30.04.2019, 16.20 Uhr

Illegales Autorennen in Moers: Frau (43) totgerast - Verdächtiger stellt sich der Polizei

Bei einem mutmaßlichen Autorennen stirbt eine unbeteiligte Frau. Die Fahndung nach dem tatverdächtigen Unfallfahrer lief auf Hochtouren. Nun hat sich der 21-Jährige bei der Polizei gestellt.

Blumen und Kerzen stehen an der Stelle in Moers, an der eine unbeteiligte Frau bei einem mutmaßlichen illegalen Autorennen verletzt und später gestorben ist. Bild: Marius Becker / picture alliance / dpa

Nach dem mutmaßlichen Autorennen in Moers mit einer getöteten unbeteiligten Frau hat sich der tatverdächtige Autofahrer gestellt. Der 21-Jährige aus dem Kosovo, der am Ostermontag in einem PS-starken Auto mit dem Wagen der unbeteiligten 43-Jährigen kollidiert sein soll, sei in Begleitung seines Rechtsanwaltes zur Kripo Duisburg gekommen, teilte die Polizei mit. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen Mordes vor. Dieser soll ihm am Mittwoch von einem Haftrichter verkündet werden.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Montag den Namen und Fotos des 21-jährigen Kosovaren veröffentlicht und damit den Fahndungsdruck erhöht. Die Ermittler hatten nicht ausgeschlossen, dass der mutmaßliche Täter Deutschland bereits verlassen hatte.

Illegales Autorennen in Moers - Frau (43) nach Horror-Crash gestorben

Der Mann soll sich Ostermontag in Moers auf einer zweispurigen Straße ein illegales Autorennen mit einem anderen, ebenfalls 21-Jährigen geliefert haben. Bei einem Überholmanöver kollidierte ein Auto mit dem Kleinwagen der 43-jährigen Frau. Sie erlag drei Tage später ihren Verletzungen. Die beiden Raser flohen vom Unfallort. Der 21-Jährige, der sich am Dienstag stellte, soll den Unfallwagen gesteuert haben.

Zweiter Raser von Polizei vernommen

Der mutmaßliche Fahrer des anderen Autos ist der Polizei bekannt. Er wurde bereits vernommen. Er habe zur Sache aber keine Angaben gemacht, sagte Staatsanwalt Sebastian Noé. Ob gegen den Mann ein Haftbefehl beantragt werde, hänge vom Ergebnis der weiteren Ermittlungen ab. Wohnort und Nationalität dieses Tatverdächtigen wurden zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft hat laut Noé derzeit keine Erkenntnisse, dass sich die beiden Fahrer vor dem Rennen kannten.Bei ihm könnte der neue Raser-Paragraf 315d im Strafgesetzbuch Anwendung finden. Damit können Teilnehmer eines illegalen Autorennens seit Oktober 2017 härter bestraft werden. Wird durch ein "verbotenes Kraftfahrzeugrennen" der Tod eines anderen Menschen verursacht, können seither bis zu zehn Jahre Gefängnis verhängt werden.

Moers trauert um bei illegalem Autorennen getötete Frau

Auch eine Woche nach dem Unfall waren an der Unfallstraße Zeichen der Betroffenheit zu sehen: Auf dem Gehweg standen am Montag Kerzen, viele davon brannten. Blumen waren niedergelegt. Eine gelbe Rose stand an einem Baum. Am Samstag hatten rund 200 Menschen der 43-jährigen Frau an der Unfallstelle gedacht und dabei Blumen und Kerzen niedergelegt. Die Polizei hatte dafür die Straße vorübergehend gesperrt.

Kudamm-Raser wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Das mutmaßliche Rennen in Moers erinnert an die sogenannten Kudamm-Raser in Berlin. Die beiden Männer waren im Februar 2016 über den Kurfürstendamm gerast, ein unbeteiligter 69-Jähriger kam dabei ums Leben. Das Berliner Landgericht verurteilte die Männer im März 2019 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Die erste Verurteilung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben. Auch nach dem zweiten Urteil legte einer der Verteidiger Revision ein. Auch als Konsequenz aus dem Berliner Fall hat der Gesetzgeber Strafen gegen Raser mit dem neuen Paragrafen 315d StGB verschärft.

Schon gelesen? 18-Jähriger ohne Führerschen rast Frau (39) auf Parkplatz tot

Folgen Sie News.de schon bei Facebook? Hier finden Sie brandheiße News und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser