Missbrauchsskandal in München vor Gericht: 8.500 Kinderpornos! Kinderschänder zeichnete Beweise selbst auf

Das Landgericht München muss sich derzeit mit einem schockierenden Missbrauchsfall befassen. Einem Mann wird Kindesmissbrauch in mehr als 100 Fällen vorgeworfen. Seine Taten soll er selbst auf Video festgehalten haben.

In München steht ein Mann wegen Kindesmissbrauch vor Gericht. Bild: dpa

Sexueller Missbrauch in 103 Fällen! Diesem Vorwurf sieht sich ein 67-jähriger Mann nun vor dem Landgericht München konfrontiert. Nach der öffentlichen Verlesung der Anklage, gab der Beschuldigte über seinen Anwalt unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Erklärung ab.

Hundertfacher Kindesmissbrauch! Mutmaßlicher Täter räumt Tatvorwürfe ein

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage wurden die Tatvorwürfe dabei im Wesentlichen eingeräumt. Allerdings könne der Angeklagte sich nicht mehr an alle Vorfälle erinnern. Doch über die genauen Inhalte der Erklärung wollten sich sowohl die Verteidigung als auch das Gericht auf Anfrage nicht äußern.

Über mehr als 30 Jahre soll der Mann immer wieder thailändische Kinder - meistens Jungs - schwer missbraucht haben. 1987 soll er im Thailandurlaub seine Ehefrau kennengelernt haben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sollen sowohl das Dorf seiner Frau und Touristenhotels in Thailand, als auch seine eigene Wohnung in München Tatort gewesen sein. Die jüngsten Opfer waren gerade einmal acht Jahre alt.

8.500 Kinderpornos gefunden! Mann dokumentierte Missbrauch

Der Mann soll die Taten gefilmt und fotografiert haben. In seiner Münchner Wohnung wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 8500 Kinderpornos gefunden, darunter fast zwölf Stunden Videomaterial. Diese Daten sind die wichtigsten Beweismittel in dem Verfahren. Das Gericht begann am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit damit, das Material zu sichten.

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Ins Rollen kamen die Ermittlungen gegen ihn nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft durch die Stieftochter des Mannes. Sie gab an, dass sie selbst Opfer des Angeklagten geworden sei. Sie soll ein Video gefunden haben, das zeigt, wie ein Kind missbraucht wird, schreibt "tz.de". Daraufhin wendete sie sich an die Polizei.

Sogenannter Sextourismus und Kindesmissbrauch sind in Thailand nach wie vor ein großes Problem. Vor allem über Landesgrenzen hinweg gestaltet sich eine Strafverfolgung nach Angaben des Kinderhilfswerkes Unicef schwierig. Nur selten werden die Täter ermittelt oder gar verurteilt. Welche Strafe dem Täter droht ist noch unklar.

bua/sba/news.de/dpa

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