24.05.2019, 14.51 Uhr

Schwerer Unfall auf der A5: Gaffer behindern Rettung nach Horror-Crash - Polizei geht auf Konfrontationskurs

Auf der A5 bei Erzhausen ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein schwerer Unfall passiert. Ein 19-Jähriger übersah beim Überholen einen Stau und kollidierte mit zwei Kleinlastern. Das Fehlen einer Rettungsgasse und zahlreiche Gaffer behinderten die Rettungskräfte zudem massiv.

Ein 19-Jähriger übersah beim Überholen einen Stau und kollidierte mit zwei Kleinlastern. Bild: SkanderEssadi/dpa

Bei einem schweren Unfall auf der A5 in Höhe von Erzhausen ist es mal wieder zu Behinderungen der Rettungskräfte gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei einem Zusammenstoß von insgesamt fünf Fahrzeugen in der Nacht auf Freitag sechs Menschen verletzt. Um an die Unfallstelle vorzudringen, stellten sich zahlreiche Gaffer in den Weg, welche mit ihren Handys die Szenerie abfilmten. Die Polizei musste nach eigenen Angaben mehrere Gaffer ermahnen, sich von der Unfallstelle zu entfernen und die Rettungskräfte ihre Arbeit tun zu lassen. Auch durch das Fehlen einer Rettungsgasse hätten Polizei und Krankenwagen wertvolle Zeit bei den Rettungsarbeiten eingebüßt.

Massenkarambolage: 19-Jähriger übersieht Stauende

Der Polizei zufolge erkannte ein 19-Jähriger einen Stau zu spät und kollidierte beim Überholen mit zwei Kleinlastern. Ein 44-Jähriger und eine 71-Jährige fuhren mit ihren Autos dann in die Unfallstelle.Die Polizei schätzte den Sachschaden auf rund 400.000 Euro. Kurz vor dem Unfall auf der A5 hatte laut Polizei ein mehrspuriger Schwertransport die Strecke befahren. Er blockierte alle vier Spuren, wodurch ein Stau die Folge war, in welchen der 19-Jährige schließlich hineinfuhr. Sein Auto brannte komplett aus.

Erster E-Highway für LKW

Der betroffene Autobahnabschnitt auf der A5 dient als E-Highway für Lastwagen. Er gilt als erstes derartiges Autobahn-Pilotprojekt für Lastwagen im realen Verkehr in Deutschland und wurde Anfang Mai eingeweiht.

"Wollen Sie den Toten sehen? Für Fotos? Kommen Sie mit"

Erst in der vergangenen Woche hatte der Bundesrat strengere Gesetze gegen Schaulustige verlangt, die Fotos oder Videos von Unfallorten machen. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt ein Polizist in Bayern, der mit einer Art Schocktherapie gegen Gaffer vorging. Er knöpfte sich nach einem tödlichen Unfall auf der A6 mehrere Gaffer vor und bot ihnen an, ihnen den Toten zu zeigen, was die Schaulustigen dann doch nicht wollten. Der Wortlaut des Beamten "Wollen Sie den Toten sehen? Für Fotos? Kommen Sie mit", ging im Zuge dessen viral.

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kjf/loc/news.de/dpa

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