05.06.2019, 22.14 Uhr

Sehbehinderung: 1,2 Millionen Sehbehinderte bedroht! HIER werden Blinde zu Opfern!

Provoziert und gefährdet die Gesellschaft bewusst die Hilflosigkeit von Sehbehinderten?

Sehbehinderung  Bild: picture alliance / dpa

Ein Handicap sollte heute kein Problem darstellen. Das Entwicklungen der Freizeitindustrie dem entgegen stehen, zeigt die steigende Unfallrate und der wachsende Unmut von Interessenverbänden.

Wird der elektromobile Hype zur Gefahr?

Schöne neue Elektromobilwelt. Ab 15.06. dürfen E-Roller nun offiziell zugelassen Straßen und Radwege bevölkern. Glücklicherweise konnten mit Unterstützung von Versicherungen Gedanken abgewendet werden, diese auch noch für Kinder ab 12 Jahren zuzulassen, die nur die Gehwege hätten benützen dürfen. Man stelle sich das mal vor wie unsere älteren Mitbürger, Geh- und Sehbehinderten leichtfüßig im Slalom um die entgegenkommende E-Roller tänzeln. Das kommt ganz besonders gut in engen Einkaufspassagen. Der sprunghafte Anstieg der Unfallstatistik wäre wohl vorprogrammiert.

 

Helme für sehbehinderte Fußgänger?

Doch soweit ist es zum Glück noch nicht. Elektromobile aber sind generell eine Gefahr für Sehbehinderte. Sie müssen sich beim Überqueren von Straßen oft auf ihren Hörsinn verlassen und können aufgrund ihrer Einschränkungen unter anderem Entfernungen schlecht einschätzen. Sollten sie ab Mitte Juni jetzt besser Helme tragen, um auf die andere Straßenseite zu kommen? Ganz so schlimm wird es sicher nicht werden. Allerdings ist die Gefahr, dass mehr Unfälle passieren, weil die Fahrzeuge immer leiser werden, sehr wohl aktuell.

 

Bewusste Fahrzeugführung

Hilfreich sind in diesem Falle sind dann sicher intelligente Fahrsysteme, die solche Situationen vorausahnen können und schneller als der Mensch beim Abbremsen reagieren. Bei E-Rollern jedoch muss der Sehbehinderte sich auf das Können und die Rücksichtnahme des Fahrers noch verlassen.
Können 14 Jährige Fahrzeugführer ohne Führerscheinpflicht dies bereits richtig einschätzen? Es bleibt abzuwarten. Wichtig für Sehbehinderte ist außerdem eine gut sichtbare kontrastreiche abgrenzende Kennzeichnung von Fahrrad- und Gehwegen. Unter anderem wird auf solche scheinbar kleine Details jedes Jahr wiederholt am 6. Juni, dem Tag der Sehbehinderten, bei verschiedenen Veranstaltungen hingewiesen.

CP/add/news.de

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