23.06.2019, 16.26 Uhr

Rechtes "Schild und Schwert"-Festival in Ostsachsen: Kein Bier für Nazis! Ostritz setzt auf friedlichen Protest

Mit friedlichen Protesten gegen das Neonazi-Festival "Schild und Schwert" haben die Bürger von Ostritz den nach Ostsachsen gereisten Neonazis den Hahn abgedreht. Die Veranstaltung verlief der Polizei zufolge friedlich.

Die Polizei zog nach dem rechtsextremen Festival "Schild und Schwert" in Ostritz eine positive Bilanz - die Veranstaltung sei friedlich verlaufen. Bild: Daniel Schäfer / ZB / picture alliance / dpa

Die Polizei hat nach Abschluss eines Neonazi-Treffens und zahlreicher Gegenproteste im ostsächsischen Ostritz eine positive Bilanz gezogen. Alle Versammlungen und Veranstaltungen seien friedlich verlaufen, sagte der Leitende Polizeidirektor Holger Löwe am Sonntag. Insgesamt sind von Freitag bis Sonntag 32 Straftaten und 5 Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. Schwerpunkte bei den Straftaten waren 16 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie 10 Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Ostritz protestiert friedlich gegen "Schild und Schwert"-Festival

An den Protesten gegen das rechtsextreme "Schild und Schwert Festival" beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen - beim Friedensfest, dem 100-jährigen Jubiläum des örtlichen Fußballvereins und zwei Demonstrationen. Die Polizei war mit bis zu rund 1.400 Beamten im Einsatz. Die Kräfte aus Sachsen wurden unterstützt von Hundertschaften aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin sowie der Bundespolizei und Kollegen aus Polen.

Friedlicher Protest gegen Neonazi-Treffen - Einwohner kaufen Bier auf

Im ostsächsischen Ostritz ist der Protest gegen ein Neonazi-Treffen friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. Bis zum frühen Samstagabend habe es keine Probleme gegeben, sagte ein Polizeisprecher. An einer Demonstration gegen das rechtsextreme "Schild und Schwert Festival" beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 300 Menschen. Der Aufzug durch die Stadt sei laut und friedlich, sagte der Polizeisprecher.

Bei dem Rechtsrock-Festival auf dem Gelände eines Hotels hatten sich laut Polizei zwischen 500 und 600 Teilnehmer versammelt. Vor der Veranstaltung war mit 750 Teilnehmern gerechnet worden. Die Polizei setzte auch am Samstag das Alkoholverbot für die Neonazi-Veranstaltung um. Nachdem bereits am Vortag 4.200 Liter Bier beschlagnahmt worden waren, zogen die Beamten nach eigenen Angaben noch einmal rund 200 Liter an mitgebrachten alkoholischen Getränken ein. Als Protest gegen das Neonazi-Festival hatten am Samstag Bürger aus Ostritz mehr als 100 Kästen Bier in einem Supermarkt aufgekauft. Nach Abschluss des Rechtsrock-Konzertes wurden dem Versammlungsleiter wieder die 4.200 Liter Bier übergeben, die die Polizei am Freitag wegen eines Alkoholverbots auf dem Gelände beschlagnahmt hatte.

Ermittlungen gegen Neonazis bei "Schild und Schwert"-Festival

Die Polizei reagierte auch auf ein Video, das auf Twitter verbreitet wurde. Darin ist zu sehen, dass Polizeibeamte bei einem Mann eine Armbinde richten, über dem ein Tattoo mit einem verbotenen Totenkopf zu sehen ist. Der Staatsschutz habe gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet, teilte die Polizei mit.

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loc/news.de/dpa

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