02.05.2019, 12.04 Uhr

Masern-Impfung in Deutschland: In DIESEN Bundesländern sind besonders wenige Schulanfänger geimpft

Impfpflicht ja oder nein? Die Debatte darüber ist heftig und entzündet sich an der aktuellen Ausbreitung von Masern. Ein Bericht enthüllte jetzt, dass 7 Prozent der Schulanfänger in Deutschland nicht ausreichend gegen Masern geimpft wurden.

Noch immer sind in Deutschland nicht alle Kinder ausreichend gegen Masern geimpft. Bild: dpa

7 Prozent der Schulanfänger in Deutschland sind laut einem Zeitungsbericht nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Die Blätter der Funke Mediengruppe zitieren aus einer neuen Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu Impfquoten.

Erschreckender Bericht: 7 Prozent der Schulanfänger ohne ausreichenden Masern-Schutz

Demnach haben im Jahr 2017 insgesamt zwar 97,1 Prozent der Schulanfänger die erste Impfung erhalten. Bei der entscheidenden zweiten Masernimpfung sinkt die Zahl laut dem Bericht hingegen auf etwas mehr als 93 Prozent. Die auf Bundesebene gewünschte Impfquote von 95 Prozent sei somit noch immer nicht erreicht, hieß es. Die schlechtesten Quoten für die zweite Masernimpfung von Schulanfängern gibt es demzufolge in Baden-Württemberg (89,1 Prozent) und im Saarland (90,5 Prozent).Bei allen von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfungen haben Kinder in östlichen Bundesländern laut Bericht weiterhin durchschnittlich einen besseren Impfschutz als Kinder in westlichen Bundesländern.

Grundsätzlich klafft bei jungen Erwachsenen eine große Impflücke, wie das RKI außerdem bekräftigte. Diese Gruppe stelle fast die Hälfte der mehr als 300 bisher gemeldeten Masern-Fälle in diesem Jahr. Nach 1970 Geborenen werde empfohlen, die Impfung nachzuholen, wenn im Impfpass keine, nur eine Masernimpfung aus der Kindheit vermerkt oder der Impfstatus unklar ist.

Jens Spahn fordert: "Masernimpfung muss verpflichtend werden"

"Die Impfquoten bei Schulanfängern sind gut, aber nicht gut genug", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)den Funke-Medien. "Denn erst wenn mehr als 95 Prozent gegen Masern geimpft sind, können wir diese gefährliche Infektionskrankheit ausrotten." Deshalb müsse diese Impfung verpflichtend werden.

Probleme mit dem Impfstoff! Kinderärzte raten zu Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln

Kinderärzte weisen unterdessen auf Probleme bei den Impfstoffen hin. "In Deutschland ist derzeit kein Einzelimpfstoff gegen Masern mehr verfügbar", sagte Thomas Fischbach, Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), den Funke-Zeitungen.

Der Masernimpfstoff sei nur als Dreifach- oder Vierfachimpfstoff erhältlich - zusammen mit den Impfstoffen gegen Mumps, Röteln und zum Teil auch gegen Windpocken. "Es wäre nicht sinnvoll, im Zuge einer Masern-Impfpflicht wieder zu Einfachimpfstoffen zurückzukehren", warnte Fischbach. "Besser wäre es, gleich die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln zur Pflicht zu machen."

Masern-Erkrankung: Darum ist eine Impfung so wichtig

Bei Masern empfiehlt die Stiko die erste Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite im zweiten Lebensjahr. Die zweite Impfung soll Impflücken schließen - dann kann laut RKI bei 93 bis 99 Prozent der Geimpften der Ausbruch der Erkrankung verhindert werden.Mit Masern-Viren kann man sich über Speicheltröpfchen in der Luft anstecken. Einige Tage danach breitet sich ein charakteristischer Ausschlag am Körper aus. Die Krankheit kann mit schweren Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen einhergehen. Selten kommt es auch zu Gehirnentzündungen, die tödlich enden können.

sba/news.de/dpa

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