04.07.2019, 08.31 Uhr

Vulkan Stromboli bricht aus: "Dachte an Pompeji" Ein Toter bei Ausbruch am Vulkan Stromboli

Ein Regen aus glühenden Lavabrocken, überall Asche und Rauch: Der Stromboli ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und ein Touristenmagnet. Mitten in der Urlaubssaison schockt der Feuerberg in Italien mit einer massiven Eruption Touristen und Einwohner.

Rauchschwaden steigen vom Vulkan Stromboli auf. Bild: dpa

Ein heftiger Ausbruch des Vulkans Stromboli in Italien hat Touristen und Einwohnern Angst und Schrecken eingejagt und einen Menschen das Leben gekostet. Ein Ausflügler sei gestorben, als er am Mittwoch an dem Vulkan auf der gleichnamigen Insel unterwegs war, teilte der Bürgermeister der Gemeinde Lipari, Marco Giorgianni, laut Nachrichtenagentur Ansa mit. Ein zweiter soll verletzt worden sein. Nach mehreren Explosionen waren am Mittwoch riesige Aschewolken und Rauch auf Fotos zu sehen.

Vulkan Stromboli ausgebrochen! Touristen springen in Panik ins Meer

Die Menschen seien in großer Angst gewesen, erklärte der Feuerwehrkommandant Giuseppe Biffarella laut Ansa. Am Hang des Vulkans seien Feuer ausgebrochen und Lavabrocken seien herabgefallen. Löschflugzeuge seien im Einsatz, twitterte die Feuerwehr. Medien berichteten, dass Menschen aus Angst ins Meer gesprungen seien. Einige Touristen seien mit Booten aus dem Ort Ginostra gebracht worden, es gebe aber keine Evakuierung der Insel.

"Ich bin geschockt. Als ich die zwei Explosionen gehört habe, dachte ich an Pompeji und den Ausbruch des Vesuvs", erzählte die Touristin Elisabetta aus Neapel der Agentur ADN Kronos. "Um ich herum ein Meer aus Steinen, Lavasteinen, Asche und ganz, ganz viel Rauch. Man sah nichts mehr. Der Himmel, das Meer sind schwarz geworden."

Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen in Italien

Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen in Italien und bildet eine kleine Insel vor Sizilien. Nur etwa 500 Menschen wohnen permanent auf der Insel, jedoch kommen im Sommer sehr viele Touristen. Eine Hotelmanagerin auf Stromboli berichtete der Deutschen Presse-Agentur von viel Rauch und Lavaströmen. Jedoch sei keine Panik ausgebrochen.

Bürgermeister von Lipari: Lage am Stromboli ist unter Kontrolle

Der Bürgermeister von Lipari sagte der Nachrichtenagentur ADN Kronos, die Lage sei unter Kontrolle. Für die, die Stromboli verlassen wollten, gebe es einen Transport auf die benachbarte Insel Lipari, so Giorgianni.

Der gut 900 Meter hohe Stromboli liegt auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer, rund 100 Kilometer nördlich der sizilianischen Küste. Er darf nur mit Führer bis nach oben bestiegen werden. Die beiden jetzigen Explosionen gehörten zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985, sagte Eugenio Privitera vom nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie INGV.

Seit mehr als 2000 Jahren gerät das Gestein unter dem Liparischen Archipel, zu dem Stromboli gehört, in regelmäßigen Abständen in Bewegung. Kleinere Eruptionen gibt es auf der süditalienischen Insel im Rhythmus von etwa zehn Minuten. Sie sind aber meist nicht wuchtig.

Letzter großer Stromboli-Ausbruch im Jahr 2002

Ein großer Ausbruch des Stromboli ereignete sich am 29. Dezember 2002. Damals rutschte ein Felshang vom Kegel des Hauptkraters ins Meer und löste eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle aus, die auch die Nachbarinseln Lipari und Panarea erfasste. Wie durch ein Wunder wurden dabei nur wenige Menschen verletzt. Die Behörden ließen Stromboli für mehr als zwei Monate evakuieren. Auch 2007 gab es einen großen Ausbruch.

sba/news.de/dpa

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