18.06.2019, 08.22 Uhr

Tanker-Attacke im Golf von Oman im News-Ticker: Vorwürfe gegen Iran: USA legen neue Fotos zu Öltanker-Angriffen vor

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman wächst weltweit die Sorge vor einer Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Alle aktuellen Ereignisse rund um die Tanker-Attacken lesen Sie in unserem News-Ticker.

Der norwegische Öltanker "Front Altair" soll nach einem Angriff im Golf von Oman gesunken sein. Bild: Patrick Vereecke / Marine Traffic / AP / picture alliance / dpa

Seit Wochen wachsen am Golf die Spannungen mit dem Iran. Schon vor vier Wochen wurden von dort Sabotageakte gegen Tanker gemeldet. Nun trifft es Schiffe von Reedereien aus Deutschland und Norwegen.Für die USA ist schon kurz danach klar, wer für die mutmaßlichen Angriffe auf die Schiffe verantwortlich ist. Die UN warnen vor einer "großen Konfrontation."

Tanker-Katastrophe im Golf von Oman im News-Ticker:

  • Attacke auf deutschen Öl-Tanker
  • USA machen Iran für Angriffe verantwortlich
  • Video soll Öltanker-Angriff zeigen
  • Bundesregierung besorgt
  • Kommt es jetzt zu einem neuen Krieg?

Alle aktuellen Ereignisse rund um die Zwischenfälle im Golf von Oman lesen sie in unserem news.de-Ticker.

+++ 18.06.2019: Vorwürfe gegen Iran: USA legen neue Fotos zu Öltanker-Angriffen vor +++

Das US-Verteidigungsministerium hat neue Fotos zu den Angriffen auf Öltanker im Golf von Oman veröffentlicht, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die am Montag (Ortszeit) verbreiteten Bilder zeigen nach Pentagon-Angaben unter anderem das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf der "Kokuka Courageous" gerissen haben soll. Bereits am Tag des Angriffs auf zwei Öltanker hatte die US-Regierung am Donnerstag den Iran dafür verantwortlich gemacht. In der EU zeichnet sich keine geschlossene Unterstützung für die US-Vorwürfe ab. Teheran weist die Anschuldigungen kategorisch zurück.

Ein weiteres der insgesamt elf neuen Fotos vom Montag zeigt nach US-Darstellung Rückstände einer weiteren, nicht explodierten Haftmine, die nach dem Angriff von Soldaten der Revolutionsgarden entfernt worden sein soll, um Beweise zu vernichten. Auf einem von einem US-Hubschrauber aus aufgenommenen Foto soll das Schnellboot mit den iranischen Soldaten zu sehen sein, die die Mine entfernten.

Bereits am Donnerstag hatte das US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, ein Video veröffentlicht, das die Entfernung der Haftmine zeigen sollte. Das Pentagon machte am Montag erneut den Iran für die Angriffe verantwortlich. Als Begründung führte das Ministerium das Video an und die "Ressourcen und Kenntnisse, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen".

+++ 18.06.2019: Iran-Konflikt: USA schicken 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten +++

US-Präsident Donald Trump schickt im eskalierenden Konflikt mit dem Iran rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Die Soldaten würden zu "Verteidigungszwecken" in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan am Montag (Ortszeit) in Washington mit. Shanahan betonte zugleich: "Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem Iran an." Die USA machen den Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman am vergangenen Donnerstag verantwortlich. Teheran weist das zurück.

In der Mitteilung Shanahans hieß es, die jüngsten Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten durch die iranischen Streitkräfte und ihre verbündeten Gruppen. Mit der Entsendung der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in der Region geschützt werden.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen seit Monaten zu. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt, was Sorgen vor einem militärischen Konflikt aufkommen ließ.

+++ 15.06.2019: Explosion auf norwegischem Tanker nicht mechanisch bedingt +++

Nach einem mutmaßlichen Angriff im Golf von Oman hat die Reederei des norwegischen Öltankers "Front Altair" mechanisches oder menschliches Versagen als Explosionsursache ausgeschlossen. Was die Detonation tatsächlich ausgelöst habe, sei nach wie vor unbekannt und werde untersucht, teilte die Reederei Frontline am späten Freitagabend mit. Solange es keine weiteren Informationen gebe, werde Frontline "extreme Vorsicht" walten lassen, wenn es um neue Transportaufträge in der Golfregion gehe.

Der norwegische Tanker war am Donnerstag ebenso wie der japanische Tanker "Kokuka Courageous" im Golf von Oman möglicherweise angegriffen worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Die 23 Besatzungsmitglieder der "Front Altair" waren alle von einem Frachter gerettet worden. Das Feuer wurde binnen Stunden gelöscht. Laut Frontline erreichte ein Schlepper am Freitagmittag den Tanker. Zwei weitere Schiffe mit Spezialisten an Bord sollten am Samstag vor Ort eintreffen.

+++ 14.06.2019: Trump zu Angriffen auf Tanker: Der Iran hat es getan +++

US-Präsident Donald Trump hat bekräftigt, dass die USA den Iran für den Urheber der mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman hält. "Sie haben es getan", sagte Trump in einem Telefoninterview des Senders Fox News.

"Nunja, der Iran hat es getan, und sie haben es, wissen Sie, getan, weil man das Schiff gesehen hat", sagte er mit Blick auf ein Video, das die USA am Vortag zur Verfügung gestellt hatten. Und er fügte hinzu: "Sie wollten nicht, dass Beweise zurückbleiben."

Das Video soll die US-These einer iranischen Urheberschaft bestätigen, liefert tatsächlich jedoch keine Beweise. Es soll zeigen, wie iranische Kräfte eine Magnetmine von einem der Schiffe entfernen. Die Bilder stammen von einem Zeitpunkt nach den Explosionen.

Fox News berichtete anschließend unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium, es gebe Hinweise, dass eine der beiden Tanker-Besatzungen zunächst von einem Handelsschiff gerettet, dann aber von iranischen Kräften übernommen worden sei. Bekannt ist, dass die Besatzung des beschädigten Tankers "Front Altair" von dem Schiff "Hyundai Dubai" aufgenommen und Iranern übergeben wurde. Die Besatzung gab dem iranischen Fernsehen ein Interview, in dem sie die Iraner lobten. Ihre Aussagen ließen keinen Rückschluss auf die möglichen Urheber der Angriffe zu.

+++ 14.06.2019: Feuer auf norwegischem Tanker gelöscht +++

Nach dem mutmaßlichen Angriff im Golf von Oman konnte das Feuer auf dem norwegischen Öltanker "Front Altair" gelöscht werden. Das teilte die Reederei Frontline am Freitag mit. Das Schiff liege stabil und es sei bislang keine Verschmutzung des Wassers festgestellt worden. Im Laufe des Tages werde ein Bergungsschlepper erwartet. Den 23 Besatzungsmitgliedern gehe es gut.

Der Tanker war wie der japanische Tanker "Kokuka Courageous" am Donnerstag im Golf von Oman möglicherweise angegriffen worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Nach Angaben von Frontline soll im Laufe des Samstags ein weiteres Spezialistenteam vor Ort eintreffen, um die Schäden an der «Front Altair» genauer zu untersuchen.

+++ 14.06.2019: Deutschland warnt vor Eskalationsspirale in der Golf-Region +++

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman zeigt sich die Bundesregierung äußerst besorgt. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sprach am Freitag in Berlin von "außerordentlich besorgniserregenden Nachrichten". Jede Entwicklung müsse vermieden werden, die die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter zuspitze. "Wir dürfen auf keinen Fall in eine Eskalationsspirale hineingeraten."

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes ergänzte: "Jeder Angriff auf Schiffe stellt eine Gefahr für die internationale Schifffahrt dar und auch eine Gefährdung des Friedens."

Am Vortag waren ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter japanischer Frachter sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei angegriffen worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich, was Teheran jedoch bestreitet. Demmer mahnte deshalb eine zügige Aufklärung an. Dazu stehe Deutschland mit allen internationalen Partnern im Kontakt.

Den Angaben zufolge hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bereits am Freitagmorgen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian telefoniert. Auch mit Washington und Teheran gebe es einen engen Austausch.

+++ 14.06.2019: China: "Wir alle wollen keinen Krieg am Golf" - Xi trifft Ruhani +++

Nach den Zwischenfällen mit zwei Schiffen im Golf von Oman hat China alle Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen. "Wir alle wollen keinen Krieg in der Golfregion", sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Freitag in Peking. China sei besorgt über die jüngsten Spannungen im Nahen Osten. Alle Parteien sollten ihre Differenzen durch Dialog lösen und Frieden und Stabilität sichern. Die Sicherheit der Schifffahrt in den betreffenden Seegebieten müsse gewahrt werden.

Zuvor hatte sich in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani getroffen. In Berichten chinesischer Staatsmedien über das Treffen am Rande des Gipfels der Shanghai Kooperationsorganisation (SCO) wurden die Zwischenfälle und die Vorwürfe der USA an den Iran, Schuld an den Angriffen auf die Öltanker zu sein, nicht erwähnt.

China betrachte die Beziehungen zum Iran von einer "strategischen und langfristigen Perspektive", sagte Xi Jinping laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Ungeachtet von Veränderungen in der regionalen und internationalen Lage sei China bereit, seine "umfassende strategische Partnerschaft" mit dem Iran beständig zu fördern. China unterstütze auch die Aufrechterhaltung des Atomabkommens mit dem Iran.

+++ 14.06.2019: Frachter deutscher Reederei wird in Emirate geschleppt +++

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf den Frachter einer deutschen Reederei im Golf von Oman sind die 21 Seeleute wieder an Bord. Wie die Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) am Freitag in Singapur weiter mitteilte, besteht keine Gefahr, dass der Tanker namens "Kokuka Courageous" sinkt. Er verliere auch keine Ladung. Das Schiff, der unter der Flagge Panamas führt, soll nun in den Hafen Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten geschleppt werden.

Eigentlich ist der Tanker auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Singapur. Zum Ablauf des mutmaßlichen Angriffs am Donnerstag machte die Reederei weiterhin keine näheren Angaben. Die 21 Seeleute kommen nach Angaben eines Firmensprechers alle von den Philippinen. Ein Mann wurde leicht verletzt, ist inzwischen aber ebenfalls wieder an Bord. Die BSM gehört zur Reederei Schulte Group, die ihren Sitz in Hamburg hat.

+++ 14.06.2019: Golf von Oman: Japanischer Betreiber bestreitet Torpedo-Angiff +++

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman hat der japanische Betreiber eines der beiden Tanker bestritten, dass sein Schiff von einem Torpedo getroffen worden sei. Die Besatzungsmitglieder hätten noch vor der Explosion "fliegende Objekte" gesehen, sagte der Präsident der japanischen Firma Kokuka Sangyo bei einer Pressekonferenz in Tokio am Freitag. Die Besatzung sei mittlerweile auf den Tanker "Kokuka Courageous" zurückgekehrt, sagte Yutaka Katada weiter.

Betroffen waren am Donnerstag ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, der einer japanischen Firma gehört, sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei. Beide Tanker wurden beschädigt, die Besatzungen wurden zunächst in Sicherheit gebracht.

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt, sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über sie läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Die Rohölpreise stiegen deutlich.

+++ 14.06.2019: US-Militär veröffentlicht Video zu mutmaßlichem Öltanker-Angriff +++

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman hat das US-Militär ein Video veröffentlicht, das die iranischen Revolutionsgarden belasten soll. Das US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, das Video zeige, wie ein Boot der Revolutionsgarden auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufahre. Die Menschen an Bord des iranischen Schnellbootes vom Typ "Gaschti" seien dabei "beobachtet und aufgenommen" worden, wie sie eine nicht explodierte Haftmine wieder vom Schiffskörper entfernten.

