13.06.2019, 14.25 Uhr

Schiffsunglück auf der Donau im News-Ticker: Mindestens 25 Tote! Unglücks-Kapitän aus U-Haft entlassen

Mit mindestens 25 Toten war es das schlimmste Unglück der jüngeren ungarischen Schifffahrtsgeschichte. Nach etwa mehr als zwei Wochen nach dem Unglück wurde der Kapitän des Schiffs jetzt gegen Kaution entlassen.

Auf der Donau in Budapest ist ein Touristenschiff gesunken. Bild: dpa

Bei einem Zusammenstoß zweier Schiffe auf der Donau in Budapest vor etwas mehr als zwei Wochen sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte ein Sprecher des ungarischen Rettungsdienstes jetzt mit. Ein Ausflugsschiff mit 35 Menschen an Bord, von denen die meisten südkoreanische Touristen waren, kenterte demnach infolge der Kollision mit einem größeren Schiff und sank.Bis zum Donnerstag konnten die Leichen von 25 Opfern identifiziert werden. Sieben Südkoreaner konnten unmittelbar nach der Katastrophe aus dem Wasser gerettet werden, drei werden noch vermisst. Wegen der schwierigen Wetter- und Strömungsverhältnisse war das Wrack der "Hableany" erst am Dienstag geborgen worden.

Schiffsunglück in Budapest: Zwei Schiffe kollidieren auf Donau

Ungarische Medien berichteten von einem Großeinsatz der Rettungskräfte. Große Scheinwerfer beleuchteten Teile der Oberfläche der Donau in Budapest. Die Suche nach den Vermissten wurde durch heftigen Regen und starke Strömungen erheblich erschwert, wie das Internet-Portal "Index.hu" berichtete. Die Wassertemperatur betrug nur 15 Grad.

Alle aktuellen Ereignisse rund um das Schiffsunglück auf Donau im News-Ticker

+++ 13.06.2019: Schiffsunglück auf der Donau - Kapitän gegen Kaution freigelassen +++

Etwas mehr als zwei Wochen nach dem Schiffsunfall auf der Donau mit mindestens 25 Toten ist der Kapitän des Flusskreuzfahrtschiffs gegen Kaution und Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der 64-jährige Ukrainer hinterlegte beim Budapester Stadtgericht die geforderte Sicherheit in Höhe von 15 Millionen Forint (etwa 46 700 Euro), wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Er darf die ungarische Hauptstadt nicht verlassen, muss eine elektronische Fußfessel tragen und sich zwei Mal in der Woche bei der Behörde melden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Gefährdung im Wasserverkehr mit massenhafter Todesfolge vor. In Ungarn drohen bei diesem Delikt Gefängnisstrafen zwischen zwei und acht Jahren.

Das Ausflugsschiff "Hableany" (Nixe) war am 29. Mai auf der Donau in Budapest mit dem viel größeren Flusskreuzer "Viking Sigyn" zusammengestoßen. Das kleinere Schiff kenterte und sank innerhalb weniger Sekunden auf den Grund der Donau. An Bord hatten sich eine 33-köpfige Reisegruppe aus Südkorea und zwei ungarische Besatzungsmitglieder befunden.

+++ 11.06.2019:Gesunkenes Ausflugsschiff aus der Donau geborgen +++

Fast zwei Wochen nach dem Schiffsunglück auf der Donau in Budapest haben die ungarischen Behörden das gesunkene Ausflugsschiff "Hableany" (Nixe) aus der Donau geborgen. In minuziöser Kleinarbeit hob ein riesiger Schwimmkran das Wrack zentimeterweise an die Wasseroberfläche, wie ungarische Medien berichteten. Im Laufe der Bergung wurden die Leichen von vier weiteren Opfern gefunden, darunter die des Kapitäns, bestätigte ein Polizeisprecher. Bei dem Unglück kamen mindestens 24 Menschen ums Leben.

Die "Hableany" war am Abend des 29. Mai von einem viel größeren Flusskreuzfahrtschiff gerammt worden. Infolge der Kollision war das kleinere Schiff gekentert und binnen Sekunden auf den Grund der Donau gesunken. An Bord hatten sich eine 33-köpfige Reisegruppe aus Südkorea und zwei ungarische Besatzungsmitglieder befunden.

Sieben Südkoreaner konnten noch unmittelbar nach dem Unglück aus dem Wasser gerettet werden. Vier Südkoreaner werden noch vermisst, für sie besteht keine Hoffnung mehr. Den Kapitän des Flusskreuzfahrtschiffes haben die ungarischen Behörden verhaftet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Gefährdung des Wasserverkehrs mit massenhafter Todesfolge vor.

Die Bergung des Wracks stellte die ungarischen Einsatzkräfte, die durch Spezialtaucher aus Südkorea verstärkt wurden, vor enorme Herausforderungen. Zum Zeitpunkt des Unglücks und auch danach herrschten schlechte Wetterverhältnisse. Der Wasserstand der Donau war sehr hoch und ebbte erst in den letzten Tagen ab. Starke Strömungen erschwerten den Einsatz der Taucher, die das Schiffswrack für die Bergung vorbereitet hatten.

Am Dienstag war der Donaupegel so weit abgesunken, dass der große Schwimmkran «Clark Adam» endlich freien Manövrierraum hatte. Das Wrack musste vor und während der Bergung mehrfach mit Stahlseilen gesichert werden, um ein Zerbrechen zu verhindern. Darüber hinaus musste immer wieder Wasser aus seinem Inneren abgepumpt werden. Deshalb dauerte es mehr als acht Stunden, bis es dem Schwimmkran gelang, das Wrack auf ein bereitstehendes Frachtschiff zu hieven.

