12.06.2019, 12.01 Uhr

Vermisstenfall gelöst: Von Ex-Freund verschleppte Pflegerin (47) von Polizei befreit

Tagelang fehlte von einer entführten Frau jede Spur, europaweit wurde nach den mutmaßlichen Tätern gefahndet. Erfolgreich, nun konnte die Frau befreit werden. Was war das Motiv?

In diesem Wohnwagen wurde eine 47-jährige Pflegerin von ihrem Ex-Freund verschleppt - jetzt ist die Frau wohlbehalten befreit worden. Bild: Polizeipräsidium Aalen / picture alliance / dpa

Das Scheitern seiner Beziehung soll einen 51 Jahre alten Mann dazu getrieben haben, seine Ex-Freundin aus Aspach (Rems-Murr-Kreis) in Baden-Württemberg tagelang in einem Wohnmobil zu verschleppen. "Der Mann hat wahrscheinlich die Trennung nicht akzeptiert", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Aalen.

Frau (47) aus Aspach in Wohnwagen verschleppt und wohlbehalten in Frankreich aufgefunden

Das 47-jährige, aus Polen stammende Opfer war am Dienstag rund eine Woche nach seinem Verschwinden weitgehend wohlbehalten in Frankreich befreit worden. Allerdings seien die Hintergründe der Entführung noch unklar. Deshalb werde weiter ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Auch nach Angaben der französischen Lokalzeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" (DNA) hatte sich die Frau von dem 51-Jährigen trennen wollen. Am Tag ihres Verschwindens sei ein Treffen mit dem Mann geplant gewesen, berichtete die Zeitung am Mittwoch.

Wurde die Entführung der Pflegerin bis ins Detail geplant?

Die Tat soll der 51-Jährige detailliert geplant haben. "Es deutet nichts auf eine Kurzschlusstat hin", sagte der Polizeisprecher. "Der Mann hat sich im Vorfeld entsprechend schlau gemacht und ist dann erst nach Deutschland eingereist."

Neben dem Ex-Freund wird auch ein 23-jähriger Komplize verdächtigt, nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und des SWR ein Mitarbeiter des verdächtigten Automechanikers. Die beiden stammen ebenso wie die Frau aus Polen. Deshalb hatten polnische, französische und deutsche Polizisten bei den Ermittlungen zusammengearbeitet.

Zwei Tatverdächtige nach Verschwinden von polnischer Pflegerin in Polizeigewahrsam

Dank der intensiven Ermittlungen der französischen Fahnder habe der Aufenthaltsort der beiden Männer und ihres Opfers am Dienstagnachmittag bestimmt werden können. Daraufhin sei auch eine Delegation deutscher Ermittler zur Unterstützung nach Frankreich gereist, hieß es in der Mitteilung. Schließlich erfolgte der Zugriff.Die Männer würden zunächst in Frankreich verhört, teilte die Aalener Polizei mit. Über einen möglichen Auslieferungsantrag müsse die Staatsanwaltschaft in Stuttgart entscheiden.

Die Angehörigen der Frau seien wenig später informiert worden. Sie und die beiden Verdächtigen stammen aus Polen. Die Ermittler dankten außerdem ausdrücklich den französischen Kollegen für deren Arbeit. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei die Öffentlichkeit davor gewarnt, im deutsch-französischen Grenzgebiet Anhalter mitzunehmen.

Pflegerin aus Aspach spurlos verschwunden - Polizei warnt Bevölkerung

Die Verschleppte hatte nach Polizeiangaben bis zu ihrer Entführung in Aspach eine Frau gepflegt. Sie war nach einer Pause nicht zurückgekehrt. Zuletzt sollen die Verdächtigen mit ihrem Opfer zu Fuß unterwegs gewesen sein. Das Wohnmobil, in dem die Pflegekraft verschleppt worden war, war bereits vor einigen Tagen leer in einem Wald bei Straßburg gefunden worden.

Vor dem Zugriff und der Festnahme am Dienstag in Frankreich hatte die Polizei die Öffentlichkeit davor gewarnt, im deutsch-französischen Grenzgebiet Anhalter mitzunehmen. Sie hatte befürchtet, die beiden Männer könnten eine Mitfahrgelegenheit nach Polen suchen.

Schon gelesen? Neue Spur! Hat ein deutscher Pädophiler Maddie verschleppt?

Folgen Sie News.de schon bei Facebook? Hier finden Sie brandheiße News und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser