13.05.2019, 13.23 Uhr

Polizei-Großeinsatz in Regensburg: Frau (31) tot in Ankerzentrum gefunden - Ermittlungen gegen Asylbewerber möglich

Nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Asylbewerberheim in Regensburg kam es zu einem Großeinsatz der Polizei. In dem Ankerzentrum kam es zu Ausschreitungen, Polizisten wurden attackiert. Die Todesumstände der jungen Frau müssen nun geklärt werden.

In einem Asylbewerberheim in Regensburg wurde eine Frauenleiche gefunden. Bild: dpa

Nach dem Tod einer Frau in einem Regensburger Flüchtlingsheim ist es am Samstag zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Die Einsatzkräfte sprachen von «Ausschreitungen» in dem sogenannten Ankerzentrum. Etwa 40 bis 50 Bewohner hätten sich daran beteiligt, wie ein Polizeisprecher sagte. Verletzte habe es nicht gegeben.

Leichenfund in Flüchtlingsheim in Regenburg: Todesumstände unklar

Am Samstagvormittag wurde der Polizei eine leblose Person in dem Heim gemeldet. Der Notarzt konnte nur noch den Tod 31 Jahre alten Nigerianerin feststellen und rief die Polizei für die weiteren Ermittlungen. "Ein Teil der Einrichtungsbewohner reagierte zunehmend emotional auf die Anwesenheit der Ermittler", berichtete Polizeisprecher Dietmar Winterberg. Es habe zunächst Drohgebärden gegeben, "die schließlich damit endeten, dass Steine und Glasflaschen auf die Beamten vor Ort geworfen wurden".

Hinweise darauf, dass die Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte, gab es zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft werde nun die weiteren Schritte zur Klärung der Todesursache veranlassen, erklärte der Polizeisprecher.

Nach Leichenfund in Asylbewerberheim: Flüchtlinge attackieren Polizisten

Die Lage in dem Heim war so aufgeheizt, dass die Leiche erst nach etwa drei Stunden aus dem Gebäude gebracht werden konnte. Aufgebrachten Bewohnern sei dann gestattet worden, unter Polizeiaufsicht den Sarg zu dem Fahrzeug des Bestattungsunternehmens zu bringen, um die Situation zu beruhigen.

Die 31-Jährige hinterlässt drei Kinder im Alter von drei bis neun Jahren. Das Jugendamt kümmert sich nun um die Kinder. Die Polizei prüft unterdessen, ob gegen Bewohner des Heims wegen der Auseinandersetzungen Ermittlungen eingeleitet werden müssen.

Nach Leichenfund in Ankerzentrum: Ermittlungen dauern an

Nach einem Großeinsatz in einem Flüchtlingsheim in Bayern prüft die Polizei nun mögliche Ermittlungsverfahren gegen Asylbewerber. Am Samstag war es nach dem Tod einer 31 Jahre alten Nigerianerin zu Konflikten zwischen Ermittlern und Bewohnern des sogenannten Ankerzentrums in Regensburg gekommen, die Polizei sprach von "Ausschreitungen" von 40 bis 50 Flüchtlingen. Es sollen Steine und Flaschen auf die Beamten geworfen worden sein. Nun würden die Videoaufnahmen des Einsatzes ausgewertet, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Nach Angaben der Einsatzkräfte waren die Bewohner des Flüchtlingsheims nach dem Fund des Leichnams so emotional aufgebracht, dass sie den Einsatz behinderten. Wieso die Frau in dem Heim starb, ist unklar. Die Polizei hatte erklärt, es gebe bislang keine Hinweise auf eine Straftat. Die Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben des Regensburger Polizeipräsidiums noch, ob der Leichnam obduziert werden soll.

Ankerzentren stehen bundesweit in der Kritik

In allen bayerischen Regierungsbezirken gibt es die umstrittenen Ankerzentren. Dort werden insbesondere Flüchtlinge längerfristig untergebracht, die nach Ansicht der Behörden wenig Chancen auf Asyl haben. Die anderen Flüchtlinge sollen möglichst bald in dezentrale Heime weitervermittelt werden. Das Wort Anker steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung).

Kritiker sehen die Art der Unterbringung in großen, oftmals kasernenähnlichen Heimen als ein Grund für Aggressionen unter den Bewohnern an. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach bei Einsätzen in bayerischen Ankerzentren schwere Konflikte zwischen Bewohnern und Polizeikräften. Dabei gab es beispielsweise im oberfränkischen Bamberg und im schwäbischen Donauwörth Verletzte und Festnahmen.

fka/news.de/dpa

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