Messerattacke in Vilshofen: Skandal um Nacktvideo? Asylbewerber sticht Jungen (11) mit Messer fast tot

"Stirb, stirb, stirb", soll ein Asylbewerber gerufen haben, als er auf einen Elfjährigen einstach. Nun muss sich der Tatverdächtige vor dem Landgericht Passau verantworten. Ist ein Nacktvideo schuld an der Attacke?

Ein Asylbewerber soll einen Jungen (11) wegen eines Nacktvideos mit einem Messer attackiert haben. Bild: dpa

Ein Asylbewerber steht derzeit in Passau vor Gericht. Der Vorwurf: Versuchter Mord. Er soll im Sommer 2018 den damals elfjährigen Sohn seiner Flüchtlingshelferin mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben.

Asylbewerber wegen Messerattacke in Passau vor Gericht

Der Angeklagte äußerte sich zum Prozessauftakt am Mittwoch nicht zur Tat selbst, sondern nur zu seinem Motiv. Eigentlich hatte es der 26-Jährige auf die Mutter seines Opfers abgesehen. Sie soll angeblich sein Handy gehackt und ein Nacktvideo von ihm verbreitet haben. "Das hat mich im Kopf verrückt gemacht", sagte der Tatverdächtige vor dem Landgericht Passau.

Weil die Mutter nicht zu Hause war, folgte der Mann aus Eritrea der Anklage zufolge dem Jungen im Juli vergangenen Jahres in die Wohnung der Familie in Vilshofen. Dort habe er ein Küchenmesser aus der Hosentasche gezogen und auf das Kind eingestochen. Dabei soll er mehrfach "Stirb!" gerufen haben. Der Junge erlitt Schnittverletzungen am Hals sowie an Armen und Beinen und musste operiert werden.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hat der Elfjährige versucht, sich gegen den Angreifer zu wehren, konnte sich aber erst losreißen, als der Hund der Familie den Täter biss. Der Junge ist seit der Tat in psychologischer Behandlung.

War ein Nacktvideo Auslöser der Messerattacke?

Als die Staatsanwältin vor Gericht den letzten Satz der Anklage vorgelesen hatte, schlug der junge Mann die Hände vor dem Gesicht zusammen. Dann fing er stockend an, sich zu erklären. Das Nacktvideo habe er selbst gedreht, es aber wieder gelöscht. Über einen Freund will er dann erfahren haben, dass die Mutter des Jungen sein Handy gehackt und das Video verbreitet haben soll. Seither wird er nach eigener Darstellung in den sozialen Medien beleidigt. "Ich war sechs Monate nur am Weinen", sagte der 26-Jährige.

"Der Junge hatte damit aber nichts zu tun?", fragte der Richter. Der Angeklagte schüttelte den Kopf. Vor dem Prozess hatte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft angegeben, dass er den Elfjährigen nicht habe verletzen wollen. Am 6. Juni soll das Urteil fallen.

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bua/fka/news.de/dpa

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