29.05.2019, 13.02 Uhr

Studie über Vulkan-Kollaps: Forscher besorgt! Droht dem Mittelmeer ein Tsunami?

Wissenschaftler beobachten mit Sorge den Ätna auf Sizilien. Die Flanke des Vulkans rutscht langsam aber sicher ins Mittelmeer. Die Folgen können verheerend sein.

Sorgt der Ätna für eine Katastrophe im Mittelmeer? Bild: dpa

Die Südostflanke des Ätna sinkt jährlich um drei bis fünf Zentimeter nach unten und das bereits seit Jahrzehnten. Das passiert jedoch auch unter der Wasseroberfläche. Und genau dort setzen die Befürchtungen der Wissenschaftler an. Die Flanke, die sich im Wasser befindet, rutscht nämlich nicht kontinuierlich ab, sondern ruckartig. Die Forscher gehen daher davon aus, dass die Schwerkraft die Flanke nach unten zieht und nicht etwa Magmabewegungen im Inneren des Vulkans. Das könnte dramatische Folgen für das Leben am Mittelmeer haben. Ist das Abrutschen Vorbote einer Katastrophe?

Wissenschaftler untersuchen Tsunami-Katastrophe von Neuguinea

Wenn ein Vulkan in Meeresnähe kollabiert, kann ein Tsunami ausgelöst werden. Wissenschaftler waren sich bisher nicht sicher, ob durch das Abrutschen ein Vulkan zusammenbricht oder Spannungen abgebaut werden. In einer aktuellen Studie zeichnen Geophysiker vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel ein erschreckendes Bild.

Am 13. März 1888 kollabierte die Flanke der kleinen Vulkaninsel Ritter Island. Danach traf ein Tsunami mit einer Wellenhöhe von zwei bis drei Metern die Küste von Neuguinea. "Bei Ritter Island haben wir jetzt den Nachweis, dass sporadische, kleine Rutschungen einer großen vorangegangen sind", erklärt Dr. Jens Karstens vom Geomar. Hangrutsche können also Vorboten einer Katastrophe sein.

Flanken-Abrutsche von Vulkanen als Vorbote von Katastrophen

Mit Hilfe von seismischen Methoden konnten die Wissenschaftler die Spuren der Katastrophe von 1888 genau vermessen, heißt es in der Pressemitteilung. Dabei fanden sie heraus, dass sich die Flanke schon lange vor der Katastrophe Richtung Meer bewegte. "Je besser wir die Dynamik hinter diesen Ereignissen kennen, desto besser kann die Risikovorsorge in einer bestimmten Region sein. Ritter Island ist dafür ein sehr gutes Fallbeispiel, weil der Vulkan vielen anderen Vulkaninseln ähnelt und weil der Ausbruch und der Tsunami dank der Augenzeugenberichte gut dokumentiert sind. Zusammen mit unseren heutigen Untersuchungsmethoden erhalten wir so Stück für Stück ein vollständiges Bild der Abläufe von 1888", fasst Dr. Karstens die Studien-Ergebnisse zusammen.

Ätna rutscht ab - Droht jetzt ein Tsunami am Mittelmeer?

Ist das Abrutschen des Ätnas ein Vorbote eines großen Kollapses? Droht der Mittelmeerregion ein Tsunami? Laut Wissenschaftlern sollen die aktuellen Erkenntnisse aus der Studie dazu genutzt werden, um das Gefahrenpotenzial von Hangrutschen abschätzen zu können. "Je besser wir die Dynamik hinter diesen Ereignissen kennen, desto besser kann die Risikovorsorge in einer bestimmten Region sein", meint Karstens.

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bua/fka/news.de

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