11.07.2019, 12.49 Uhr

Stiertreiben in Pamplona: Aufgespießt und durchbohrt! Verletzte nach Stierhatz operiert

In Pamplona heißt es wieder: "Die Stiere sind los!" Trotz wachsender Kritik an dem Spektakel sind auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schaulustige aus aller Welt angereist. Ärzte und das Rote Kreuz haben alle Hände voll zu tun.

Beim Auftakt des Stiertreibens in Pamplona wurden mindestens fünf Personen verletzt. Bild: dpa

Der Auftakt der berühmt-berüchtigten Stierhatz im spanischen Pamplona ist für fünf Teilnehmer im Krankenhaus geendet. Drei Läufer - zwei Amerikaner und ein Spanier - wurden am Sonntagmorgen von Kampfbullen auf die Hörner genommen.

Blutige Stierhatz in Pamplona - 5 Männer verletzt

Einen 23-Jährigen aus dem US-Bundesstaat Kentucky habe es besonders schwer erwischt, berichtete der Fernsehsender RTVE. Zwei weitere Spanier wurden nach Klinikangaben wegen Gehirnerschütterungen behandelt. 53 Menschen konnten mit leichteren Blessuren vor Ort vom Roten Kreuz versorgt werden.

An acht aufeinanderfolgenden Tagen werden im Rahmen des "Sanfermines"-Festivals jeweils sechs Stiere und mehrere Leitochsen durch die Gassen der Stadt in die Arena getrieben, um dort von Toreros erstochen zu werden. In Spanien sind die Stierläufe nach wie vor extrem populär und werden jeden Morgen sogar live im Fernsehen übertragen.

615-Kilo-Stiere wüten durch Stadt

Bei der ersten Hatz - auf Spanisch "Encierro" - ging es sehr turbulent zu. Sie dauerte zwei Minuten und 41 Sekunden und war damit Medienberichten zufolge relativ schnell. Gleich mehrere Läufer stürzten, auch ein Stier lag zeitweise am Boden. Die mächtigen Bullen wogen laut RTVE zwischen 540 und 615 Kilo.

Der Startschuss zu dem Spektakel, das es bereits seit 1591 gibt, war bereits am Samstag vor Tausenden jubelnden und traditionell ganz in Weiß-Rot gekleideten Menschen gefallen: Um Schlag 12.00 Uhrwurde vom Balkon des Rathauses die Eröffnungsrakete "Chupinazo" abgefeuert. Das Volksfest ist dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet.

Drei Verletzte bei zweitem Stiertreiben in Pamplona

Am zweiten Tag der berühmt-berüchtigten Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind drei Teilnehmer verletzt worden. Die sechs mächtigen Kampfbullen und mehrere Leitochsen rannten die 875 Meter lange Strecke durch die Gassen der Altstadt bis zur Stierkampfarena in zwei Minuten und 23 Sekunden. Es war damit Kommentatoren zufolge eine extrem schnelle Hatz.

Bei den Verwundeten handele sich um zwei 45- und 61-jährige Männer aus der Region, die an der Schulter beziehungsweise am Kopf verletzt worden seien, sowie um eine 19-jährige Frau, die Verletzungen an Rücken und Hals davongetragen habe, berichtete der spanische Fernsehsender RTVE unter Berufung auf das Krankenhaus.

Zwei Verletzte bei dritter Stierhatz in Pamplona - "offener Bruch"

Bei der dritten Stierhatz im nordspanischen Pamplona sind am Dienstag zwei Läufer so schwer verletzt worden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Ein 49-jähriger Brite habe einen offenen Bruch am Knöchel erlitten und müsse operiert werden, berichtete der spanische Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Klinikangaben. Ein 42-Jähriger aus dem amerikanischen Chicago werde hingegen wegen einer leichten Gehirnerschütterung und einer Schulterverletzung behandelt.

Mit nur zwei Minuten und 13 Sekunden handelte es sich um das bislang rasanteste Treiben des "Sanfermines"-Festes 2019. Obwohl viele Teilnehmer und auch einer der Leitochsen zu Boden gingen, blieben weitere schwere Verletzungen offenbar aus. Einige Menschen mit leichteren Verwundungen wurden gleich vor Ort vom Roten Kreuz versorgt. Wegen starker Regenfälle in der Nacht waren Medien zufolge weniger Läufer bei der Hatz dabei als in den vergangenen Tagen.

