El Niño 2019: Wettermonster verstärkt sich! Extreme Folgen für die Erde

Wissenschaftler haben die Entwicklung des Wetterphänomens El Niño in der vergangenen 400 Jahren untersucht. Die Ergebnisse: Erschreckend! Das Monster wird immer stärker und die Folgen sind verheerend. 

El Niño beeinflusst das Wetter weltweit. Bild: AdobeStock / Argus

Seit einigen Jahren verstärkt sich das Klimaphänomen El Niño - mit verheerenden Folgen für die ganze Welt. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler der Universität Melbourne in einer Studie. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Journal "Nature Geoscience".

Erschreckende Studie! El Niño verstärkt und verlagert sich

Die Forscher verglichen die Wetterdaten der vergangenen 400 Jahre mit aktuellen Aufzeichnungen. Dabei gewannen sie die historischen Daten aus Bohrkernen aus Korallenriffen. Diese enthalten Isotope, deren Zusammensetzung Aussagen zum jeweiligen Klima zulässt. Diese wurden anhand von Daten von Wetterstationen, Satelliten und Schiffen teilweise validiert. So konnten die Wissenschaftler das Auftreten, Stärke und Dauer vonEl Niño in den vergangenen 400 Jahren rekonstruieren und bestimmen.

Dabei zeigte sich den Wissenschaftlern ein düsteres Bild: In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Muster des Wetterphänomens dramatisch geändert. Wie heftig dieser Unterschied ist, zeigt folgendes Beispiel: Vergleicht man die beidenEl Niños von 1997 und 2015 miteinander, stellt man zunächst fest, dass sich beide gleichen. Im östlichen Pazifik lässt sich in Äquatornähe eine große Warmwassermasse ausmachen. Normalerweise ist der Pazifik im Westen warm und im Osten kühl.

Bevor derEl Niño 1996/1997 einsetze, war das dort auch der Fall. Aber im Herbst 2015 zeichnete sich ein anderes Bild: Im zentralen Äquatorialpazifik erstreckte sich eine gigantische Warmwasserblase mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Seit 2000 tauchen immer häufiger solche Phänomene auf, die an einen El Niño erinnern, aber an einem völlig falschen Ort entstehen. Wissenschaftler sprechen dann von einem "El Niño Modoki".

Wetter-Monster sorgt für Starkregen, Dürre und Seuchenausbruch

Bei diesem "Zentralpazifischen El Niño" entstehen zwei Feuchtluftgebiete, die für starke Regenfälle im Zentralpazifik aber auch an der amerikanischen Westküste sorgen. Dadurch werden allerdings trockene Luftmassen nach Australien und Asien sowie nach Nord- und Südamerika geblasen. Die Folge: Extreme Dürre.

Doch der Pazifik ist nicht der einzige Ozean, in dem sich die Wassertemperatur ungewöhlich stark erhitzt. So entstand 2015 "the blob" im Golf von Alaska und breitete sich dann über die gesamte Westküste der USA aus. Und dieser Trend setzt sich offenbar fort. Die Ozeane speichern seit Beginn der Aufzeichnungen mehr Wärme als jemals zuvor, schreibt der "Focus".

El Niño 2019: 0,8 Grad über dem Durchschnitt

Wissenschaftler sind alarmiert. Einer aktuellen Studie zufolge sollen die immer häufiger und stärker auftretenden El Niños den Ausbruch von Seuchen wie Pest, Cholera, Hanta- und auch Zikavirus begünstigen. Vor allem Südostasien, Tansania, Brasilen und der Westen der USA zählen zu den Risikogebieten, heißt es in "Nature". Laut dem Climate Prediction Center (CPC) ist aktuell wieder El-Niño-Zeit. Die Temperaturen lagen im Zentralpazifik im April 0,8 Grad über dem Durchschnitt. Bleibt das auch im Sommer so, könnte sich das Phänomen bis in den Herbst hineinziehen. Aktuell seien aber noch keine signifikanten Auswirkungen auf das Weltwetter erkennbar.

bua/jat/news.de

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