+++ 03.06.2019: Nach Schiffsunglück: Weitere Leiche in der Donau gefunden +++

Fünf Tage nach dem schweren Unglück auf der Donau mit mindestens sieben Toten ist 100 Kilometer südlich von Budapest eine weitere Leiche gefunden worden. Die Identifizierung des Toten, der nahe der Ortschaft Harta aus dem Wasser gezogen wurde, dauere noch an, bestätigte ein Sprecher der ungarischen Polizei am Montag in Budapest.

Zu dem Unglück in Budapest war es am letzten Mittwoch gekommen, als das kleine Ausflugsschiff "Hableany" ("Nixe") mit dem wesentlich größeren Flusskreuzfahrtschiff "Viking Sigyn" zusammenstieß. An Bord waren eine 33-köpfige Reisegruppe aus Südkorea und zwei ungarische Besatzungsmitglieder.

Die Leichen von sieben Südkoreanern wurden unmittelbar nach der Katastrophe aus der Donau geborgen. Sieben Südkoreaner konnten gerettet werden. 21 Menschen gelten als vermisst, für sie bestand am Montag so gut wie keine Hoffnung mehr.

Ungarische und südkoreanische Einsatzkräfte setzten am Montag ihre Bemühungen fort, um zu dem in neun Meter Tiefe liegenden Wrack der "Hableany" vorzudringen. In dessen Innerem werden weitere Tote vermutet. Starke Strömungen in der Donau verhinderten bislang, dass Spezial- und Marinetaucher zu dem gesunkenen Schiff herabtauchen konnten. Am Montag waren deshalb nur Tauchgänge zur Sondierung geplant, erklärte der ungarische Einsatzleiter.

+++ 31.05.2019: Familien von Opfern der Bootstragödie in Budapest reisen nach Ungarn +++

Zwei Tage nach dem schweren Schiffsunglück auf der Donau in Budapest reisen die ersten Angehörigen der aus Südkorea stammenden Todesopfer und Vermissten nach Ungarn. Am Freitag seien zunächst zehn Mitglieder von betroffenen Familien nach Budapest abgeflogen, berichteten südkoreanische TV-Sender. Im Verlauf des Tages würden weitere mehr als 30 Angehörige folgen. Auch wurde die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung Wha in Budapest erwartet. Rettungskräfte des ostasiatischen Landes, darunter Spezialtaucher, sollen zudem die Suche am Unglücksort unterstützen.

+++ 31.05.2019:Kapitän von Kreuzfahrtschiff verhaftet +++

Am späten Donnerstagabend ist der Kapitän des am Unfall beteiligten Kreuzfahrtschiffs nach einem Verhör verhaftet worden. Wie die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf die Polizei berichtete, hätten sich gegen den ukrainischen Kapitän "begründete Verdachtsmomente" ergeben. Worin dieser Verdacht konkret besteht, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

+++ 30.05.2019: Webcam-Video zeigt Schiffskollision auf Donau +++

Das 27 Meter lange, für 60 Passagiere ausgelegte Unglücksschiff gehört dem Budapester Schifffahrtsunternehmen Panorama Deck. Ein Sprecher der Firma teilte am späten Mittwochabend mit: "Es werden alle Ressourcen mobilisiert, um Menschenleben zu retten." Die Ursache des Zusammenstoßes mit dem anderen, größeren Schiff war zunächst unklar. Aufnahmen einer Webcam zeigen, wie die beiden Schiffe miteinander kollidieren. Nach Darstellung von Oberst Pal ereignete sich der Zusammenstoß am Mittwoch um 21.05 Uhr. Unter der Margaretenbrücke sei das kleine Ausflugsschiff vor das größere Kreuzfahrtschiff gebogen, wodurch es zu der Kollision kam. Das kleinere Schiff kenterte und ging in wenigen Sekunden unter.

http://www.news.de/politik/855765136/neue-gesetze-ab-1-juni-2019-in-deutschland-e-scooter-eurowings-gesetzesaenderungen-aktuell-01-06-19-amazon-diesel-fahrverbot-berlin/1/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=fb_post

Südkoreas Präsident Moon Jae In ordnete an, einen Krisenstab einzusetzen und zusammen mit den ungarischen Behörden "alle verfügbaren Mittel" zur Rettung der Vermissten zu ergreifen. Das Außenministerium kündigte an, eine "schnelle Einsatzgruppe" mit 18 Beamten und Rettungskräften an den Unglücksort nach Budapest zu schicken.

Der südkoreanische Reiseveranstalter Verygoodtour entschuldigte sich für das Unglück. Das Unternehmen werde alles tun, um den Opfern und deren Familien zu helfen, sagte der Leiter des Kundenservice, Lee Sang Moo, im südkoreanischen Fernsehen.

Ursache des Zusammenstoßes auf Donau unklar

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap befanden sich 30 Touristen, die eine Sechs-Länder-Reise nach Osteuropa gebucht hatten, auf dem Ausflugsschiff "Hableany" (Nixe). Dazu kämen noch drei Reisebegleiter sowie zwei Besatzungsmitglieder. Die meisten Reisenden seien 40 bis 50 Jahre alt gewesen. Auch ein sechsjähriges Kind sei an Bord gewesen.

Die Donau fließt mitten durch Budapest und trennt die beiden Stadthälften Buda und Pest voneinander. Ausflugsfahrten per Schiff sind auf dem Budapester Flussabschnitt bei Touristen sehr beliebt, weil sich dabei schöne und fotogene Ausblicke auf Sehenswürdigkeiten wie die Burg von Buda und das Parlamentsgebäude bieten.

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bua/news.de/dpa

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