Notre-Dame-Brand im News-Ticker: Fast 1 Milliarde Euro! Große Spendenwelle für abgebrannte Kathedrale

Die Flammen in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind gelöscht. Frankreichs Präsident Macron will das Wahrzeichen in fünf Jahren wieder aufbauen - doch Experten halten die Pläne für utopisch. Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker.

FOTOS: Feuer in Kathedrale Notre-Dame Bilder zeigen Ausmaß des Feuer-Infernos in Paris
zurück Weiter Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame. (Foto) Foto: picture alliance/Christophe Petit Tesson/EPA POOL/dpa Kamera

In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris ist ein Feuer ausgebrochen. Über dem Wahrzeichen waren am Montagabend Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen. Die Polizei bestätigte den Brand, gab auf Anfrage zunächst aber keine näheren Informationen bekannt. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Feuerwehr könnte der Brand mit Renovierungsarbeiten zusammenhängen. Er sei auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden.

Notre-Dame ist eine der wichtigsten Pariser Touristenattraktionen und wird jährlich von Millionen Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Seine-Insel Île de la Cité.

Feuer in Kathedrale Notre-Dame 2019 im News-Ticker

  • Emmanuel Macron verspricht Wiederaufbau
  • Feuer in Kathedrale Notre-Dame unter Kontrolle
  • Luxus-Unternehmer verspricht 100 Millionen Euro für Notre-Dame
  • Direktor: keine Mängel beim Brandschutz
  • Brand vollständig gelöscht

+++ 19.04.2019:Notre-Dame soll "großen Regenschirm" bekommen +++

Ein "großer Regenschirm" soll die schwer beschädigte Pariser Kathedrale Notre-Dame vor Wasser schützen. Dabei handele es sich um eine große Plane, die über dem Gebäude angebracht werden soll, sagte die Präsidentin der Architektenvereinigung für historische Gebäude, Charlotte Hubert, dem Sender BFM TV am Freitag. Der Chefarchitekt werde einen "großen Regenschirm" schaffen, der die Form eines Spitzdaches haben soll. Die Konstruktion müsse größer sein als das ursprüngliche Dach, damit die Handwerker darunter arbeiten können.

+++ 19.04.2019: Aktuelle Spendensumme für Notre-Dame annähernd eine Milliarde Euro +++

Die Brandursache für das Feuer in Notre-Dame ist bisher nicht geklärt. Ermittler gehen davon aus, dass die Katastrophe auf einem Unfall beruht. Die Anhörungen von Zeugen wurden fortgesetzt, wie die Staatsanwaltschaft berichtete. Unter den Zeugen sind Arbeiter, die vor dem Feuer an Renovierungsarbeiten beteiligt waren.

Die Brandkatastrophe mit einer Zerstörung des Dach der Kathedrale hatte ein weltweites Echo und eine große Spendenwelle ausgelöst. Es kamen bisher annähernd eine Milliarde Euro zusammen.

+++ 18.04.2019: Pariser Bürgermeisterin ruft nach Brand zur Einigkeit auf +++

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat nach dem verheerenden Brand der Kathedrale von Notre-Dame zu einem Schulterschluss der Franzosen aufgerufen. "Die Zeit des Wiederaufbaus muss eine Zeit der Einigkeit werden", sagte sie am Donnerstagnachmittag bei einem Festakt vor dem Pariser Rathaus. "An diesem Abend des 15. April sah ich euch Feuersoldaten in Aktion", sagte Hidalgo an die Feuerwehr gerichtet. Sie habe 'Mut ohne Grenzen' gesehen. Mit ihrem Einsatz hätten die Helfer "einen Teil von uns allen gerettet".

Auch Frankreichs Innenminister Christophe Castaner würdigte den Einsatz der Feuerwehrleute. "Sie haben ihr Leben riskiert, um Notre-Dame zu retten." Die Kathedrale gehöre der ganzen Welt. "Sie wird sich wieder aufrichten." Auf dem Rathausvorplatz versammelten sich Hunderte Menschen und applaudierten dem Pariser Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet. Bei dem Festakt wurde aus Texten des großen Schriftstellers Victor Hugo vorgelesen, der mit seinem 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" die weltberühmte Kathedrale in der Weltliteratur verewigt hatte.

+++ 18.04.2019: Ubisoft verschenkt PC-Spiel "Assassins Creed" und spendet +++

Der französische Spieleentwickler Ubisoft bietet nach dem verheerenden Brand von Notre-Dame das PC-Spiel "Assassins Creed Unity" kostenlos zum Download an. Das Action-Adventure spielt zur Zeit der Französischen Revolution und erlaubt es Spielern außerdem, die Kathedrale in einer detaillierten 3D-Umgebung zu erkunden. "Assassins Creed Unity" ist bis zum 25. April, 9 Uhr, gratis über Uplay erhältlich.

Weiterhin verkündete der Publisher, den Wiederaufbau von Notre-Dame mit einer halben Million Euro zu unterstützen. Zudem wird spekuliert, dass Ubisoft noch auf eine andere Weise beim Neuaufbau helfen könnte. Das Unternehmen könnte Daten zur Verfügung stellen, die zur virtuellen Rekonstruktion des Gebäudes genutzt werden könnten. Wie der "Guardian" berichtet, sei Ubisoft derzeit jedoch nicht in die Instandsetzung mit einbezogen.

