaubsinsel steht vor handfestem Sex-Problem

Die Ursachen für Vergewaltigung von Männern an Männern und Vergewaltigung an Frauen sind oft ähnlich. Die Erniedrigung des Gegenüber und die Machtdemonstration können den Tätern Befriedigung verschaffen. Dabei ist das Geschlecht des Opfers unerheblich. In Gruppen kommt es dazu schnell zu einer Senkung der Hemmschwelle, sodass auch scheinbar ungefährliche Situationen in Sekundenschnelle eskalieren können.

So sitzen momentan mehrere Deutsche ohne Möglichkeit auf Kaution in spanischer Untersuchungshaft. Sie werden beschuldigt, an einer Massenvergewaltigung beteiligt gewesen zu sein. Bei einer Verurteilung vor Ort sieht es für die Deutschen nicht rosig aus. In Spanien stehen auf Vergewaltigung bis zu 15 Jahre Haft.

luj/loc/news.de

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