Auf dem Video ist zu erkennen, wie sich Menschen an Bord eines Schnellbootes an der Wand eines Öltankers zu schaffen machen und von dort etwas zu entfernen scheinen. Das Boot fährt danach wieder weg von dem Tanker. Centcom sprach von einem "Haftminenangriff" im Golf von Oman. Die Vereinigten Staaten und die Internationale Gemeinschaft hätten kein Interesse an einem neuen Konflikt im Nahen Osten. "Wir werden unsere Interessen aber verteidigen."

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat die iranischen Revolutionsgarden im April in einem beispiellosen Schritt als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die Revolutionsgarden (IRGC) sind die Eliteeinheit der Streitkräfte im Iran und weitaus wichtiger als die klassische Armee. Es war das erste Mal, dass die USA eine militärische Einheit eines anderen Staates als Terrororganisation einstuften.

+++ 13.06.2019: Saudi-Arabien verurteilt mutmaßliche Angriffe auf Tanker am Golf +++

Saudi-Arabien hat die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verurteilt. Das Königreich verfolge die Nachrichten über die "Terroroperationen" mit großer Sorge, sagte der saudische Energieminister Chalid al-Falih, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Donnerstagabend meldete. Das Land werde die nötigen Maßnahmen ergreifen, um seine Häfen zu schützen. Das Energieministerium in Riad und der saudische Ölriese Aramco hätten ihre Bereitschaft erhöht, um solchen feindlichen Akten zu begegnen.

Die schweren Zwischenfälle nahe der iranischen Küste hatten die Spannungen in der Region zuvor erhöht. Betroffen waren am Donnerstag ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei. Beide Tanker wurden beschädigt. Eines der Schiffe hatte vor einigen Tagen von einem saudischen Hafen abgelegt. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst unklar.

Die USA machten den Iran für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich. Diese Einschätzung basiere unter anderem auf Geheimdienstinformationen, auf den eingesetzten Waffen und auf ähnlichen Angriffen in jüngster Vergangenheit, sagte US-Außenminister Mike Pompeo in Washington. Das sunnitsche Saudi-Arabien sieht im schiitischen Iran einen Erzfeind. Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Regierung in Riad ihren Ton gegenüber Teheran verschärft.

+++ 13.06.2019: Iran besorgt über "dubiose" Zwischenfälle im Golf von Oman +++

Das iranische Außenministerium hat sich besorgt über die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman geäußert und von "dubiosen" Zwischenfällen gesprochen. Besonders der Zeitpunkt sei sehr verdächtig, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi.

Zur gleichen Zeit am Donnerstagvormittag habe nämlich in Teheran ein Treffen zwischen Irans Führer Ajatollah Ali Chamenei und Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe stattgefunden. Dabei ging es um eine Deeskalation der Krisen am Persischen Golf.

"Solche Zwischenfälle stehen sicherlich im Kontrast mit regionalen und überregionalen Bemühungen, die Spannungen in der Region zu reduzieren", schrieb der Sprecher am Abend auf Twitter. Der Iran unterstütze jedoch weiter eine regionale Zusammenarbeit, um den Frieden zu sichern.

Teheran hat in jüngster Vergangenheit mehrmals vor "Verschwörungen und Abenteurertum ausländischer Elemente" gewarnt, um unter solchen Vorwänden einen Militärkonflikt im Persischen Golf zu provozieren. Mit ausländischen Elementen sind die beiden Erzfeinde USA und Israel gemeint.

Auch Außenminister Mohamed Dschawad Sarif beschrieb die Zwischenfälle "mehr als verdächtig". Präsident Hassan Ruhani äußerte sich zwar nicht direkt zum Thema, betonte jedoch erneut die Notwendigkeit, den Persischen Golf frei von Krisen zu halten. Teheran werde daher auch alles tun, damit die Region sicher und stabil bleibe, sagte der Präsident am Donnerstag. Im Iran untersuchen mehrere Expertenteams die mutmaßlichen Angriffe.

+++ 13.06.2019: USA machen Iran für mutmaßliche Angriffe auf Öltanker verantwortlich +++

Die USA machen den Iran für die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Das sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Washington.

+++ 13.06.2019: Maas: Angriffe auf Handelsschiffe sind "Bedrohung für den Frieden" +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman als "außerordentlich beunruhigend" bezeichnet. "Die Vorfälle sind das Gegenteil von dem, was wir in der jetzigen ohnehin schon angespannten Lage in der Region gebrauchen können", sagte er am Donnerstag in Berlin. "Das sind Ereignisse, die zur Eskalation führen können." Angriffe auf Handelsschiffe stellten nicht nur eine Bedrohung für offene Handelswege dar. "In der aktuellen Situation sind sie auch eine Bedrohung für den Frieden."

Maas war erst am Montag von einer viertägigen Reise durch die Krisenregion im Nahen und Mittleren Osten zurückgekehrt, bei der er den Iran, den Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien besucht hatte.

Zwischenfall im Golf von Oman: Norwegischer und deutscher Frachter offenbar angegriffen

Inmitten der Spannungen mit dem Iran ist es nahe der Küste des Landes zu schweren Zwischenfällen mit Handelsschiffen von Reedereien aus Deutschland und Norwegen gekommen. Im Golf von Oman geriet der Öltanker "Front Altair" der norwegischen Reederei Frontline am Donnerstagmorgen nach einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte.

Die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte zudem mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter "Kokuka Courageous" gebracht worden. Das Schiff sei am Morgen beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden. Die Hintergründe der Vorfälle waren zunächst unklar.

Die US-Marine erklärte, sie haben zwei Notrufe erhalten. US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien.

Explosion an Bord von norwegischem Öltanker "Front Altair"

Die norwegische Seefahrtsbehörde meldete weiter, es sei von drei Explosionen auf der der "Front Altair" berichtet worden. Die Reederei bestätigte eine Attacke auf den Öltanker "Front Altair" zunächst nicht. Bisher sei nur klar, dass es eine Explosion und einen Brand an Bord der "Front Altair" gegeben habe, sagte ein Sprecher der Tankerreederei Frontline der Deutschen Presse-Agentur. Berichte, das Schiff sei bereits gesunken, stimmten nicht. "Es ist nicht gesunken", sagte er.

21 Seeleute von deutschem Frachter "Kokuka Courageous" gerettet

Nach Angaben der Reederei BSM besteht auch keine Gefahr, dass die "Kokuka Courageous" sinkt. Die Ladung sei "intakt". Der Schaden sei auf der Steuerbordseite im hinteren Teil des Frachters, sagte der Sprecher. Die 21 Seeleute seien mit einem Rettungsboot auf ein anderes Schiff gebracht worden, die "Coastal Ace". Der leicht verletzte Seemann habe dort Erste Hilfe bekommen. Bei den Seeleuten handele es sich ausnahmslos um Philippiner. Deutsche seien keine an Bord gewesen.

Der Zwischenfall ereignete sich diesen Angaben zufolge in etwa 70 Seemeilen Entfernung vom arabischen Emirat Fudschairah und etwa 14 Seemeilen entfernt von der iranischen Küste. Weiterer Anrainer der dortigen Meerenge ist das arabische Sultanat Oman. Die BSM gehört zur Hamburger Reederei Schulte Group.

"Front Altair" auf dem Weg nach Taiwan

Der 2016 gebaute Öltanker "Front Altair" fährt unter der Flagge der Marschallinseln. Er war nach Angaben des Dienstes "Marine Traffic" auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Taiwan. Frontline gilt als die größte Tankerflotte der Erde. Sie ist im Besitz des norwegischen Milliardärs John Frederiksen. Die "Kokuka Courageous" hatte "Marine Traffic" zufolge vor drei Tagen in Saudi-Arabien abgelegt und war unterwegs nach Singapur.

Ölpreise steigen stark nach Angriff auf norwegischen Tanker

Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem Angriff auf einen norwegischen Öltanker im Golf von Oman stark gestiegen. Zudem wurde ein weiteres Schiff bei einem anderen Zwischenfall beschädigt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 62,05 US-Dollar. Das waren 2,05 Dollar mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,49 Dollar auf 52,63 Dollar. Zeitweise waren die Ölpreise noch stärker gestiegen.

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