+++ 18.04.2019: Direktor von Notre-Dame will temporäre Holzkirche bauen lassen +++

Der Direktor von Notre-Dame hat für die Zeit des Wiederaufbaus der schwer beschädigten Kathedrale eine Holzkirche auf dem Vorplatz ins Spiel gebracht. "Wir dürfen nicht sagen, die Kathedrale ist für fünf Jahre geschlossen und das war's", sagte Patrick Chauvet dem Sender CNews am Donnerstagmorgen. "Also dachte ich mir: Kann ich nicht eine temporäre Kirche auf dem Vorplatz bauen?" Diese würde dann aus Holz sein. So könne man die zahlreichen Touristen willkommen heißen, die die weltberühmte Kathedrale besuchen. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo unterstütze das Projekt, sagte Chauvet.

Unklar war weiter, wie lange Notre-Dame letztlich geschlossen bleiben wird. Es sei möglich, dass die Kathedrale schon bald wieder geöffnet werde, wenn es die Sicherheit des Gebäudes erlaube, sagte eine Sprecherin der Pariser Diözese. Allerdings sei es noch zu früh, um darüber eine verlässliche Aussage zu treffen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach dem verheerenden Brand versprochen, die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen - noch schöner als zuvor. Premierminister Édouard Philippe kündigte einen internationalen Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau des kleinen Spitzturms an, der bei dem Feuer zerstört wurde.

+++ 18.04.2019: Für Jahre geschlossen! Wird Notre-Dame nicht originalgetreu wiederaufgebaut? +++

Der Wiederaufbau der durch ein Feuer stark beschädigten Kathedrale Notre-Dame in Paris stellt Experten vor eine Herausforderung. Nachdem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ankündigte, das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt binnen fünf Jahren renovieren zu wollen, soll das Gotteshaus für mindestens fünf bis sechs Jahre geschlossen bleiben. Fraglich ist, wie die Kathedrale nach dem Wiederaufbau aussehen soll. Problematisch ist nicht nur, dass das nötige Holzmaterial zum originalgetreuen Wiederaufbau fehlt, auch Baupläne seien nicht vollständig erhalten. Um den eingestürzten Turm des Bauwerks zu ersetzen, soll der "Welt" zufolge ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. Denkbar sei, dass die alte Holzkonstruktion durch ein Gerüst aus Metall ersetzt werden könnte.

+++ 17.04.2019: Riesige Spendenwelle für Notre-Dame - eine Milliarde Euro erwartet +++

Für den Wiederaufbau der schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist schon fast eine Milliarde Euro an Spenden zusammengekommen. "Heute Morgen waren es fast 900 Millionen. Ich denke, wir werden heute noch die Milliardengrenze überschreiten", sagte der Fernsehmoderator Stéphane Bern, der im Auftrag von Staatschef Emmanuel Macron für die Renovierung historischer Baudenkmäler in Frankreich zuständig ist, am Mittwoch dem Sender RMC. "Die ganze Welt ist an unserer Seite", sagte Bern. Er erhalte Spenden aus vielen Ländern für die berühmte Kathedrale im Herzen von Paris, in der am Montagabend ein heftiges Feuer ausgebrochen war.

Schnell kam in Frankreich die Frage nach den Kosten für dieses gewaltige Projekt auf - und wer diese trägt. Die Kathedrale sei im staatlichen Besitz und somit nicht im klassischen Sinne versichert, berichtete die Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf den französischen Versicherungsverband. Der Staat sei in diesem Falle sein eigener Versicherer. Zwar, so die Zeitung weiter unter Berufung auf einen Experten, seien viele Gebäude wie etwa der Eiffelturm auf Teilschäden versichert. Die Schadensdeckung liege aber deutlich unter den maximalen Kosten, die ein Schaden verursachen könne. Außerdem wären die zu zahlenden Versicherungsprämien für derartige Kulturdenkmäler exorbitant hoch.

Mehrere französische Milliardärsfamilien hatten kurz nach dem Brand Spenden über Hunderte Millionen Euro versprochen - darunter die Familien Arnault, Bettencourt und Pinault. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung gestartet und eine entsprechende Webseite eingerichtet. Sie brach zwischenzeitlich zusammen. Dort waren am Mittwochvormittag schon fast elf Millionen Euro zusammengekommen.

Neben Geldspenden gab es auch die Aussicht auf Sachspenden für den Wiederaufbau der Kathedrale. Die Versicherungsgesellschaft Groupama kündigte etwa an, 1.300 hundertjährige Eichen zu spenden. Sie sollen aus Wäldern in der Normandie kommen, die der Gesellschaft gehören. Der bei dem Brand zerstörte Dachstuhl war eine riesige Holzkonstruktion. Die Holzindustrie schlug vor, dass jeder private Waldbesitzer eine Eiche spenden soll.

Der Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg sieht diese Wiederaufbau-Pläne mit Skepsis. Der Dachstuhl gehe auf eine Holzkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert zurück, deren Baupläne nicht mehr verfügbar seien. "Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat", sagte Albrecht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird.

Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit rief dazu auf, nicht nur die Kathedrale wiederaufzubauen, sondern auch "unsere Kirche", deren Gesicht verwundet sei. Er spielte damit auf Skandale der jüngsten Zeit an - so war der Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, von einem Gericht wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt worden. Aupetit lud Gläubige zu einer vorösterlichen Messe in der Pariser Kirche Saint-Sulpice am Abend ein. In Saint-Sulpice sollen laut Medien während der Osterfeiertage Gottesdienste stattfinden, die eigentlich für Notre-Dame vorgesehen waren.

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