Notre-Dame-Inferno im News-Ticker: Kathedrale bleibt für Jahre geschlossen - Ersatzkirche in Planung

Die Flammen in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind gelöscht. Frankreichs Präsident Macron will das Wahrzeichen in fünf Jahren wieder aufbauen - doch Experten halten die Pläne für utopisch. Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker.

FOTOS: Feuer in Kathedrale Notre-Dame Bilder zeigen Ausmaß des Feuer-Infernos in Paris
zurück Weiter Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame. (Foto) Foto: picture alliance/Christophe Petit Tesson/EPA POOL/dpa Kamera

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist ein Feuer ausgebrochen. Über dem Wahrzeichen waren am Montagabend Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen. Die Polizei bestätigte den Brand, gab auf Anfrage zunächst aber keine näheren Informationen bekannt. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Feuerwehr könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Er sei auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden.

Notre-Dame ist eine der wichtigsten Pariser Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Seine-Insel Île de la Cité.

Feuer in Kathedrale Notre-Dame 2019 im News-Ticker

  • Emmanuel Macron verspricht Wiederaufbau
  • Feuer in Kathedrale Notre-Dame unter Kontrolle
  • Luxus-Unternehmer verspricht 100 Millionen Euro für Notre-Dame
  • Direktor: keine Mängel beim Brandschutz
  • Brand vollständig gelöscht

+++ 18.04.2019:Direktor von Notre-Dame will temporäre Holzkirche bauen lassen +++

 

Der Direktor von Notre-Dame hat für die Zeit des Wiederaufbaus der schwer beschädigten Kathedrale eine Holzkirche auf dem Vorplatz ins Spiel gebracht. "Wir dürfen nicht sagen, die Kathedrale ist für fünf Jahre geschlossen und das war's", sagte Patrick Chauvet dem Sender CNews am Donnerstagmorgen. "Also dachte ich mir: Kann ich nicht eine temporäre Kirche auf dem Vorplatz bauen?" Diese würde dann aus Holz sein. So könne man die zahlreichen Touristen willkommen heißen, die die weltberühmte Kathedrale besuchen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo unterstütze das Projekt, sagte Chauvet.

Unklar war weiter, wie lange Notre-Dame letztlich geschlossen bleiben wird. Es sei möglich, dass die Kathedrale schon bald wieder geöffnet werde, wenn es die Sicherheit des Gebäudes erlaube, sagte eine Sprecherin der Pariser Diözese. Allerdings sei es noch zu früh, um darüber eine verlässliche Aussage zu treffen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach dem verheerenden Brand versprochen, die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen - noch schöner als zuvor. Premierminister Édouard Philippe kündigte einen internationalen Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau des kleinen Spitzturms an, der bei dem Feuer zerstört wurde.

+++ 18.04.2019: Für Jahre geschlossen! Wird Notre-Dame nicht originalgetreu wiederaufgebaut? +++

Der Wiederaufbau der durch ein Feuer stark beschädigten Kathedrale Notre-Dame in Paris stellt Experten vor eine Herausforderung. Nachdem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ankündigte, das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt binnen fünf Jahren renovieren zu wollen, soll das Gotteshaus für mindestens fünf bis sechs Jahre geschlossen bleiben. Fraglich ist, wie die Kathedrale nach dem Wiederaufbau aussehen soll. Problematisch ist nicht nur, dass das nötige Holzmaterial zum originalgetreuen Wiederaufbau fehlt, auch Baupläne seien nicht vollständig erhalten. Um den eingestürzten Turm des Bauwerks zu ersetzen, soll der "Welt" zufolge ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Denkbar sei, dass die alte Holzkonstruktion durch ein Gerüst aus Metall ersetzt werden könnte.

+++ 17.04.2019: Riesige Spendenwelle für Notre-Dame - eine Milliarde Euro erwartet +++

Für den Wiederaufbau der schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist schon fast eine Milliarde Euro an Spenden zusammengekommen. "Heute Morgen waren es fast 900 Millionen. Ich denke, wir werden heute noch die Milliardengrenze überschreiten", sagte der Fernsehmoderator Stéphane Bern, der im Auftrag von Staatschef Emmanuel Macron für die Renovierung historischer Baudenkmäler in Frankreich zuständig ist, am Mittwoch dem Sender RMC. "Die ganze Welt ist an unserer Seite", sagte Bern. Er erhalte Spenden aus vielen Ländern für die berühmte Kathedrale im Herzen von Paris, in der am Montagabend ein heftiges Feuer ausgebrochen war.

Schnell kam in Frankreich die Frage nach den Kosten für dieses gewaltige Projekt auf - und wer diese trägt. Die Kathedrale sei im staatlichen Besitz und somit nicht im klassischen Sinne versichert, berichtete die Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf den französischen Versicherungsverband. Der Staat sei in diesem Falle sein eigener Versicherer. Zwar, so die Zeitung weiter unter Berufung auf einen Experten, seien viele Gebäude wie etwa der Eiffelturm auf Teilschäden versichert. Die Schadensdeckung liege aber deutlich unter den maximalen Kosten, die ein Schaden verursachen könne. Außerdem wären die zu zahlenden Versicherungsprämien für derartige Kulturdenkmäler exorbitant hoch.

Mehrere französische Milliardärsfamilien hatten kurz nach dem Brand Spenden über Hunderte Millionen Euro versprochen - darunter die Familien Arnault, Bettencourt und Pinault. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung gestartet und eine entsprechende Webseite eingerichtet. Sie brach zwischenzeitlich zusammen. Dort waren am Mittwochvormittag schon fast elf Millionen Euro zusammengekommen.

Neben Geldspenden gab es auch die Aussicht auf Sachspenden für den Wiederaufbau der Kathedrale. Die Versicherungsgesellschaft Groupama kündigte etwa an, 1.300 hundertjährige Eichen zu spenden. Sie sollen aus Wäldern in der Normandie kommen, die der Gesellschaft gehören. Der bei dem Brand zerstörte Dachstuhl war eine riesige Holzkonstruktion. Die Holzindustrie schlug vor, dass jeder private Waldbesitzer eine Eiche spenden soll.

Der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg sieht diese Wiederaufbau-Pläne mit Skepsis. Der Dachstuhl gehe auf eine Holzkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert zurück, deren Baupläne nicht mehr verfügbar seien. "Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat", sagte Albrecht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird.

Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit rief dazu auf, nicht nur die Kathedrale wiederaufzubauen, sondern auch "unsere Kirche", deren Gesicht verwundet sei. Er spielte damit auf Skandale der jüngsten Zeit an - so war der Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, von einem Gericht wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt worden. Aupetit lud Gläubige zu einer vorösterlichen Messe in der Pariser Kirche Saint-Sulpice am Abend ein. In Saint-Sulpice sollen laut Medien während der Osterfeiertage Gottesdienste stattfinden, die eigentlich für Notre-Dame vorgesehen waren.

+++ 17.04.2019: Scheitert der Wiederaufbau von Notre-Dame an fehlendem Material? +++

Der von Frankreichs Präsident Macron versprochene Wiederaufbau der abgebrannten Pariser Kathedrale Notre-Dame wird von Experten als kaum zu realisierende Herausforderung eingestuft. Das vor 850 Jahren errichtete Gotteshaus sei, so der französische Denkmalschützer Bertrand de Feydeau in der englischen "Daily Mail", aus rund 1.300 Eichenstämmen errichtet worden - doch um die Kathedrale originalgetreu zu rekonstruieren, fehle es an vergleichbarem Material. Rodungen ließen Bäume, die groß genug für den ausladenden, rund 750 Tonnen schweren Dachstuhl wären, aus Frankreich verschwinden.

+++ 17.04.2019: Deutscher Experte: Statik und Dach bei Notre-Dame vorrangig +++

Nach den bedrohlichen Brandschäden in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat die Sicherung des historischen Bauwerks laut einem deutschen Experten Vorrang. "Die erste Priorität wird sein, die Statik des Gebäudes zu analysieren, zu sichern, und da auch wieder ein Dach drauf zu bekommen", sagte Markus Castor vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris.

Das Ausmaß der Zerstörung in der gotischen Kirche sei bisher kaum abzuschätzen. Der Großteil der Schäden sei wohl durch Löschwasser verursacht worden. Der Brand hatte am Montagabend das mehr als 850 Jahre alte Bauwerk stark zerstört.

"Wir wissen, dass der gesamte Schatz der Kathedrale ins Hôtel de Ville (Rathaus) verbracht wurde, und dass er komplett gesichert ist", sagte Castor. Zu dem Schatz gehören bekannte Reliquien wie die Dornenkrone und der Waffenrock des Heiligen Ludwig. Bei der Dornenkrone soll es sich um jene handeln, die römische Soldaten Jesus Christus vor seiner Kreuzigung auf sein Haupt gesetzt haben.

Auf die Frage, ob der Brand den schlimmsten Schaden in der Geschichte der weltbekannten Kathedrale verursachte, antwortete Castor: "Absolut." Während der Französischen Revolution von 1789 sei das Bauwerk zwar ausgeräumt worden. Doch es habe keine Schäden gegeben, "die in die Grundstruktur des Gebäudes eingreifen".

Castor wies auf die Kritik französischer Fachkollegen hin, wonach der Staat zu wenig Geld für die Erhaltung der Kulturerbes in die Hand nehme. Man hätte "doch einiges verhindern können, wenn man etwas mehr Finanzen hineinschießt", sagte Castor.

+++ 17.04.2019:Dombaumeister zu Notre-Dame: Fachkräftemangel wird Problem +++

Ein großes Hindernis beim Wiederaufbau der ausgebrannten Kathedrale Notre-Dame in Paris dürfte nach Expertenmeinung der Fachkräftemangel sein. "Ein Riesenproblem ist dabei, dass die handwerklichen Fähigkeiten dünn gesät sind, um die vielen Kräfte mobilisieren zu können, die einen raschen Wiederaufbau ermöglichen", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister, Wolfgang Zehetner, dem österreichischen Magazin "trend".

Von den 20 Fachkräften, die permanent mit der Restauration des Stephansdoms in Wien betraut seien, könnten zwei Leute abgestellt werden. Auch Köln und Freiburg wollten Hilfe schicken, sagte Zehetner. "Aber ich gehe davon aus, dass es gut drei Jahre dauern wird, bis die großen Schäden beseitigt sind."

Beim Wiederaufbau könnten auch vorherige Schäden ausgebessert werden. So seien in der Französischen Revolution vielen Statuen die Köpfe abgeschnitten worden. "Diese sind seither als Exponate in verschiedenen Museen ausgestellt. Die könnte man zum Beispiel wieder dorthin bringen, wo sie einst waren. Und wo sie hingehören", sagte Zehetner. Eine Rekonstruktion auch der Details des Bauwerks sei im Prinzip möglich. "Da muss man sagen, dass man im Unglück noch Glück hat. Die Pläne zu Notre-Dame sind erhalten. Und vor allem digitalisiert."

+++ 16.04.2019: Macron will Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufbauen. Das Pariser Wahrzeichen solle dann noch schöner als vorher sein, sagte Macron am Dienstagabend in einer Fernsehansprache. "Wir werden handeln. Und wir werden Erfolg haben." Bereits am Montagabend nach Ausbruch des Feuers hatte Macron versprochen, das gotische Bauwerk wieder aufzubauen.

Die Verkündung seiner Reformmaßnahmen im Zuge der "Nationalen Debatte" verschob Macron auf unbestimmte Zeit. Im Moment sei nicht die richtige Zeit dafür, sagte der Präsident. Der Präsident hatte wegen des Feuers bereits eine TV-Ansprache und eine Pressekonferenz zu seinen Reformplänen abgesagt. Er hatte eine Bürgerdebatte zur Beruhigung der "Gelbwesten"-Krise im Januar ins Leben gerufen und den Franzosen für Mitte April konkrete Ergebnisse versprochen.

+++ 16.04.2019: Staatssekretär: Schwachstellen bei Notre-Dame entdeckt +++

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame haben Fachleute "einige Schwachstellen" im Gebäude entdeckt. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, also die Gebäude-Decke, sagte Innen-Staatssekretär Laurent Nuñez am Dienstag. "Im Ganzen hält die Struktur gut", fügte er hinzu.

Im Zuge der Absicherung der historischen Kirche seien fünf Wohnhäuser in der unmittelbaren Nachbarschaft geräumt worden, sagte Nuñez. Die Häuser liegen demnach in einer schmalen Straße nördlich des Gotteshauses. Die Absicherungsarbeiten im Inneren der schwer beschädigten Kathedrale dürften rund 48 Stunden dauern, sagte der Staatssekretär.

+++ 16.04.2019: Warum brannte Notre-Dame so lang? +++

Nach dem Brand im Pariser Wahrzeichen Notre-Dame beginnt die Ursachensache für den Brand. Unweigerlich schwingt auch die Frage mit, warum die Kathedrale so lange brannte. Doch Brände in historischen Bauten wie der Notre-Dame Kathedrale sind nie leicht. "In solchen Gebäuden gibt es oft keine brandschutztechnischen Vorkehrungen. Und die lassen sich auch im Nachhinein in den seltensten Fällen nachrüsten. Außerdem ist das Holz solch eines Kirchturms so alt und trocken, dass es ganz schnell brennt", erklärt Tobias Thiele (44), Sprecher der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, gegenüber der "Bild".

Erschwerend kam beim Notre-Dame-Feuer hinzu, dass die Drehleitern der Feuerwehr nicht bis zum Kirchturm reichten. "Die meisten Drehleitern der Feuerwehr sind nur 30 Meter hoch. Es gibt ein paar Sonderdrehleitern, die dann bis zu 50 Meter hoch sind", so Thiele. Der Kirchturm von Notre-Dame hatte 96 Meter.

+++ 16.04.2019: Sender verschiebt wegen Notre-Dame großes TV-Duell zur Europawahl +++

Der französische TV-Sender France 24 verschiebt wegen des verheerenden Brandes in der Pariser Kathedrale Notre-Dame die Ausstrahlung des ersten großen TV-Duells zur Europawahl. Die Debatte zwischen den beiden Spitzenkandidaten Manfred Weber und Frans Timmermans sollte aus Termingründen zwar wie geplant an diesem Dienstagabend im Europaparlament in Straßburg aufgezeichnet werden. Die Ausstrahlung werde aber nicht wie geplant live erfolgen, sondern auf diesen Mittwoch verschoben, sagte ein Sprecher des Senders der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatten mehrere französische Parteien mitgeteilt, den Wahlkampf für die Europawahl wegen des Brandes von Notre-Dame vorübergehend aussetzen zu wollen. Dazu gehörte auch die Regierungspartei La République en Marche (LREM).

Der deutsche CSU-Politiker Weber ist Spitzenkandidat der konservativen europäischen Parteienfamilie EVP. Der Niederländer Timmermans führt den Wahlkampf der europäischen Sozialdemokraten an. Beide wollen nach der Europawahl (23.-26. Mai) Nachfolger von Jean-Claude Juncker als Präsident der EU-Kommission werden.

+++ 16.04.2019: Notre-Dame: Ermittler gehen weiter von Unfall aus +++Ermittl

Die Pariser Staatsanwaltschaft geht weiter davon aus, das der verheerende Brand in der Kathedrale Notre-Dame auf einem Unfall beruht. "Nichts weist derzeit in die Richtung einer vorsätzlichen Tat", sagte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits in der Nacht bestätigt, dass sich die Ermittlungen um eine "unbeabsichtigte Zerstörung" durch Feuer drehen.

Laut Heitz werden Zeugen angehört. Dazu gehören auch Arbeiter, die bei den Renovierungsarbeiten in der Kathedrale beschäftigt waren. Laut Heitz suchen rund 50 Ermittler nach der Brandursache. Es habe am Montag zwei Mal Alarm gegeben: Einmal um 18.20 Uhr, dabei seiner aber bei einer Überprüfung kein Feuer entdeckt worden. Der zweite Alarm wurde um 18.43 Uhr ausgelöst - dann sei der Brand im Dachstuhl entdeckt worden.

+++ 16.04.2019: Chef von Feuerwehrverband: Löschen aus der Luft ist Humbug +++

Ein Löscheinsatz aus der Luft beim Kampf gegen das Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame wäre aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs, wenig sinnvoll gewesen. "Absoluter Humbug", urteilte Ziebs über einen entsprechenden Vorschlag von US-Präsident Donald Trump. "Das macht ja überhaupt keinen Sinn, wenn man mehrere Tonnen Wasser auf einmal auf das Objekt schmeißt von oben aus der Luft. Dann kommt es zum Gebäudeeinsturz und dann hat man genau das Gegenteil von dem erreicht, was man will", sagte Ziebs am Dienstag der dpa.

Die Arbeiten der Feuerwehrkollegen in Paris wertete Ziebs als Erfolg. Ein Totalverlust sei verhindert worden, "auch wenn große Teile zerstört sind. Aber der Totalverlust wurde verhindert und das ist schon ein Erfolg."

+++ 16.04.2019: Feuerwehr: Brand in Kathedrale Notre-Dame vollständig gelöscht +++

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind die Flammen komplett gelöscht. "Das ganze Feuer ist aus", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Gabriel Plus, am Dienstag. Nun beginne die Phase der Begutachtung. Man habe die ganze Nacht über sichergestellt, dass das Feuer nicht wieder ausbricht und die Gebäudestrukturen überwacht. Der Brand auf dem Dach habe sich am Montagabend sehr schnell auf rund 1000 Quadratmeter ausgebreitet, so Plus weiter.

+++ 16.04.2019: Kölner Dombaumeister: Notre-Dome-Wiederaufbau dauert Jahrzehnte +++

Nach dem Feuer in Notre-Dame rechnet der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich mit einem jahrzehntelangen Wiederaufbau. "Jetzt zu spekulieren, wie lange der Wiederaufbau dauern und was er kosten wird, ist ein Blick in die Glaskugel", sagte Füssenich am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die nächsten Tage seien nun entscheidend, betonte der Experte. Die steinernen Deckengewölbe unterhalb des verbrannten Dachstuhls hätten sich mit Löschwasser vollgesogen. "Das hat dazu geführt, dass es zu einer Gewichtszunahme der überwölbten Decken um ein Vielfaches gekommen ist. Man wird die nächsten Tage abwarten müssen, ob die Gewölbe standhalten trotz dieses Gewichts."

+++ 16.04.2019: Paris will Geberkonferenz für Wiederaufbau von Notre-Dame +++

Eine internationale Geberkonferenz soll für den angestrebten Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame Geld sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag verkündete die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, über ihren Twitter-Account. Sie wolle die Spenderkonferenz im Rathaus von Paris veranstalten, um die notwendigen Mittel für den Wiederaufbau der Kathedrale zusammenzubekommen. Die Region Île-de-France will zehn Millionen Euro bereitstellen.

Auch erste Großspender haben bereits ihre Bereitschaft an der Mitfinanzierung bekräftigt. Die Familie des französischen Unternehmers und Milliardärs Bernard Arnault kündigte über Arnaults Luxuslabel LVMH an, sich mit 200 Millionen Euro an der Rekonstruktion beteiligen zu wollen. Zudem will die Gruppe, zu der unter anderem die Marken Moët Hennessy und Louis Vuitton zählen, ihre Teams bei Kreativität, Architektur oder Finanzen zur Verfügung stellen.

+++ 16.04.2019: Feuerwehr: Drei Leichtverletzte bei Brand von Notre-Dame +++

Bei dem verheerenden Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handele es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Pariser Feuerwehr am Dienstagmorgen mit. Die Struktur der Kathedrale sei nach neun Stunden "erbittertem Kampf" erhalten, die wichtigsten Kunstwerke habe man retten können. Das Feuer war am Montagabend in der weltberühmten Kathedrale im Herzen von Paris ausgebrochen. Die Flammen verwüsteten kurz vor Ostern den Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen.

+++ 16.04.2019: Direktor von Notre-Dame sieht keine Mängel beim Brandschutz +++

Nach dem verheerenden Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame sieht der Direktor des Gotteshauses keine Sicherheitsmängel beim Brandschutz. Es gebe etwa Brandaufseher, die drei Mal täglich den Dachstuhl prüfen, sagte Patrick Chauvet am Dienstagmorgen dem Sender France Inter. "Ich denke, dass man nicht mehr machen kann." Aber es gebe natürlich immer Vorfälle, die man so nicht habe vorhersagen könne. Man müsse nun prüfen was passiert sei - er wisse noch nicht.

+++ 16.04.2019: Dépardieu: Wunde an der Notre-Dame ist entsetzlich +++

Der französische Schauspieler und Wahlrusse Gerard Dépardieu hat mit Entsetzen auf das Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame reagiert. "Mir fehlen die Worte, diese Wunde an der Kathedrale von Notre-Dame ist entsetzlich, aber es ist ein Unheil, das vom Himmel hereinbricht und unsere Gesellschaft trifft, die immer instabiler wird und kein Fundament hat", sagte der 70-Jährige der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstag). Er habe die Bilder des Brandes am Montagabend mit Bestürzung gesehen. "Ich glaube, dass ich schnellstmöglich nach Paris zurückkehre. Es ist eine schreckliche Wunde für die ganze Stadt."

+++ 16.04.2019: Minister: Großteil der Schätze konnte aus Notre-Dame gerettet werden +++

Der größte Teil der religiösen und künstlerischen Schätze konnte aus der brennenden Pariser Kathedrale Notre-Dame gerettet werden. Die für Katholiken sehr wertvolle Dornenkrone und andere Gegenstände seien im Pariser Rathaus untergebracht worden, sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester dem Sender LCI am Dienstagmorgen. Es habe die reale Gefahr bestanden, dass der Nordglockenturm bei dem Brand zerstört wird, erklärte der Minister. "Und das hätte dann zur völligen Zerstörung von Notre Dame de Paris geführt." Der außergewöhnliche Mut der Feuerwehr habe das verhindert. Nun müsse man an den Wiederaufbau denken. "Wir haben immer noch die Fachkenntnis, ein solches Gebäude zu bauen."

+++ 16.04.2019: Kathedrale Notre-Dame in Flammen - Macron verspricht Wiederaufbau +++

Nach dem schweren Brand in der Pariser Kathedrale von Notre-Dame will Frankreich das berühmte Wahrzeichen wieder instandsetzen. "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", sagte Staatschef Emmanuel Macron am späten Montagabend. "Denn das ist es, was die Franzosen erwarten". Das Feuer kurz vor Ostern verwüstete den Sakralbau im Herzen der französischen Hauptstadt, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Am frühen Dienstagmorgen erklärte die Feuerwehr den Brand für "unter Kontrolle und teilweise gelöscht", wie die französischen Medien berichteten. Es gebe lediglich noch einzelne Glutnester, sagte Feuerwehr-Sprecher Gabriel Plus. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, bislang wird dabei die Spur eines Unfalls verfolgt. Das Feuer sorgte weltweit für Entsetzen.

"Man kann annehmen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist", sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet. Zeitweise war die Feuerwehr nicht sicher gewesen, ob sie die Ausbreitung des Feuers aufhalten kann.

Notre-Dame in Flammen. Bild: dpa

+++ 16.04.2019: Brandursache zum Feuer in der Kathedrale Notre Dame bisher unklar +++

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen unbeabsichtigter Zerstörung durch Feuer ein - das heißt: von Brandstiftung ist bislang nicht die Rede. Nach ergänzenden Medienberichten könnte der Brand mit Bauarbeiten auf dem Dach der Kirche zusammenhängen. Die Staatsanwaltschaft nahm zu solchen Berichten zunächst keine Stellung. Die Ermittler begannen in der Nacht, die Arbeiter der Baustelle zu befragen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auf dem Dach hatten die Bauarbeiter ein Gerüst angebracht.

+++ 16.04.2019: Feuer in Kathedrale Notre-Dame unter Kontrolle +++

Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame nach mehrstündigen Löscharbeiten bis zum frühen Dienstagmorgen unter Kontrolle gebracht. Das berichteten die Zeitungen "Le Figaro" und "Le Parisien" übereinstimmend auf ihren Online-Seiten unter Berufung auf die Feuerwehr.

+++ 16.04.2019:Luxus-Unternehmer verspricht 100 Millionen Euro für Notre-Dame +++

Die französische Milliardärs-Familie Pinault hat 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der bei einem Feuer verwüsteten Pariser Kathedrale Notre-Dame versprochen. Das kündigte der Geschäftsmann François-Henri Pinault in einer Mitteilung an, aus der die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Dienstag zitierte. Er und sein Vater François Pinault hätten entschieden, dass die Familien-Holding Artemis den Betrag bereitstellen werde, um sich an der Anstrengung zum Wiederaufbau von Notre-Dame zu beteiligen.

François-Henri Pinault ist Chef des Luxuskonzerns Kering, zu dem Modemarken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent gehören. Der superreiche Franzose ist außerdem als Kunstliebhaber und Mäzen bekannt.

+++ 15.04.2019, 23.13 Uhr: Pariser Feuerwehr – Struktur von Notre-Dame wohl gerettet +++

Die Pariser Feuerwehr ist zuversichtlich, dass der Brand in Notre-Dame die Kathedrale nicht völlig zerstört. "Man kann annehmen, dass die Struktur von Notre-Dame gerettet und in ihrer Gesamtheit bewahrt ist", sagte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet am späten Montagabend dem Sender BFMTV und anderen Medien. Er hob insbesondere die beiden Haupttürme hervor, die gerettet worden seien.

Eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche wurde aus der brennenden Kathedrale gerettet. Es handele sich dabei um die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll, sagte Patrick Chauvet, der Direktor des Gotteshauses. Die Flammen hätten den Kirchenschatz nicht erreicht.

+++ 15.04.2019, 21.58 Uhr: Kampf gegen Brand in Notre-Dame – Feuerwehr skeptisch +++

Im Kampf gegen verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat sich die Feuerwehr skeptisch gezeigt. Man sei sich "nicht sicher", ob die Ausbreitung des Feuers aufgehalten werden könne. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr dem TV-Sender BFM und anderen Medien am Montagabend auf die Frage, ob die weltberühmte Kathedrale noch zu retten sei. Es seien rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz. "Die nächsten eineinhalb Stunden sind entscheidend", sagte der Sprecher. Über dem historischen Bauwerk loderten am späten Abend immer noch hohe Flammen.

Am späten Montagabend loderten die Flammen über Notre-Dame noch immer. Bild: Thibault Camus/AP/dpa

+++ 15.04.2019, 20.52 Uhr: Macron auf dem Weg zur Kathedrale Notre-Dame +++

Wegen des verheerenden Brandes in der Pariser Kathedrale Notre-Dame will sich Staatschef Emmanuel Macron an den Ort des Geschehens begeben. Das bestätigten Élyséekreise der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend auf Anfrage. Macron hatte zuvor eine wichtige für 20.00 Uhr geplante TV-Ansprache wegen des Unglücks kurzfristig abgesagt.

+++ 15.04.2019, 20.40 Uhr: Polizei geht bei Brand von Notre-Dame nicht von Terrorakt aus +++

Bei dem Brand der berühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame geht die Polizei zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Das sagte ein Sprecher der Polizei am Montagabend. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Das Feuer war gegen 18.50 Uhr entdeckt worden, der gesamte Dachstuhl der Kirche stand in Flammen. Der kleine Spitzturm, der sich über dem Dach erhoben hatte, stürzte in sich zusammen. Auf dem Dach der Kathedrale war ein Baugerüst angebracht. Über mögliche Verletzte war zunächst nichts bekannt.

+++ 15.04.2019, 20.28 Uhr: Macron zum Brand von Notre-Dame – "Emotion einer ganzen Nation"

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat betroffen auf den Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame reagiert. "Notre-Dame von Paris den Flammen ausgeliefert. Emotion einer ganzen Nation", schrieb der Präsident am Montagabend auf Twitter. Er sei in Gedanken bei allen Katholiken und allen Franzosen. "Wie alle unsere Landsleute bin ich an diesem Abend traurig, diesen Teil von uns brennen zu sehen."

+++ 15.04.2019, 20.10 Uhr: Kleiner Spitzturm der Kathedrale Notre-Dame bei Brand eingestürzt +++

Der kleine Spitzturm der in Flammen stehenden Pariser Kathedrale Notre-Dame ist zusammengebrochen. Dabei handelte sich um einen kleineren Turm in der Mitte des Daches. Schwarzer Rauch drang am Montagabend aus den beiden großen Türmen der Kathedrale, wie ein dpa-Reporter berichtete. Wind blies die Flammen in Richtung Westen.

Der gesamte Dachstuhl stehe in Flammen, sagte der Sprecher der Kathedrale, André Finot, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Man müsse nun schauen, ob man das Gewölbe der Kathedrale retten könnte. Das Feuer war am Montagabend ausgebrochen. Vor Ort waren Feuerwehr und Polizei. Touristen machten auf den Brücken über den Fluss Seine Fotos von dem Feuer.

Der Kampf gegen die Flammen scheint hoffnungslos. Bild: Francois Mori/AP/dpa

+++ 15.04.2019, 19.58 Uhr: Brand von Kathedrale Notre-Dame – Macron verschiebt Fernsehansprache +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat wegen des Brands der Pariser Kathedrale Notre-Dame eine wichtige Fernsehansprache verschoben. Das bestätigte der Élyséepalast am Montagabend kurz vor dem ursprünglich geplanten Sendetermin. Wann Macron die Ansprache zu den Ergebnissen einer monatelangen Bürgerdebatte nun halten will, blieb zunächst offen.

Macron hatte die "Nationale Debatte" im Januar als Reaktion auf die Proteste der "Gelbwesten" gestartet - nun wollte er Zugeständnisse präsentieren. Nach französischen Medienberichten waren eine Senkung der Einkommensteuer, Erleichterungen für Bezieher niedriger Renten oder Hilfen für alleinerziehende Mütter im Gespräch.

+++ 15.04.2019, 19.45 Uhr: Feuerwehr kämpft weiter gegen die Flammen +++

Der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach auf Twitter von einem "fürchterlichen Brand". Die Feuerwehr versuche, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Auf Bildern war zu sehen, wie der Dachstuhl rund um ein Baugerüst in Flammen stand.

+++ 15.04.2019, 19.20 Uhr: Feuer in Pariser Kathedrale Notre-Dame ausgebrochen +++

Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Er sei auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden.

Notre-Dame begehrte Pariser Touristenattraktion

Notre-Dame ist eine der Pariser Top-Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen von Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Île de la Cité. Ihre Geschichte reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch.

Große Teile des Dachstuhls stehen in Flammen. Bild: Thibault Camus/dpa

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jat/news.de/dpa

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