Im Rahmen des traditionellen Volksfestes werden acht Tage lang am Morgen sechs Kampfbullen und mehrere Leitochsen über eine 875 Meter lange Strecke durch die Altstadt in die Stierkampfarena getrieben. Dort sterben die Stiere am Abend durch die Hand eines Toreros. Seit Jahren protestieren Tierschützer gegen das Spektakel.

"Schwindelerregende" vierte Stierhatz in Pamplona - vier Verletzte

Beim vierten Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind am Mittwoch die als äußerst gefährlich eingestuften Kampfbullen des Zuchtbetriebs Jandilla an den Start gegangen. Während der laut spanischen Fernsehberichten "schwindelerregenden" Hatz wurden vier Läufer verletzt. Einer sei bewusstlos aufgefunden und gleich vor Ort behandelt worden, hieß es unter Berufung auf die Ärzte. Die anderen hätten Quetschungen und Prellungen erlitten. Allerdings sei keiner der Verwundeten aufgespießt worden.

Die sechs zwischen 520 und 590 Kilogramm schweren Stiere liefen die 875 Meter lange Strecke durch die Altstadt Pamplonas in die Arena in zwei Minuten und 19 Sekunden. Damit handelte es sich wie bereits in den vergangenen Tagen um eine sehr schnelle Hatz.

Die Bullen des Zuchtbetriebs Jandilla aus der westspanischen Region Extremadura gelten als besonders schnell und wild. Jandilla-Stiere halten auch den bisherigen Rekord hinsichtlich der meisten in einem einzigen Rennen auf die Hörner genommenen Läufer, rechnete der Sender RTVE vor: Im Juli 2004 wurden bei einer einzigen Hatz acht Läufer aufgespießt, einer davon gleich fünf Mal.

Sechs Verletzte bei fünfter Stierhatz in Pamplona - Mann aufgespießt

Beim fünften Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind erneut mehrere Menschen schwer verletzt worden. Insgesamt sechs Läufer hätten am Donnerstagmorgen unter anderem Prellungen und Quetschungen davongetragen, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf die behandelnden Ärzte. Einer von ihnen, ein 39-Jähriger aus Mallorca, sei von einem der Stiere aufgespießt und am Arm verwundet worden. Er müsse operiert werden, hieß es. Zum traditionellen "Sanfermines"-Fest mit seinen acht Stiertreiben reisen jährlich Schaulustige aus aller Welt an. Immer wieder werden Teilnehmer teils schwer verletzt. Den letzten Todesfall gab es 2009.

Diesmal hatten die ersten der sechs Kampfbullen die Strecke durch die Gassen der Altstadt bis zur Stierkampfarena nach zwei Minuten und zehn Sekunden erreicht, so dass es eigentlich eine extrem schnelle Hatz war. Eines der bis zu 605 Kilogramm schweren Tiere blieb aber zunächst etwas desorientiert im Arena-Rund zurück und musste in die Stallungen getrieben werden. Somit dauerte das Treiben, bei dem wieder mehrere Leitochsen mitliefen, zwei Minuten und 49 Sekunden. Die Stiere sterben am Abend bei der traditionellen "Corrida", weshalb Tierschützer seit Jahren gegen das Spektakel protestieren.

Tierschützer verurteilen traditionelles Stiertreiben

Zum traditionellen "Sanfermines"-Fest mit seinen acht Stiertreiben reisen alljährlich zahlreiche Schaulustige aus aller Welt an. Bei den Mutproben der wagemutigen Läufer über die 875 Meter lange Strecke werden jedes Jahr Dutzende Teilnehmer verletzt, im vergangenen Jahr waren es 42. Das letzte Todesopfer gab es im Jahr 2009.

Im Vorfeld hatten erneut Tierschützer gegen die umstrittene Veranstaltung protestiert - denn am Abend werden die Bullen bei der "Corrida" von Matadoren getötet. "Wir leben im Jahr 2019. Kein Lebewesen sollte qualvoll erstochen werden, damit sich ein lauter Mob daran ergötzen kann", hieß es auf der Webseite der Organisation PETA. Das Fest lockt trotz aller Kritik nach wie vor zahlreiche Touristen und Schaulustige aus aller Welt an. Über Pamplona schrieb auch der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem Roman "Fiesta" (1926).

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bua/news.de/dpa

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