18.06.2019, 15.01 Uhr

Justizvollzugsanstalt Lübeck: Details zur Geiselnahme! Häftling bedrohte Psychologin mit Messer

Geiselnahme in der JVA Lübeck: Nach rund fünf Stunden in der Gewalt eines Häftlings haben Einsatzkräfte eine als Geisel gefangen gehaltene Frau gewaltsam befreit. Offenbar wurde die Psychologin mit einem Messer bedroht.

In der Justizvollzugsanstalt Lübeck ist es zu einer Geiselnahme gekommen. Bild: Markus Scholz / picture alliance / dpa

Nach dem glücklichen Ende einer mehrstündigen Geiselnahme im Gefängnis von Lübeck laufen Ermittlungen, wie es dazu kommen konnte. Die Polizei will am Dienstag Details zu den Vorgängen bekanntgeben. Rund fünf Stunden nach Beginn der bewaffneten Geiselnahme hatten Spezialkräfte den Täter am Montagabend überwältigt und dabei leicht verletzt. Sein Opfer blieb körperlich unversehrt.

Geiselnahme in der JVA Lübeck - Psychologin gerettet

Fünf Stunden war eine Mitarbeiterin in der Gewalt eines Häftlings. Die Geiselnahme im Gefängnis von Lübeck ist am Montag unblutig zu Ende gegangen. Laut Polizei konnte der Täter nach rund fünf Stunden "durch Spezialkräfte überwältigt werden und wurde dabei leicht verletzt. Die befreite Frau blieb dabei unverletzt". Das teilten die Einsatzkräfte am Montagabend mit. Die Mitarbeiterin der Justizvollzugsanstalt wurde am Abend ärztlich betreut. Polizisten kamen bei dem Einsatz nicht zu Schaden. Kurz vor der Polizeiaktion waren drei Detonationen vom Gelände der JVA zu hören, mutmaßlich handelte es sich dabei um den Zugriff der Beamten. Der bewaffnete Mann hatte die Frau am Nachmittag gegen 15.00 Uhr in seine Gewalt gebracht.

Geiselnahme in JVA Lübeck: Psychologin als Geisel befreit, Geiselnehmer verletzt

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es sich bei dem Mann um einen rumänischen Sexualstraftäter handeln. Sein Opfer ist demnach Psychologin. Die Polizei will am Dienstag weitere Informationen zu dem Geiseldrama veröffentlichen.

Die Polizei hatte nach Bekanntwerden der Geiselnahme Spezialkräfte angefordert. Rund um das Gefängnis kam es zu Verkehrsbehinderungen. Am Abend waren drei Detonationen vom Gelände der Anstalt zu hören, mutmaßlich handelte es sich dabei um den Zugriff der Beamten.

Geiselnehmer von Lübeck bedrohte Opfer mit Küchenmesser

Der Geiselnehmer in der Justizvollzugsanstalt Lübeck hat sein Opfer, eine Gefängnis-Psychologin, am Montag mit einem Küchenmesser bedroht. Das Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge stammte nach den ersten Erkenntnissen aus den Beständen der Anstalt, wie die Landespolizei am Dienstag in Kiel auf einer Pressekonferenz mitteilte. Zum Motiv hieß es, der 36 Jahre alte Rumäne habe gefordert, man solle ihm Entlassungspapiere geben und in seine Heimat überstellen. Der Geiselnehmer muss wegen eines Sexualdeliktes eine mehrjährige Haftstrafe verbüßen. Nach der Geiselnahme im Lübecker Gefängnis soll er jetzt in eine andere Anstalt verlegt werden.

Spezialkräfte der Polizei hatten den Mann am Montagabend rund sechs Stunden nach der Geiselnahme überwältigt. Der Täter wurde bei der Polizeiaktion leicht verletzt. Die Psychologin blieb körperlich unversehrt.

Wiederholte Geiselnahme im JVA Lübeck

Der Fall vom Montag war nicht die erste Geiselnahme in der JVA Lübeck. Am Heiligabend 2014 hatten vier Männer einen Justizvollzugsbeamten in ihre Gewalt gebracht, um ihre Flucht aus dem Gefängnis zu erzwingen. Der Versuch scheiterte; die Männer wurden vor gut zwei Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Messer-Attacke auf Sozialpädagogin erschütterte JVA Lübeck vor 22 Jahren

Im Juli 1997 hatte ein Mann in der JVA Lübeck einer Sozialpädagogin nach einem Gespräch in ihrem Büro plötzlich ein selbstgebasteltes Messer an den Hals gehalten und sie rund fünf Stunden in seiner Gewalt behalten. Das Ganze wurde unblutig beendet, als der Geiselnehmer mit der Frau das Gefängnis in einem präparierten Fluchtauto verlassen wollte.

Bei der Geisel handelte es sich um die Frau des damaligen Leitenden Oberstaatsanwalts. Der Täter wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.

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loc/news.de/dpa

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