21.06.2019, 09.55 Uhr

Mikroplastik: Die gefährliche 8. Plage der Endzeit!

Ein erwachsener Mann nimmt pro Jahr rund 212.000 Mikro-Kunststoffteile auf. Vieles davon wird vom Körper wieder ausgeschieden. Doch die Gefahr lauert ganz woanders!

Plastik ist überall - die neue Gefahr für unsere Gesundheit Bild: picture alliance/Skanda Gautam/ZUMA Wire/dpa

Die Studie von Kieran D. Cox von der University of Victoria /Kanada hat geschockt! Jeder Mensch nimmt Mikroplastik auf - das war bislang bereits bekannt! Erschreckend hingegen ist die Menge: Trinkt eine Person nur Leitungswasser, so gelangen alleine über diesen Weg rund 4.000 Mikro-Partikel pro Jahr in dessen Körper. Ein anderer, der ausschließlich aus PET-Flaschen trinkt, nimmt bereits 90.000 Kleinstpartikel auf. Die Gesamtanzahl der über die Nahrung aufgenommenen Mikro-Plastik-Teilchen ist von Alter und Geschlecht abhängig. So isst ein Mädchen rund 39.000 Teilchen über die Nahrung mit, ein erwachsener Mann hingegen 52.000. Zwar basieren die Ergebnisse der Studie auf den offiziellen Ernährungsempfehlungen der US-Regierung, dennoch können die Werte durchaus auch auf Deutschland umgelegt werden.

Mikro-Plastik ist überall

Als Mikro-Plastik werden Teilchen in einer Größe von unter fünf Millimeter bezeichnet. Vor allem die Kosmetik-Industrie gibt das sog. „Primäre Mikroplastik" für Peeling-Effekte etwa verschiedenen Crémes, dem Duschgel oder auch der Zahnpasta bei. Durch das Waschen von Textilien werden kleinste Fasern ebenfalls in's Abwasser gespült. Kläranlagen können die Mehrzahl dieser Mini-Partikel nicht filtern - sie gelangen in den Wasserkreislauf. Der Rest wird durch den Klärschlamm auf den Wiesen und Äckern aufgebracht. Der weitaus größere Teil dieses Umweltverschmutzers (sekundäres Mikroplastik) jedoch entsteht durch die Zersetzung von größeren Teilen aufgrund der Witterung, des Sonnenlichts oder des salzigen Meerwassers. Die meisten Teilchen werden jedoch eingeatmet: Reifen- oder Bremsabrieb von Fahrzeugen etc.

Giftstoffe lagern sich ein

Medizinische Untersuchungen an Zellkulturen haben nachgewiesen, dass diese Kleinstteile Entzündungen hervorrufen können. Das Gros wird durch den Darm wieder ausgeschieden. Allerdings befinden sich in den Mikro-Partikeln Additive wie Weichmacher. Das Umweltbundesamt warnt vor diesen Phthalaten und dem ebenfalls in der Kunststoffindustrie verwendeten Bisphenol A. Beides wirkt auf den Hormonhaushalt ein und kann Schilddrüse, Hirnanhangsdrüse und nicht zuletzt die Fortpflanzung des Menschen negativ beeinflussen. Weitere krebserregende Gifte wie PCB, DDE oder auch Metalle wie Blei oder Chrom haften v.a. an den Partikeln im Meer an, Fische fressen diese, wodurch auch die Chemikalien in die Nahrungskette gelangen.

Mehr als Versprechen gibt es leider nicht

Bereits im Jahr 2013 veröffentlichte die EU-Kommission das "Grünbuch". Darin enthalten ist eine grundsätzliche Strategie zur Vermeidung von Kunststoffmüll. Während Frankreich, Großbritannien und Schweden, ja auch die USA und Kanada die Beigabe von Mikroplastik in Kosmetika und Haushaltsartikeln inzwischen verboten haben, setzt Deutschland auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Produzenten. Einige haben sich daran gehalten und verwenden Alternativen wie zermahlene Nussschalen, Salzkristalle oder auch Kreide, die meisten anderen aber beließen es bei Versprechungen!

US/add/news.de

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